Wechseln Sie in die Position eines Außenstehenden

Betroffenen fällt es oft schwer, angemessen und souverän auf einen emotionalen Angriff des Narzissten zu reagieren und sich wirksam zu verteidigen. Meist werden ihre Gefühle durch die unsachlichen Aussagen oder das arrogante Auftreten des Narzissten so stark aufgewühlt, dass sie zu keiner geeigneten Gegenmaßnahme mehr in der Lage sind. Mit einer einfachen, aber wirksamen Methode können Betroffene ihre Position stärken.

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Es ist einfacher, einen Narzissten zu ertragen, wenn man sich nicht persönlich von seiner Kritik, seinen Unterstellungen, seinen Unverschämtheiten oder seinen zweideutigen Bemerkungen betroffen fühlt. Hilfreich dabei ist es, einen emotionalen Abstand zu dem selbstherrlichen Verhalten und zu den unpassenden Äußerungen des Narzissten zu gewinnen und möglichst aufrechtzuerhalten. Betroffene können versuchen, in Situationen, in denen der Narzisst auf ihr Selbstwertgefühl zielt und sie kränkt, in die Rolle eines neutralen Außenstehenden zu schlüpfen, der sich von den provozierenden Worten des Narzissten nicht berührt fühlt.

Der Narzisst versucht, den anderen in die Defensive zu drängen, indem er dessen Gefühlswelt nachhaltig erschüttert und dazu auf eine sensible Stelle seines Gegenübers zielt. Dieser wird dadurch verwirrt und häufig in seinem Selbstwertgefühl derart destabilisiert, dass es ihm die Sprache verschlägt. Der Narzisst betäubt auf diese Weise seine Mitmenschen und setzt sie außer Gefecht, sodass diese entweder zu keiner Antwort oder Reaktion mehr fähig sind, oder unwirsch reagieren, zerstreut und unkonzentriert sind. In beiden Fällen kann der Narzisst leicht die Oberhand gewinnen, weil er im Gegensatz zu seinem Gegenüber seine Gefühle beherrschen kann und die Orientierung nicht verliert.

Als Gegenmaßnahme könnten Sie in Auseinandersetzungen mit einem Narzissten innerlich die Position eines Außenstehenden oder Beobachters einnehmen, der das Gespräch lediglich von außen betrachtet, so als sei er selbst gar nicht beteiligt, sondern als gehe es um jemand anderen. Versuchen Sie anhand der folgenden Schritte, einen Abstand zu den unsachlichen Äußerungen des Narzissten zu gewinnen und in kritischen Situationen ruhig und sachlich zu bleiben:

  1. Gewinnen Sie Zeit, indem Sie zunächst mit einer offenen Gegenfrage antworten.
  2. Lassen Sie den Narzissten reden, konzentrieren Sie sich dabei aber zunächst auf sich selbst und beobachten Sie, welche Gefühle aufgrund der unsachlichen Aussage des Narzissten gerade in Ihnen entstehen.
  3. Nutzen Sie die Zeit, solange der Narzisst mit der Beantwortung Ihrer Frage beschäftigt ist, um die eigene Gefühle und die innere Anspannung, die durch seine Provokation bei Ihnen ausgelöst wurde, zu reflektieren und sich innerlich wieder zu beruhigen.
  4. Hört der Narzisst zu schnell mit dem Reden auf, dann stellen Sie weitere Fragen, bis Sie sich innerlich wieder stabilisieren konnten.
  5. Nehmen Sie dann die Haltung eines neutralen Außenstehenden ein, der nicht persönlich von dem Narzissten angesprochen wurde und das Gespräch lediglich von außen beobachtet.
  6. Damit sich ein Außenstehender ein genaues Bild machen kann, was der Narzisst mit seiner Aussage gemeint haben könnte, muss er die Hintergründe verstehen. Deswegen lässt er sich nicht zu vorschnellen Antworten hinreißen, sondern versucht, mit dem Narzissten in einen sachlichen Dialog zu treten, und stellt weiterführende Fragen, um dessen Meinung richtig einordnen zu können.
  7. Beginnen Sie also, die Aussage des Narzissten zu untersuchen, statt sich darüber aufzuregen. Was meint er mit seiner Behauptung? Warum äußert er sich auf diese Weise? Was will er damit bezwecken? Wie kommt er zu seinen Überzeugungen? Sind seine Argumente stichhaltig? Hat er vielleicht etwas übersehen?
  8. Durch eine gewisse Neugier, die die subjektive Betrachtungsweise des Narzissten erforschen will, lenken Sie sich innerlich von Ihren Gefühlen ab und wenden sich ausschließlich dem Narzissten zu. Im Mittelpunkt stehen nun nicht mehr Ihre Gefühle und Ihr Schmerz, sondern die Ansichten des Narzissten. Statt sich über seine Aussagen aufzuregen und sich gekränkt zu fühlen, wechseln Sie in den Modus des Verstehenwollens – wie ein wissbegieriger Schüler, der noch Fragen zu einer bestimmten Lektion hat.
  9. Vermeiden Sie es, sich zu ärgern, sich zu rechtfertigen, zu begründen oder selbst beleidigend zu werden. Bevor Sie sich zu einer Gegenreaktion entschließen: Nehmen Sie sich Zeit, sich die Aussagen des Narzissten erklären zu lassen. Wechseln Sie von dem Modus des eingeschnappten Gekränkten in den Modus eines interessierten Forschers, der auf etwas Seltsames gestoßen ist, das er nicht versteht und daher Nachforschungen anstellt.

