Der Partner schämt sich für den Narzissten

Ein Narzisst kann in Gesellschaft auf sich aufmerksam machen, indem er ungeniert über die Strenge schlägt, sämtliche Regeln missachtet und entgegen jeglichem gutem Benehmen mit seiner exzentrischen Art andere Personen schockiert. Während sich der Partner für die Zügellosigkeit des Narzissten oftmals schämt, kann dieser gar nichts Unpassendes an seinem Benehmen feststellen.  

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In seiner grenzenlosen Selbstverliebtheit, seinem ungebrochenen Glauben an die eigene Großartigkeit und seiner maßlosen Überheblichkeit ist dem Narzissten keine Aktion zu peinlich, um sich in den Vordergrund zu stellen und von anderen abzuheben. Da er sein soziales Umfeld in der Regel so wählt und so gestaltet, dass er nicht nur keine Kritik und keinen Widerstand erfährt, sondern vielmehr ihn seine Mitmenschen in allem, was er sagt und tut, gewähren lassen oder ihn sogar noch darin unterstützen, glaubt der Narzisst, sich alles erlauben zu können.

In seiner Selbstüberschätzung kann sich der Narzisst dann zu Äußerungen und Handlungen hinreißen lassen, die nicht nur verletzend für seine Mitmenschen sind, sondern auch beschämend, wie z. B. das Vordrängeln an der Kasse, das Anfassen des Pos einer Frau in der Öffentlichkeit, ausgiebiges Lästern über anständige Leute, das Fallenlassen abwertender und unpassender Bemerkungen, das Ausplaudern von intimen Details, das Erheben einer Beschwerde bei jeder Kleinigkeit, das Beleidigen anderer und großspurige Angeberei, Distanzlosigkeit und Aufdringlichkeit.

Angehörige und Vertraute des Narzissten schämen sich dann für dessen unwürdige Bemerkungen oder  verletzendes Verhalten. In solchen Situationen möchten sie am liebsten im Boden versinken, während der Narzisst ganz ungeniert mit seinem unrühmlichen Verhalten weitermacht und gar nicht mitbekommt, wie sich bei seinen Mitmenschen innerlich alles zusammenzieht.

Der Narzisst bekommt nichts mit

In solchen Momenten ist der Narzisst zu sehr mit dem Erleben der eigenen Grandiosität beschäftigt, die er mit seinen selbstherrlichen Aktionen zum Ausdruck bringen möchte. Er verliert den emotionalen Kontakt zu seinen Mitmenschen, ist völlig gefangen in seiner eigenen Realität und der Überzeugung, dass alles, was er sagt und macht, ausnahmslos genial ist und auf die uneingeschränkte Bewunderung seines Publikums treffen muss. Er kann sich gar nicht vorstellen, dass seine Aussagen oder Handlungen unpassend oder sogar hochgradig verletzend sein könnten – zu sehr ist er in sich und seine Worte verliebt.

Bekommt er nach einer unangebrachten Aktion von seinem Partner einen leichten Stoß mit dem Ellenbogen oder einen vorsichtigen Tritt gegen das Schienbein – aber so, dass es niemand mitbekommt –, beschwert er sich bei ihm und kann das freundliche Warnsignal überhaupt nicht deuten: „Was hast du denn? Warum stößt/trittst du mich?“ Diese gereizten Entgegnungen zeigen dann seine völlige Empathielosigkeit und fehlende Selbstreflexion.

Gibt der Partner ihm daraufhin mit ernster Miene zu verstehen, dass der Narzisst sich mäßigen soll, beschwert er sich weiter: „Was ist denn nur? Die anderen finden doch toll, was ich sage!“ Der Partner dringt mit seinem Wink nicht durch und der Narzisst macht ungehemmt weiter. Ohne Rücksicht auf andere trägt er seine indiskreten Ansichten hemmungslos vor und findet sich dabei überaus großartig. Während der Partner sehr genau die Empörung der anderen spürt, glaubt der Narzisst, an den erstarrten Blicken der anderen deren Faszination abzulesen, was ihn dazu veranlasst, die Dramaturgie seiner Erzählungen nur noch zu steigern.