Bei dieser Methode befinden Sie sich im Zustand der bewussten Selbstreflexion und sind zu gleichen Teilen aufmerksam gegenüber dem Geschehen im Äußeren und gegenüber Ihrem inneren Erleben. Sie nehmen alles wahr, was passiert, ohne sich aber damit emotional zu verbinden. Sie haben eine distanzierte, aber wohlwollende Haltung gegenüber den Vorgängen und nehmen alles aus der Perspektive eines Außenstehenden wahr – sowohl den Narzissten als auch sich selbst. Auf diese Weise werden Sie zum Zeugen Ihrer Handlungen. Sie befinden sich sozusagen auf einer Tribüne, von der aus Sie den Narzissten und sich selbst zusehen.

Bei dieser Strategie erreichen Sie zwei wesentliche Vorteile im Umgang mit dem Narzissten: Zum einen zeigen Sie durch Ihre Fragen Interesse an seinem Anliegen. Nichts hasst der Narzisst bekanntlich mehr, als dass man ihn nicht ernst nimmt und sich nicht mit ihm auseinandersetzt. Das tun Sie mit dieser Technik zur Genüge: Sie bringen ihm Wertschätzung entgegen, weil Sie bereit sind, ihn verstehen zu wollen. Gleichzeitig wird er Ihnen dadurch mehr Respekt entgegenbringen, weil Sie grundsätzlich bereit sind, sich mit seinem Thema auseinanderzusetzen.

Zum anderen gewinnen Sie Zeit, um sich selbst eine passende Antwort zu überlegen oder allmählich durch weiterführende Fragen so sehr von dem eigentlichen Thema abzukommen, dass der Narzisst selbst den Faden verliert und nicht mehr weiß, worauf Sie mit Ihren Gegenfragen eigentlich hinauswollen. Statt Sie zu verunsichern und zu verletzen, wird der Narzisst durch Ihre zahlreichen nachbohrenden Fragen selbst verunsichert und verliert die Kontrolle über den Gesprächsverlauf. Des Weiteren kann man durch diese Form der Gesprächstechnik unnötige Aggressionen umgehen: Sie stellen schließlich nur Fragen, die keine Wertungen beinhalten. Im schlimmsten Fall wird der Narzisst aggressiv, weil Sie sich nicht verunsichern lassen und das Gespräch nicht zu einem für ihn akzeptablen Ziel führt.

Beispiel:

Narzisst: „Ich möchte nicht mehr, dass du dich mit deiner blöden Freundin triffst.“

Sie: „Aha, wieso nicht?“

Narzisst: „Ich möchte es einfach nicht mehr! Ich kann deine Freundin nicht ausstehen – sie ist dumm und nachtragend.“

Sie: „Wie kommst du zu dieser Einschätzung?“

Narzisst: „Das ist doch offensichtlich! Ich wundere mich, dass du es noch nicht selbst erkannt hast!“

Sie: „Warum glaubst du, dass meine Freundin nicht gut für mich ist?“

Narzisst: „Die macht doch immer so blödsinnige Bemerkungen und hält sich wohl für besonders schlau, weil sie studiert hat.“

Sie: „Was macht Sie denn deiner Meinung nach für blödsinnige Bemerkungen?“

Narzisst: „Neulich hat sie doch behauptet, ein Finanzminister wäre kein Politiker.“

Sie: „Was hat sie genau gesagt?“

Narzisst: „Dass der Finanzminister kein Politiker sei!“

Sie: „Was hat sie sonst noch für dumme Sachen gesagt?“

Narzisst: „Das reicht doch schon, um zu zeigen, dass diese Person dumm ist!“

Sie: „Mir nicht! Woran meinst du ansonsten noch ablesen zu können, dass meine Freundin dumm und nachtragend ist?“

Narzisst: „Sie hält dir doch immer noch vor, dass du ihr nicht zu ihrem letzten Geburtstag gratuliert hättest!“

Sie: „Warum stört dich das?“

Narzisst: „Mich stört es überhaupt nicht, aber ich finde, du solltest dir das nicht gefallen lassen!“

Sie: „Warum machst du dir in diesem Punkt um mich Sorgen?“

Narzisst: „Na, hör mal! Schließlich sind wir zusammen und ich möchte, dass es dir gut geht!“

Sie: „Warum denkst du, dass es mir mit meiner Freundin schlechtgehen könnte?“

usw.

Lassen Sie den Narzissten nicht mit seinen platten Argumenten durchkommen, indem Sie immerzu mit weiteren Fragen nachhaken und ihn damit selbst in die Defensive treiben. Er soll Ihnen klipp und klar erklären, warum er zu einer bestimmten Ansicht kommt, und Sie sollten nicht eher aufgeben, bis er Ihnen eine plausible Antwort geliefert hat. Stellen Sie weiter Fragen, ohne allerdings seine Antworten zu bewerten. Je länger Sie fragen und je schwerer es der Narzisst hat, Sie von seinem Vorhaben oder seiner Meinung zu überzeugen und Ihnen eine Entscheidung oder ein Bekenntnis abzuringen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er irgendwann entnervt aufgeben wird, weil die Diskussion mit Ihnen offenbar zu keinem befriedigenden Ergebnis führt.

Bleiben Sie interessiert und neutral

Auf diese Weise greifen Sie den Narzissten nicht an, Sie werden nicht aggressiv oder beginnen, sich zu rechtfertigen – oder, wie in dem Beispiel, das Verhalten Ihrer Freundin zu erklären oder zu entschuldigen. Sie bleiben neutral, weil Sie nur Fragen stellen und keine Stellung beziehen, sondern einfach nur dem Gesprächsverlauf interessiert folgen und dem Narzissten durch ihre Fragen seine unpräzisen Behauptungen spiegeln. Er wird von Ihnen dazu gezwungen, konkreter zu werden und sich über seine Aussagen umfassende Gedanken machen zu müssen. So bleiben Sie in Kontakt mit dem Narzissten – selbst wenn er noch beleidigender wird -, lassen sich aber nicht provozieren.

Versuchen Sie, über offene Fragen mehr über seine Einstellung, Wünsche, Motive oder Ängste zu erfahren. Machen Sie sich ein konkretes Bild darüber, was er mit seinen Äußerungen wirklich meint und bezweckt, und urteilen Sie nicht zu früh. Bewerten Sie sein Urteil oder seine Meinung nicht, sondern versuchen Sie nur zu verstehen, wie er zu einer bestimmten Überzeugung gelangt. Bleiben Sie neutral. 

Es geht nicht darum, dem Narzissten seine Überzeugungen auszureden oder ihn zu kritisieren. Diese Methode dient dazu, sich nicht von den eigenen Gefühlen überrollen zu lassen, sondern die Aufmerksamkeit auf die Meinungsbildung des Narzissten zu lenken und ihm mit geeigneten Fragen die Absurdität seiner Argumente oder Forderungen vor Augen zu führen, ohne dies direkt auszusprechen. Dies kann im günstigsten Fall dazu führen, dass der Narzisst mit seiner ursprünglichen Absicht in diesem Gespräch nicht durchkommt, was nicht bedeutet, dass er es nicht in einem weiteren Gespräch erneut versucht oder es auf anderen Wegen zu erreichen probiert. Im ungünstigsten Fall führt es dazu, dass er Ihnen Blödheit vorwirft, weil Sie so viel nachfragen müssen, und damit wieder Ihre Emotionen berührt. Bleiben Sie in diesem Fall der Methode einfach treu und stellen Sie weiter Fragen!


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Veröffentlicht in Blog, Tipps zum Umgang
65 Kommentare zu “Wechseln Sie in die Position eines Außenstehenden
  1. Waltraud sagt:

    Gerade komme ich erneut an meine Grenzen. Heute stand er nach erfolglosem Anruf persönlich vor der Tür. Aufgemacht hab ich nicht, aber ich merke wie wenig sicher ich mich jetzt wieder fühle und Frage mich, was für Möglichkeiten ich habe, das zu unterbinden. Ich will mein Ruhe, aber so geht’s nicht weiter. Vielleicht werd ich auch verkaufen und ganz weg ziehen.

    • Lise1 sagt:

      Ach du je! Aber wenn du verkaufst, steuert er ja wieder dein Leben.

      Kannst du was mit dem Stalking-Paragrafen tun?

    • Lilli sagt:

      Waltraud,
      die Tür zuzulassen, war die nötige gesunde Distanz, die Du aufrechterhalten hast.
      Ob Du wegen der nötigen gesunden Distanz mal wegziehst oder nicht, wird Dir im Lauf der Zeit klar werden.
      Bei mir war nötig, im akuten Fall Distanz zu lernen,
      da ich bereits den dritten Partner mit natzissmusgestörten Zügen habe.

  2. Pascale sagt:

    Narzissten kann man nicht ändern. Andere Menschen auch nicht. Diskutieren mit Narzissten, wie schon mehrfach beschrieben, geht auch nicht. Führt jedenfalls zu nichts.
    Ich gehe „meinem“ Narzissten so gut es geht aus dem Weg. Da wir aber gemeinsame Kinder haben, die er mir vorenthält und wir deswegen mit dem Jugendamt regelmässig zusammen sitzen, geht das Aus-dem-Weg-Gehen nicht gut.
    Ich habe gelernt und bin immer noch am Lernen, dass (egal ob Narzisst oder „normaler“ Mensch) Bei-mir-Bleiben das Wichtigste überhaupt ist. Wenn ich weiss, was ich will und was nicht, spielt die Motivation meines Gegenüber keine Rolle und ich kann ruhig und gelassen bleiben. Wie gesagt, ich bin auch immer noch am Üben 😉
    Euch allen da draussen viel Kraft und Mut, Euren eigenen Weg zu gehen und Euch nicht von anderen Menschen runterziehen zu lassen. Das Leben bietet so viel Schönes und Tolles, sucht es. Fokussiert Euch auf die schönen Seiten des Lebens, und wenn der Narzisst sich wieder bemerkbar macht, erledigt es, wie wenn ihr halt ein Formular ausfüllen müsst (oder sonst eine ungeliebte Tätigkeit, die Ihr erledigt und Euch dann wieder Anderem zuwendet). Und dann wieder den Fokus auf die positiven Dinge richten. Toitoitoi

  3. Sonnenblume sagt:

    Genau so mache ich es immer öfter, wenn ich einer Konfrontation nicht ausweichen kann.

    Als würde ich die Szene filmen und dann beschreiben können. Tonfall, Mimik, Logik, Chaos, Manipulation etc…..

    Eingestreute Fragen, die so sind, wie wenn man einen Ball zurückspielt.

    Ein Ball, in dem nichts weiter drin ist als heisse Luft…..

    Dabei stehe ich bewußt aufrecht und möchte meinen stabilen Standpunkt fühlen, gut geerdet sein und mir meiner „Ballspielfähigkeit“ immer gewisser werdend. Die meisten Bälle kann ich fangen und abspielen….. es wird immer spielerischer…. dem seltsamen Ernst geht förmlich die Luft raus…..