Der Partner muss sich fremdschämen

Partner oder Angehörige eines Narzissten, die seinen Auftritt ertragen müssen, wissen oft vor lauter Scham nicht mehr, wo sie noch hinschauen sollen. Während sich der Narzisst an seiner eigenen Großartigkeit berauscht, stehen ihnen die Nackenhaare zu Berge. Sie mögen nicht in die Augen der anderen schauen, weil es ihnen so unglaublich peinlich ist, was der Narzisst treibt und wie er mit anderen umgeht. Sie beten innerlich darum, dass der Spuk hoffentlich bald vorbei ist.

Hat sein Auftritt dann endlich ein Ende gefunden, fühlen sich Betroffene oft dazu verpflichtet, sich hinter dem Rücken des Narzissten bei den Leidtragenden zu entschuldigen: „Ach, er ist manchmal ein wenig ausschweifend!“ – „Er meint es nicht so!“ – „Es tut mir leid, aber er ist sonst eigentlich nicht so!“ Betroffene versuchen, die anderen zu beschwichtigen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Schadensbegrenzung zu betreiben. Obwohl sie das Auftreten des Narzissten innerlich zutiefst verdammen, nehmen sie ihn dennoch in Schutz.

Dies machen Sie aber weniger seinetwegen. Da sie sich als einen Teil von ihm empfinden, glauben sie, sich selbst blamiert zu haben, und befürchten, dass etwas von dem schlechten Licht, in das der Narzisst aufgrund seiner Aufführung gerückt ist, nun auch auf sie fallen könnte. Außerdem haben sie – im Gegensatz zum Narzissten – die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und mit ihnen mitzufühlen. Sie können nachempfinden, was in den anderen vor sich gehen muss, wenn sich der Narzisst so aufführt, und schämen sich zutiefst dafür.

Der Narzisst fühlt sich verraten

Bekommt der Narzisst allerdings mit, dass sich sein Partner bei den anderen für ihn entschuldigt und versucht, die Angelegenheit geradezurücken, wird er wütend und hält dem Partner Illoyalität vor. Ein Narzisst erwartet, dass der Partner vollends hinter ihm steht und dass dieser mit allem, was der Narzisst macht, komplett einverstanden ist. Da der Narzisst in seinem Verhalten überhaupt nichts Anstößiges und Unmoralisches entdecken kann, kann er auch nicht verstehen, warum der Partner meint, sich bei anderen entschuldigen zu müssen.

Manchmal überprüft der Narzisst sogar die Unterstellung des Partners, er habe sich den anderen gegenüber falsch verhalten. Dann geht er auf einen der Betroffenen zu und fragt ihn direkt, ob er sich danebenbenommen habe. Dieser will sich aber meist mit dem Narzissten nicht anlegen und spielt daher den Ahnungslosen. Dies nimmt der Narzisst wiederum als Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben, und macht dem Partner lauthals Vorwürfe, weil er glaubt, dieser stelle sich absichtlich gegen ihn.

Wie können sich Betroffene verhalten?

Betroffene Partner werden in Augenblicken, in denen der Narzisst gutes Benehmen vermissen lässt, nicht verhindern können, dass in ihnen ein Gefühl der Scham aufsteigt. Dieses Gefühl sollten Betroffene zunächst annehmen, ohne jedoch zu versuchen, das Gefühl wieder loswerden zu wollen, indem sie den Narzissten in Schutz nehmen und sein Verhalten erklären. Sie sollten sich vielmehr abgrenzen, am besten ihre eigene Meinung zu dem Verhalten des Narzissten klar und deutlich artikulieren und ihm auf diesem Weg sein Verhalten spiegeln.

Natürlich wird der Narzisst hierin einen Verrat seines Partners sehen und mit diesem anfangen zu streiten. Dann sollten Partner nicht versuchen, sich zu rechtfertigen, sondern ihren Standpunkt bestenfalls wiederholen. Wenn Betroffene sich nicht klar abgrenzen, bedeutet das immer, dass sie anscheinend mit dem Verhalten des Narzissten einverstanden sind. Auf diese Weise machen sie sich zum Mittäter, und dann fällt zu Recht von dem dunklen Schatten auch etwas auf sie.