  4. Ich werde diese Technik mal testen, bin aber schon mit anderen „Techniken“ wie der Vorstellung Teflon-Kleidung zu tragen und alle Vorhaltungen an mir apperlen zu lassen,

  5. Hendrik sagt:

    du hast einen Bauch bekommen, du bist zu dünn, vorher hast Du mir besser gefallen, du machst zuviel Sport, Frauen mögen nicht soviel Muskeln, früher hast Du dich besser gekleidet, könntest Dir mal die Füße waschen, wie Du schon wieder läufst, irgend wie küsst du anders, du hast den ganzen Abend auf die Frau mit den Lederhosen gestarrt, du riechst nach Deinem billigen Rasierwasser, du hast überall Sex, mit mir verreist Du nie, sind etwa Deine Freunde auch da, der Pullover macht dich alt, die Hosen hast Du nur wegen den anderen gekauft, ist Dir aufgefallen dass du fast nur weibliche Kunden hast, früher warst du zärtlicher, die Flecken auf deinen Sachen sagen alles, wo kommst Du schon wieder her, denkst du, ich weiß nicht, dass du bei der warst, ich hab dich mit einer Frau auf dem Motorrad gesehen (Einsitzer), Deine Haare sind zu lang, so kurz hätten sie nun auch nicht sein brauchen, hast Dich noch nie um deinen Sohn gekümmert, deine Freunde können mich nicht leiden, deine Schwiegertochter mag mich nicht, du musst immer mit allem übertreiben, wie du schon tanzt, du lernst nur ein Instrument, weil du Frauen anmachen willst, du drückst dich in letzter Zeit anders aus,gib mir meine Sachen wieder, die Ohrringe vertrage ich nicht, die Jacke hast Du mir nur geschenkt, weil du sie an einer anderen gut fandest, du treibst alles auf die Spitze, ich gehe ncht mehr baden, du hast nur deine Rockmusik im Kopf, mit dir kann man nicht reden, du schaffst es immer wieder, dein altes Auto fand ich besser, du lässt mich sowieso sitzen, lass dir mal den kleinen Leberfleck entfernen, hast du doch nur wegen den anderen rausschneiden lassen,
    ein kleiner Katalog, das ganz tief Beleidigende hab ich ausgelassen.
    Danke Narzistin, mein Selbstbewusstsein ist nach 6 Jahren am Nullpunkt.
    Lieben kann ich nicht mehr. Mein herzliches Lachen ist verstummt, meine Freude am Leben ist weg. Hab mich zur Therapie angemeldet, mit der Hoffnung diese Gedankenquahl zu lindern.
    An alle, weglaufen. Ich rede schlau und schaffe es selbst nicht.
    Macht´s gut

    • Waltraud sagt:

      Hendrik ich hoffe doch sehr, bei allem was Du aufgezählt hast, das Du Dir das nicht weiter antun willst. Das kann man schon beim lesen nicht aushalten und es zu hören, ist doch um vieles schlimmer. Lass sie reden, aber stell Dich nicht mehr zur Verfügung. So jemand hat Dich nicht verdient.

      • Hendrik sagt:

        Dankeschön. Versuche ich seit 5 Jahren. Jetzt hab ich es seit zwei Wochen geschafft, nicht zu reagieren. Dann gibt es mal so zwischen 30 und hundert Anrufe. Dann kommen aber auch mal Fotos von mir. Lässt mich dann beobachten. Na gut, woanders auf der Welt wird gehungert. Werde es überstehen. Und wenn nicht, was macht eine Ameise weniger auf der Welt.

        • Lise1 sagt:

          Hendrik, es gibt einen Stalking-Paragrafen! Man kann sich dagegen wehren!

          Lass dir auch gern therapeutisch helfen und lass dich auf eine Warteliste setzen, du brauchst alle Unterstützung der Welt, um da raus zu kommen!
          Es geht jedenfalls, das vorab! Es ist der Beginn eines ganz geänderten Lebens, wenn du willst. Niemand sagt, dass es leicht geht, aber der scheinbar leichtere Weg (es so zu lassen und auszuhalten) ist in Wirklichkeit viel schwerer, als Änderungen anzufangen, die dich schützen. Und dich nicht mehr als Ameise zu fühlen. Das ist ja nun ganz verzerrte Wahrnehmung, auch wenn du sie für irgendwie richtig empfinden magst (eventuell)

        • S. sagt:

          Hendrik du bist keine Ameise sondern ein wertvoller Mensch und diese Gefühle gehen vorbei wenn du diese Person nicht mehr in dein Leben und deine Gedanken lässt!
          Auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt. Informiere dich weiter zu dem Thema-es lohnt sich. Und vielleicht gibt es deinem Umfeld Menschen, die dir helfen können wenn sie verstehen, womit sie es zu tun haben.
          Du bist es wert!

          • Hendrik sagt:

            Vielen Dank. Zum Glück habe ich meine Freunde nicht aufgegeben und sie sind Tag und Nacht für mich da, so wie ich für sie. Es ist nicht einfach für sie, die Veränderungen an mir zu verstehen. Vielen Dank für Eure Hilfe. Auf dieses Vorbeigehen der Gefühle und das Zittern früh im Bauch und in den Händen warte ich schon Jahre. Nun gut, es gibt schlimmere Schicksale. Aber jeder empfindet nun mal sein eigenes am intensivsten.
            Nochmals vielen Dank für Eure Gedanken.

          • Lise1 sagt:

            Lieber Hendrik, allein vom Warten ändert sich leider nie etwas. Du musst schon aktiv dein Leben gestalten. Schlimmere Schicksale gibt es nur insofern, dass du die Chance hast, es zu schaffen ändern. Lass dich dazu von Profis beraten, zu deinem Glück bezahlt sogar die Krankenkasse. Auch das ein Lichtblick im Vergleich zu „schlimmeren Schicksalen“.

            Schicksale sind immer schlimm, es ist nicht so hilfreich, das Eigene als weniger schlimm einzuordnen, schließlich hast du viele anstrengende Schutzmaßnahmen lernen müssen, so dass es dir erträglich vorkommt. Aber diese sind meist destruktiv und lassen dich nur tiefer in die Spirale rein bewegen. Dieses „weniger schlimm“ kann dazu fuhren, such selbst nicht genügend zu ermachtigen, ein gutes Leben zu gestalten.

            Nur Mut, und such dir Hilfe, damit meine ich zusätzlich zu den Freunden! Die können dein Ameisenproblem gar nicht lösen, selbst wenn sie wollen.

        • Lilli sagt:

          Hendrik,
          das Wichtigste ist, ihre Abwerterei als ihr Problem zu sehen. Abgrenzen, Abstand gewinnen und eigene schöne Sachen machen. Ohne sie unter Leute gehen, etc.
          sich selber entwickeln,Co- Verhalten abbauen, normale Bekanntschaften und Freundschaften aufrecht erhalten, finden und pflegen, ist bei mir das A und O.
          Die hier aufgezeigten Aspekte im Umgang mit Narzissten beachten, bis zum Königsweg der Außenperspektive.

          • Hendrik sagt:

            Vielen Dank. Man liest das alles und kann es nicht glauben, wieviel sich gleicht und wieviel leid diese Menschen verbreiten. Immer wieder denkt man, das kann nicht sein. Ich bin ein gestandener erfolgreicher Mann und fühle mich wie ein Waschlappen. Eine kurze Begegnung auf der Straße und mir schlägt das Herz bis zum Hals und der restliche Tag ist gelaufen. Es ist keine Liebe. Es ist das Wunschdenken, diesen Menschen so zu erleben, wie er vorgab zu sein. Diese Gedanken reißen trotz aller Vernunft nicht ab. Gleichzeitig verschließt man sich und wird unnahbar. Die jahrelangen unglaublichen erst schleichend und dann immer häufig werdende Kränkungen gehen mir ununterbrochen durch den Kopf. Ich konnte noch nie Hass oder Wut empfinden. Das macht es noch schwerer. Ich wünsche allen hier, die noch nicht den Schritt in die Freiheit geschafft haben viel Mut und Durchhaltevermögen.

          • Lise1 sagt:

            Hendrik, dann kannst du lernen Hass und Wut zu spüren als wichtige Warnsignale und Wegweiser. Sie gehören genau so wie Freude zur kompletten Persönlichkeit. So fehlt ein Stück, es wurde dir abgedrillt.

  6. Peter sagt:

    Ich unterstütze die hier beschriebenen beiden Methoden (Fragen/Vogelperspektive). Natürlich ist Wegrennen im Prinzip die beste Methode im Umgang mit Menschen mit einem hohen NPS-Grad, aber nicht immer kann man ja wegrennen im realen Leben (zum Beispiel bei gemeinsamen Kindern oder bei einem NPS-Chef auf der Arbeit, wenn man keine anderen Stellenangebote hat).

    Es geht *nicht* darum, beim NPS-Menschen eine positive Entwicklung oder eine Einsicht zu bewirken, es geht auch nicht darum, in der gemeinsamen Beziehung (falls das überhaupt eine Beziehung im eigentlichen Sinn ist) etwas Positives zu bewirken. Es geht darum, sich selber zu schützen durch die beiden Methoden. Im Grunde genommen muss man den Mut haben, sich Gleichgültigkeit zuzubilligen, wenn bei der Anwendungen der beiden Methoden der NPS-Mensch durchknallt (was vielleicht in 50% der Fälle tatsächlich geschieht). Hauptsache, man knallt nicht selber durch 🙂

    Und immer im Auge behalten, dass man nicht übers Ziel hinausschießt: Bei allen anderen Menschen, mit denen man sich in einem fairen, dialogischen Austausch auf Augenhöhe befindet, soll man eben gerade *nicht* gleichgültig sein, man soll sich involvieren, den anderen keinesfalls mit Fragen und Teflon ausbremsen und sich durchaus bisweilen auch in adäquater Weise verletzlich zeigen.

    • Glücklich sagt:

      Sehr gut beschrieben, Peter.
      Genauso sehe ich das auch.
      Es ist immer die situative und individuelle Situation zu betrachten.

    • Lilli sagt:

      Peter,
      Deinen Beitrag unterschreibe ich voll.
      Der Blog hier heißt ‚Umgang mit Narzissten‘,
      weil man sie nicht ändern kann, bei mir angefangen bei meiner Mutter bis zu meinem Mann.
      Von der Mutter bzw. Geschwistern kann man sich nicht scheiden lassen. Was man schon machen kann, ist selbst herauszuwachsen, und adäquaten Umgang, wie hier von Sven Grüttefien in mehreren Aspekten aufgezeigt,
      bzw. gesunde Distanz zu erlernen.

      • Lilli sagt:

        … ist mir beim Frühstück gut gelungen, die Außenansicht bzw. Vogelperspektive:
        Bei Dir gibt es nur zwei Möglichkeiten …, sagte mein Mann mit viel NPS zu mir.
        Ich fiel nicht auf eine der ‚zwei Möglichkeiten‘ rein, sondern antwortete: Nur zwei Möglichkeiten, das ist aber wenig !
        Er war verblüfft und ich hatte Ruhe.
        Danke Sven Grüttefien, und alle Betroffenen hier !

        • Lilli sagt:

          … und ich machte nicht mehr den Fehler, ihm mehr Möglichkeiten aufzuzeigen zu versuchen.
          Stattdesse lerne ich besser die Vokabeln für meinen Sprachkurs
          🙂

          • Lilli sagt:

            … mein Mann mit narzissmusgestörten Zügen, sagt immer wieder unterdrücken versuchend: Das ist DIE Realität! Ich sage:Das ist DEINE Realität. Und fasse kurz zusammen, was für mich Sache ist.
            Z.B.will er keinen Kontakt zu den ‚minderwertigen‘ Nachbarn und sagt abwertend: deine geliebten Nachbarn sind blöd … .
            Ich sage: Die Nachbarn, mit denen ich mich unterhalte, sind für mich Bekannte oder Freunde!