Wollen Betroffene den Narzissten nicht direkt auf seine Unhöflichkeit und sein unpassendes Verhalten ansprechen, können sie ihrer Scham auch dadurch entgehen, dass sie eine gegenteilige Ansicht vertreten. Wenn der Narzisst zum Beispiel meint, einen Verkäufer für dessen vermeintliche Inkompetenz mitten im Laden vor allen anderen Kunden herunterputzen zu müssen, können Betroffene zu dem Verkäufer sagen: „Ich finde, Sie haben uns sehr gut bedient!“ Auf diese Weise beziehen Sie Stellung und grenzen sich von dem Narzissten ab, ohne diesen aber direkt zu kritisieren.  


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
18 Kommentare zu “Der Partner schämt sich für den Narzissten
  1. silvi sagt:

    Den Umstand „sich schämen“ kann ich gut nachvollziehen: unqualifizierte Bemerkungen an der Supermarkkasse oder in Geschäften im allgemeinen, sich verunstalten mit Hütchen, abfällige Bemerkungen über jüngere Leute, arrogantes Verhalten, Großspurigkeit o.ä. ! Da ließe sich noch allerhand anführen.

    Ich finde es interessant, wie unterschiedlich hier die Reaktionen sind. Das zeigt einmal mehr, dass alle Ähnliches erlebt haben und wir jedoch individuell mit der Situation umgehen (müssen). Mir tat es gut, alles zu blockieren – auch zum Selbstschutz, um nicht in Versuchung geraten zu müssen, zu antworten oder mich rechtfertigen zu müssen. Das muss jedoch nicht zwangsläufig auf Jeden hier passen.

    Ich hatte auch schöne Stunden mit dem Narzissten und habe mir – zugegeben – einiges aus dem Herzen reißen müssen. Das schmerzt und tut weh. Und auch diesen Schmerz gilt es zu überwinden – nicht zu vernachlässigen.

    Als co-Narzisstin möchte ich mich nicht bezeichnen. Widerworte und Richtigstellungen waren an der Tagesordnung. Aber genauso gut hätte ich auch einen Pudding an die Wand nageln können. Ich hatte zuvor jahrzehntelang eine Ehe mit einem NICHT-NARZISSTEN geführt. Darum weiß ich, was „gesunde Anpassung“ bedeutet. Ohne die geht es m.E. nicht in einer Beziehung. Und die dann folgende (nicht)Partnerschaft mit einem Narzissten war absolutes Neuland für mich. Und ich musste sogar noch im Alter einiges lernen…

  2. Moorkönigin sagt:

    Ja, fremdgeschämt und an diesen Ungeheuerlichkeiten fast zu Grunde gegangen.
    Ich habe diese Scham in mich hinein gefressen. War voller Groll. Mir war es unmöglich mit irgend jemand darüber zu sprechen, dieses unmögliche Verhalten zu benennen. So habe ich ihn gedeckt, sein Verhalten zugelassen. Er wurde immer übergriffiger, immer grenzenloser, immer dreister und ich immer isolierter.
    Ein Teufelskreis.
    Ich bin froh, dass ich es überlebt habe.

  3. JustMe sagt:

    Obwohl wir getrennt, ja aber gemeinsam arbeiten, hört das Fremdschämen auch nicht auf.
    Er macht sich jetzt mehr als anbiedernd an eine Kollegin ran, sitzt neuerdings mit ihnen in der Mittagspause an einem Tisch und schwingt lauthals und gestikulierend seine reden.
    Das Ganze nimmt mittlerweile so Ausmaße an, dass sich die halbe Belegschaft über ihn belustigt und ich schon darauf angesprochen wurde…
    Und das als Vorgesetzter…einfach nur mehr als peinlich!
    Zuerst habe ich überlegt ihn dezent auf sein lächerliches Benehmen anzusprechen, ich befürchte nur, dass ich dann die schlimme Eifersüchtige bin!
    Ich werde ihn sich weiterhin lächerlich machen lassen und versuche ruhig zu bleiben….auch wenn es manchmal zum Schreien ist!