  7. Birgit sagt:

    Ein Narzisst wird aus meiner Erfahrung heraus auf Fragen gar nicht reaguierem Er bestimmt, was er beantoirten möchte. Fragen funktionieren nur zu Sachthemen, in demen er das Gefühl hat , das sein Sachverstand bewundert und hinterfragt wird. Ansonsten bestimmt er die Gesprächsführung…und er lässt sich „nicht führen“. Das ist der „kleine Pöbel“, der Kritik verdient hat, doch gar nicht wert, dass sich ein Narzisst „erklären muss…“

    • Lise1 sagt:

      Birgit, genau deshalb hat der Narzisst ja auch keine Beziehung mit dir, es ist nichts da, was erhalten werden muss. Obwohl er es klar zeigt, bleiben Manche in der so genannten Beziehung, die seinerseits alles andere ist, bloß keine Beziehung.

      Wie hier von Herrn Grüttefien mehrmals geschrieben, es ist abzuwägen, ob es das wert ist, so ein Leben zu führen und sich weiterhin so täuschen zu lassen.

    • Lilli sagt:

      Birgit,
      er bestimmt was er beantworten möchte, schreibst Du.
      Ja, ich denke außerdem, dass sein Schweigen Desinteresse, also ungähiges Interesse wegen der mangelnden Empathie ist.
      Doch ICH selbst rede, oder schweige, mit allen Empfehlungen hier zum Umgang mit ihm.
      Ich kann ihn nicht ändern, doch ich kann MEIN Leben leben, mit einigen Gemeinsamkeiten mit ihm, und mit einigem Abstand ohne ihn.
      ‚Besser geht’s nicht‘.

      • Lilli sagt:

        … seine unpräzisen Aussagen widerspiegeln durch interessierte Fragen, um seine Motive, Wünsche und Ängste zu erfahren,
        geht mal gut, mal gründlich schief.
        Wie Peter schreibt:
        Wenn der NPSler dann durchknallt- Hauptsache, man knallt nicht selber durch 😉

  8. Kerala08 sagt:

    Ich werde diese Technik mal testen, bin aber schon mit anderen „Techniken“ wie der Vorstellung Teflon-Kleidung zu tragen und alle Vorhaltungen an mir apperlen zu lassen, gescheitert. Leider reagiere ich aud Vorhaltungen oft mit Wut und Hass, d.h. ich waehle genau den falschen Weg.

    • P. sagt:

      Reagier doch einfach gar nicht – ich geh dann immer in den Garten und zupf Unkraut, oder sag irgendwas, was gar nicht zu den Vorwürfen passt. Ich dehn mich dann oder gähn ihm ins Gesicht und sag, Du hast da einen Popel- und dann geh ich aufs Klo! Ernsthaft , dann ist zwar erst mal Funkstille, aber dann irgendwann kommt ein normales anderes Thema…

      • Daniela sagt:

        Hallo P.
        ich habe wirklich herzhaft gelacht, ist zwar ein ernstes Thema aber diesen Tipp probiere ich auf jeden Fall aus … ich lache immer noch … Popel an der Nase … gähnen … also Kopf hoch und den Humor bloss nicht verlieren …

      • Lise1 sagt:

        P. Ich hab jetzt länger drüber nachgedacht und finds nicht zum Lachen. Ist das nicht der unempathische, verletzende Umgang, über den man hier so oft klagt? Wer ist hier gefühllos oder erniedrigend dem Partner gegenüber?

        Ich versteh gut, dass es Situationen gibt, in denen man so verletzt sein kann, dass man nichts erwachsenes mehr tun kann, in kindliche Muster zurück fällt. Aber in Wirklichkeit ist es völlig überflüssig, man hat diese Art Wehr schon lange nicht mehr nötig, es gibt Würdigeres, seit dem man erwachsen ist. Kann allerdings auch sein, dass einem das genommen wurde in den Jahren der toxischen Beziehung.
        Ich sitze selber im Glashaus und sollte nicht mit Steinen schmeißen, und bin nicht auf alle meine Rache-aktionen stolz, aber ich wollte so auch nicht mehr sein. Mir half die Vorstellung, dass man es früher nicht besser konnte, aber jetzt kann man lernen die eigene Würde zurück zu gewinnen, sonst wäre ich nicht besser als derjenige über den ich Klage wegen der Erniedrigungen

  9. Waltraud sagt:

    Für mich persönlich macht es überhaupt keinen Sinn mit einem Narzissten noch irgend einen Umgang zu pflegen. Ich bin weg, sobald sich irgend was in dieser Richtung abzeichnet. Natürlich kann es Situationen geben, wo man nicht einfach fliehen kann und dann sind Strategien den Umgang betreffend sehr hilfreich und wichtig.

  10. Alex sagt:

    Meine Erfahrung ist, dass keine Diskussion mit einem Narzissten wirklich was bringt. Egal wie gut man argumentiert oder kontert. Von daher kann ich persönlich nur davon abraten, sich in einer Diskussuion zu verirren, die sowieso ins Bodenlose läuft!
    Und könnte man wirklich in einer narzisstischen Beziehung realistisch die Position eines Außenstehenden einnehmen und dann erkennen, was hier grad für ein Film abläuft, man wäre umgehend geschocked und würde Laufen, so schnell es geht.
    Leider ist das Alles in der Theorie dann doch einfacher erklärt, als praktisch in der Realität umgesetzt, weil Emotionen im Spiel sind.
    Wenn das alles so einfach wär, gäbe es mit Sicherheit 90% weniger Opfer von narzisstischem Missbrauch!
    Von daher, guter Ansatz, aber in der Praksis fast unmöglich umzusetzen!