    • Kxenia sagt:

      Hallo JustMe
      Auch wenn wir uns leider von hier kennen , freut es mich dennoch von dir zu lesen.
      Was du schreibst kenne ich zu genüge , leider war ich in solchen Situationen noch in einer Beziehung mit ihm.
      Rücksichtslos mir gegenüber mit jedem weiblichen Wesen geflirtet , Aussehen zweitrangig, seine Devise , man kann ja auf das Gesicht ein Handtuch legen, falls es mehr wird als ein Flirt.

      Und auch Boshaftigkeit in der Nachbarschaft, auf Ämtern oder sehr sehr gerne am Telefon, bei Telefonanbietern, Versicherungen usw
      Hauptsache er konnte nieder machen.
      Irgendwann hab ich mich nicht mehr fremd geschämt.

      Ich war froh das er abends jemand anderen nieder gemacht hat, obwohl mir die Telefon Damen leid taten. Aber dafür hatte ich Ruhe, und er war wiedermal der King für einen Abend.

      Nur mal zur Info, die mich hier schon kennen.
      Nun sind es 7 Wochen, das ich mich endgültig getrennt habe auch von seiner sozusagen Freundschaft.
      Er schikaniert mich dennoch weiter mit SMS und anrufen.
      Bei WhatsApp hab ich ihn mittlerweile gesperrt , Kontrolle wann ich online war.
      Promt kam eine WhatsApp.

      Seit gestern auch Handy und sms ,
      Er ist so verletzend und gemein geworden, im Wechsel von ich liebe dich, bis Gemeinheiten.
      Nun wollte er in seiner letzten sms meinen Arbeitgeber informieren , wegen was er sich auch immer was ausgedacht hat.

      Hier hat mal jemand geraten , das macht ihn erst recht aggressiv , überall zu sperren,
      Aber es geht auch um mich, ich kann das nicht mehr ertragen.

      Darf jemand sich alle Frechheiten herausnehmen, bis weit unter der Gürtellinie und auch noch mit Arbeitgeber drohen ?

      Dies alles ungestraft!!!!

      Am liebsten würde ich ihn anzeigen wegen Verleumdungen und Beleidigungen.

      Weiterhin Mut und Kopf hoch
      Glg Kxenia

      • Klarsicht sagt:

        Hallo Kxenia
        Ich war das mit der Nicht-Sperre, bei mir hat das wunderbar gut funktioniert.
        Doch ich verstehe Dich! Du musst Dich schützen, denn das ist ja happig, was er alles vollführt! Ich frage mich eben, was das Sperren alles bringt nebst auch seiner Wut und seinem Ansporn, dass er es schon schaffe, Dich zu kontaktieren oder eben Dir zu schaden. Er kann Dich ja trotzdem immer noch kontaktieren, selbst, wenn Du ihn gesperrt hast. Er wird immer einen Weg finden Dich zu kontaktieren, Anruf mit/von einer anderen Nummer, Zettel am Auto, Abpassen irgendwo…
        Vielleicht wäre es besser, Du würdest Dir eine andere Telefon-Nr. zulegen, eine neue Email-Adresse, und diese gibst Du nur an Leute, mit denen du Kontakt haben möchtest. Es ist sicher richtig, keinen Kontakt mit ihm zu haben ist das Beste (ich hatte mir erlaubt, z.B. emails auch ungeöffnet und ungelesen in den Papierkorb zu werfen. DAS tat gut!). Kein Kontakt würde ja auch heissen: nicht an ihn zu denken, nicht über ihn zu sprechen… Und ich bleibe bei meinem Bild: Ihn können wir nicht ändern, nur uns selbst. Schütze Dich, lege Dir ein dickes Fell zu, lass nichts von ihm an Dich heran, (weisst Du noch, den Schutz durch die selbstgestrickte dicke und warme wollene Jacke :-)). Ich habe die Erfahrung gemacht: Sobald ich keine Angst mehr hatte, hat er aufgegeben…und wenn er wiederkommt, lasse ich ihn nicht mehr an mich heran, nicht mehr an meine Seele heran!
        Das wünsche ich Dir auch. Liebsten Gruss Klarsicht

        • Kxenia sagt:

          Danke Klarsicht für deine Worte,
          Es tut gut 😊 das man nicht allein ist.
          Er schreibt auch E-Mail, aber komisch die treffen mich nicht, die sind auch nicht verletzend, es sind Bettelbriefe.
          Wo er mich über andere ausspionieren mag , ist wahrscheinlich Facebook, da kam letzte Woche eine Freundschaftsanfrage von einer mir unbekannten Frau.
          Das dicke selbstgestrickte Fell , habe ich wieder in Gedanken angezogen.
          Danke glg Kxenia

      • JustMe sagt:

        Hallo Kxenia,
        etstmal dankeschön und dto. 🙂

        Ich befürchte, wir können weder etwas richtig noch falsch machen. Tu das, was DU einzig und alleine für DICH für richtig hältst!
        Ich hatte jetzt auch 2 regelrechte Terrorwochen hinter mir, von wieder mal mit Vorwürfen geprägt, anschreien, entschuldigen, sogar bis diesmal dahin, ICH würde fremdgehen..
        Zuerst hab ich mich gerechtfertigt, natprluvh mit null Verständnis, dann hab ich ihm recht gegeben! Die Vorwürfe, ich sei an allem Schuld, ihm eingestanden, dann kam wieder totales Verständnis und was ich alles für ihn getan habe bis hin zu ich sei seine einzigste Liebe und werde es immer sein! Kinoreif! Wenns nicht so schlimm wäre!

        Versuchs mal mit recht geben, ich glaube das nimmt etwas Wind aus den Segeln…auch wenn mit Sicherheit das Kontaktieren in deinem Fall nicht aufhören wird, aber vllt. wird es ‚anders‘.
        Mit jeder Provokation soll ja nur eine Reaktion von Dir erfolgen….Seitdem ich ihm in allem beipflichte, ist es ruhiger…allerdings dreht er im Abstand von 4-6 Wochen immer vollends am Rad….
        Irgendwann wird es hoffentlich einfach vorbei sein….

    • Rabe sagt:

      an JustMe,

      aus meiner Erfahrung gibt es bei Fremdscham eine innere Verbindung von mir zu der/dem, dessen Benehmen mir peinlich ist. Diese emotionale Verbindung/Verbundenheit will ich herausfinden und sein lassen. Sprach mich mal eine Kolleginnen an wegen „ihr“, habe ich gesagt, Frau „Nachname“ kenne ich nicht! Weiter wurde nicht nachgefragt. Innerlich distanziere ich mich jeden Tag wieder neu vom taktlosen, künstlich aufgedrehten Verhalten, das ist schwierig, Du wirst das kennen, denn Verachtung empfinde ich ungünstig (emotional geladen, habe ich aber immer wieder viel), Ablehnung find ich besser. Und die Überzeugung, das ist nicht meine Baustelle. Wenn das immer wieder ins Wanken gerät, ist eigentlich Trauer über meine verlorenen Illusionen und die „vergebliche Liebesmüh“ dran. Keep cool justme!!!

      • JustMe sagt:

        Rabe, ich gebe mir Mühe. Natürlich ist da noch eine emotionale Verbindung, auch wenn ich sie mir nicht erklären kann…
        Wir waren offiziell 5 Jahre zusammen ( oder was man unter on/off ) auch immer darunter verstehen mag. Es wusste jeder in der Firma, da möchte ich solche Antworten nicht geben. Ich habe nur gesagt, dass er alt genug ist und bestimmt weiß, was er da tut!
        An dem Punkt, dass er sich richtig lächerlich machen soll, bin ich schon mal! Ich hoffe nur, dass ich es durchhalte!
        Wie oben schon gesagt, ist ‚Gleichgültigkeit‘ und keine große Reaktion – zu erst jetzt einmal – das bessere Verhalten…
        Auch wenn es ihn vermutlich auch wieder zum ‚Tobsuchtsanfall‘ bringen wird….
        Dir wünsche ich ebf. viel Durchhaltevermögen!! Das zehrt an den Nerven….aber, wir werden es irgendwann geschafft haben!