    • Es ist sicher schwer, den emotionalen Abstand in einer Konfrontation mit einem Narzissten zu gewinnen und die beschriebene Technik routiniert einzusetzen. Es bedarf sehr viel Übung und sicherlich kann man sich auch die Frage stellen, ob es die Beziehung überhaupt wert ist und ob man sich nicht lieber ganz von dem Narzissten distanziert. Aber was gewinnt man, wenn man selbst aggressiv wird? Was gewinnt man, wenn man gar nichts macht und alles über sich ergehen lässt? Was gewinnt man, wenn man dem Narzissten lieber Recht gibt und sich unterordnet? Ist es nicht wenigstens der Versuch wert und eine Alternative zu anderen Reaktionen? Wie in dem Artikel beschrieben, ist nicht damit zu rechnen, dass man durch die Fragetechnik etwas bei dem Narzissten verändert. Aber es könnte Betroffenen zu mehr Selbstvertrauen helfen, wenn es wenigstens hin und wieder funktionieren würde. Man kann dadurch die Selbstachtung wiedergewinnen oder stärken.

      • P. sagt:

        Vielen Dank, Herr Grüttefien- seit dem ich mit dieser Persönlichkeitsstörung auseinandersetze und Ihre Beiträge dazu lese, sowie alles greifbare Infomaterial zu diesem Thema aufsauge , wird mir immer klarer, dass die „ Schuld“ nicht bei mir liegt. Ich versuche, mich abzugrenzen und konzentriere mich sehr viel mehr auf mich. Damit geh es mir wirklich viel besser. Ich betrachte meinen Narzissten eher wie einen „ Schmierenkomödianten“ – das, was er von sich gibt , ist ohnehin immer das Gleiche. Was mir tatsächlich fehlt und was unendlich weh tut, darauf verzichten zu müsssen, ist aufrichtige Liebe. Aber da gibt es zum Glück noch meine Tochter und unseren lieben Hund, meine Rosen…

        • Lilli sagt:

          P.,
          wie schön Du das schreibst, und auch mir aus der Seele sprichst:
          ‚was mir tatsächlich fehlt und was unendlich -immer wieder mal- weh tut, darauf verzichten zu müssen, ist aufrichtige Liebe.‘
          Ich habe sie auch von meinen Kindern und Freunden, aus der Natur, von Gott.
          Viel zu wenig von meinem Mann.
          Doch ich merke auch immer wieder, wie er sich seine Abwerterei, zu der ich schon einige Distanz bzw.Außenperspektive habe,
          im Grunde selber an den Kopf wirft.

      • Alex sagt:

        Für mich ist nicht diskutieren nicht gleich aggressiv werden!
        Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass, wie bereits beschrieben, es nichts bringt mit einem Narzissten zu diskutieren. Egal um welches Thema es geht!
        Wozu das führen kann, wissen wir wohl Alle.

        Man muss erkennen was hier abläuft und entsprechend die Konsequenzen ziehen; Alles Andere ist sinnlos.
        Wenn ich durch die Fragetechnik eh nichts ändern kann, warum dann diese überhaupt anwenden und dadurch unnötig Zeit verschwenden?
        Das Selbstvertrauen kommt, wenn man die Situation erkennt und entsprechend handelt, nämlich diese Lüge beendet und selbst wieder anfängt zu Leben. Ohne den Narzissten!
        Nicht, indem man den Narzissten in Diskussionen verwickelt, die keinerlei Fundament haben oder zu irgend einem befriedigenden Ergebniss führen!
        Ist nur meine Meinung!

      • S. sagt:

        Ich finde den Tipp sehr gut um sich zu retten in so einer Situation. Allerdings kostet es viel Kraft, bei jeder Begegnung die Emotionen derart zu kontrollieren. Wozu dann eine Beziehung?
        Ich habe jahrelang (unbewusst) viele Strategien entwickelt, auch erfolgreich. Das Problem ist, dass der Narzisst so eine Sabotage an seiner Manipulation auch als Kränkung aufnimmt und die Retourkutsche schon unterwegs ist.
        Eine Endlosschleife.

        • Lise1 sagt:

          Wenn die Frage nach dem Sinn solcher Art Nicht-Beziehung auftaucht, ist man schon weit auf dem Weg. Natürlich gibt es woanders echte Beziehungen.

        • Lilli sagt:

          S,
          für mich war die Endlosschleife, es recht machen zu wollen, mich von vornherein hintanzustellen und durch aushalten dessen mein Ego durch Co- Verhalten aufzuwerten zu versuchen.
          Jede Abgrenzung ist für mich ein Fortschritt, weg von den sinnlosen ‚Diplomatie‘,
          hin zum Wachstum meiner eigenen Persönlichkeit.
          Den Teil gemeinsamer Interessen wie Kino, Theater, können wir gemeinsam machen.
          Mein Eigenes kann ich nur selber machen, entgegen seinem mich vereinnahmen versuchenden Widerstands.
          Eine Partnerschaft wie in einem Liebesfilm ist das nicht. Doch für mich ist ein großer Fortschritt, vom Co- Egotrip wegzukommen und meine Wünsche zu berücksichtigen.

      • Lilli sagt:

        Hallo Sven Grüttefien,
        für jede/n die/der, warum auch immer,
        bei Narzisst/in bleibt,
        ist, die Position der Außenperspektive einzunehmen, zusätzlich zu allen anderen Möglichkeiten im Umgang,
        der Königsweg.
        Vielen Dank,
        für mich ist die Außenperspektive einzunehmen,
        sowohl in Gedanken,
        als auch im Ernstfall bei Narzisst/-in,
        eine Wohltat !