  4. yvonne sagt:

    Na ja, ich erkenne mich da (peinlicherweise) sowohl in der Rolle des Narzissten, wie auch in der Rolle des Fremdschämers. Wie kommt denn das? Wenn Freunde ständig finanziell von mir profitieren, ständig an mir herumkritisieren, ihre eigenen Kinder jedoch bis zum Abwinken verwöhnen und in den grünen Klee loben, kann es dann schon mal sein, dass ich öffentlich ein paar entlarvende und halt „peinliche“ Kommentare von mir gebe. Und ja, die „Freundschaft“ löst sich dann gewöhnlich sehr schnell auf. Ich weiss jetzt aber eben immer noch nicht, ob ich der Narzisst bin, oder der andere und ich „nur“ irgendwann „zurückgebe“. Vielleicht Beides. Ich komme nämlich schlecht damit zurecht, wenn sich Menschen selbst für so absolut „toll und unfehlbar“ halten und immer alles besser wissen. Da kann ich dann manchmal „peinlich“ werden, vor allem nach 2 Glas Wein, wenn die „Selbstkontrolle“ etwas reduziert ist. Ich mache dann halt vor allem „zynische Bemerkungen“, die gar nicht gut ankommen. Ich Böse. Dem gingen jedoch in der Regel Hunderte von Nörgeleien, Kritik, Besserwissereien, Abzockereien und Sticheleien voraus.

  5. Beate sagt:

    Ich muss mich seit Jahren für ihn schämen! Das hat nun ein Ende: ich trenne mich nach 47 Ehejahren endlich von ihm. …..,,!!

    • Waltraud sagt:

      Glückwunsch Beate und meine Hochachtung!!

    • Melanie sagt:

      Hallo Beate,
      uns verbindet offenbar ein langes „Durchhaltevermögen“ – ich bin nun
      seit 22 Monaten nach 44 jähriger Ehe geschieden. In den ersten 10 Jahren meiner Ehe habe ich mich oft gefragt „wann wird er endlich erwachsen“?
      Danach habe ich es aufgegeben, darauf zu hoffen und ihn so akzeptiert
      (wenn es mir möglich war) oder mich auch distanziert nach dem Motto (er ist eine eigene Persönlichkeit und ich bin nicht für alles verantwortlich)! Ich war sehr viel traurig, weil er mir oft das Gefühl vermittelt hat, er steht nicht hinter mir und viele Fettnäpfchen waren seine! Ich habe häufig versucht, Situationen zu relativeren, zu überspielen oder auch zu ignorieren – was mir selbstverständlich nicht immer gut gelungen ist. Ich habe sehr oft gedacht, ich habe mal ja zu ihm gesagt und da er mein Mann war, habe ich zu ihm gestanden und wollte ihn nicht im Stich lassen. Da jedoch vor drei Jahren sein mehrjähriges Doppelleben aufgeflogen ist, war S c h l u s s und das endgültig. Über das, was nach der Trennung und Scheidung vorgefallen ist, könnte ich zusätzlich ein Buch schreiben. Ich bin ein fröhlicher und optimistischer Mensch und endlich kann ich ganz so sein, wie es meinem Wesen entspricht. Es geht mir gut, ich freue mich auf meine Zukunft und kann endlich mich mit allen Fasern meines eigenen Ichs leben – und das fühlt sich richtig gut an (wenn auch nicht an allen Tagen….) Wenn ich an ihn denke und ihn sehe muss ich lächeln – denn er ist für mich ein armes kleines bedauernswertes Menschlein, mit dem ich eigentlich in Würde alt werden wollte. Er hat alles dafür getan, dass es zu Ende gegangen ist….. und das ist gut so……
      Liebe Grüße an Dich und alle anderen Leidensgenossen….
      Melanie

  6. C-A sagt:

    Danke für diesen Bericht….ich war tausend mal in solchen beschämenden Situationen!!Es war grausam….

    • Brit sagt:

      Oh ja, ich auch. Und ich bin’s froh dies hinter mich gebracht zu haben. Der Artikel ist gut. Wie oft habe ich mich ‘fremdgeschämt‘…. jedesmal , wenn ich ihn auf ein solch peinliches Verhalten angesprochen habe, gab es Streit und ich bestimmte angeblich sein Leben :((

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