    • Andreas sagt:

      Richtig. Da gibt es keine Medizin. Jedes Wort, jede anstrengung ist nachher doch nur vergebene Mühe. Sie werden Ihr spiel weiter spielen und die Anstrengung der unbetroffenen wird nur verachtet. Somit gibt man sich dann doch dem versuch hin mit der Person klar zu kommen und verliert mal wieder einen teil Persönlichkeit

  11. Lise1 sagt:

    PS:
    Das Foto oben zum Artikel find ich richtig gut, es motiviert mich. Vielleicht kann man sich wirklich gut fühlen, während der N. Rede und Antwort stehen soll und man selber nicht auf Provokationen so wie sonst reagiert, sondern sogar viel vom Denken des Anderen erfährt.

  12. Michael sagt:

    Schönen guten Tag,
    ich halte dem entgegen. Ich finde diese Technik einen guten Ansatz! Sicher haben Susanne und Nicky Recht, aber es gibt ja sehr viele verschiedene Situationen um diese Vorgehensweise anzuwenden.
    Ich habe ein gemeinsames Kind mit einer Narzisstin, von der ich seit drei Jahren getrennt bin und muss mich deshalb noch relativ intensiv mit dieser Frau beschäftigen. Ich habe also mittlerweile gelernt, eine emotionale Distanz aufzubauen und kann diese Technik gefahrlos anwenden, da sie als Frau mich nicht körperlich angreifen wird. Ich bin dankbar für diesen Hinweis und möchte mich auch generell für die außerordentliche Hilfe durch diese Website bedanken. Vielleicht liest man hier ja nochmal mehr zum Thema weibliche Narzissten.

  13. Christine sagt:

    Ein sicherlich guter und interessanter Ansatz. Es kommt aber immer darauf an, wie intelligent und wie perfide der Narzisst vorgeht?!
    Ich leite eine Selbsthilfegruppe in Regensburg „Narzissmus im Umfeld“ Man erkennt schon immer wieder ähnliche Muster. Großes Problem ist nach meiner Erfahrung, dass man als Betroffener erst sehr spät merkt, was abläuft. Mitunter ist man dann schon derart demontiert, dass man an sich selbst zweifelt und daran, noch normal zu sein.
    Hier muss erst am Selbstwertgefühl und am Selbstbewusstsein gearbeitet werden. So einfach ist es nicht, einfach die Perspektive zu wechseln.
    Sehr hilfreich ist es, mit Improvisationstheater zu arbeiten, da man hier in geschütztem Rahmen unterschiedliche Status und Rollen spielen kann. Wer hier geübt wird im Ausdruck, der kann durch seine Körpersprache überzeugen. Körpersprache die nicht zu dem angeblich souverän gesprochenen Wort passt, wird nicht ernst genommen. Das heißt, weniger Worte – denn jedes Wort kann falsch sein, aber überzeugende Körpersprache wirken mehr!! Im Zweifel achtet jeder Mensch vermehrt auf die Körpersprache. Das wissen auch geschulte Key note Speaker oder Verkäufer. 70%Körpersprache, 30% gesprochenes Wort.
    Das ist auch wissenschaftlich fundiert und kann überall recherchiert werden.
    Habe ich selber ausprobiert und der Erfolg war unglaublich. Jede Strategie im Vorfeld war bei mir gescheitert, da mein Narzisst zu der extrem erfolgreichen und besonders intelligenten und wortgewandten Sorte gehörte.
    Das Rollen Verstehen ist unglaublich wichtig, wenn man das ausreichend geübt und verinnerlicht hat, wird das Selbstbewusstsein gestärkt durch den Erfolg den man durch seine Körpersprache erzielt.
    Mit steigendem Selbstbewusstsein bekommt man automatisch eine distanziertere Sichtweise.
    Dem Narzissten ist ja wichtig Selbstzweifel bei seinem Gegenüber zu schüren.
    Mechanismen und Körpersprache sowie Rollen und Status verstehen führt nach meiner Erfahrung wirklich recht schnell zum Erfolg.

    • Wenn das Selbstvertrauen zu gering ist, dann sollte ein Betroffener in Tat erst auf einen Übungsplatz gehen, bevor er sich unmittelbar mit dieser Methode an einem Narzissten ausprobierte. Ich gebe Ihnen Recht, wenn die Fragen nicht mit der entsprechenden, gefestigten Körpersprache einhergehen, dann verfehlen sie ihre Wirkung.

  14. Susanne sagt:

    Nette Technik – nur die Narzissten, die ich kenne und mit denen ich intensiver zu tun hatte, werden stinksauer spätestens bei der 2. Frage und rasten entweder verbal oder auch physisch aus. Als Interesse an ihrer Meinung hat das keiner von denen je erachtet, sondern als ein Ausfragen, ein Verhör, ein sie aufs Glatteis führen wollen, eine Blöße finden – und darum ticken die frühzeitig aus, weil sie ihre verletzende Bemerkung ja eben nicht begründen können und wollen. Die war ja eben nur um zu verletzen. Insofern scheitert die Technik halt am narzisstischen Gegenüber.

    • Marla sagt:

      Hab genau das gleiche gedacht 😀 spätestens bei der zweiten Frage kommt der Frontalangriff: „siehst du, wie schwierig du bist, du redest immer dagegen, wenn ich etwas sage, du bist genau wie meine Mutter (mein Chef, mein Arbeitskollege etc.), daran sieht man mal wieder, dass du immer auf Streit aus und total uneinsichtig und unreflektiert bist…bla bla bla“
      Ein gesundes „du darfst meine Freundin doof finden, ich treffe mich aber trotzdem mit ihr“ führt zwar zu dem gleichen Ergebnis, aber dann vergewaltigt man sich wenigstens nicht auch noch selbst.

    • Christine sagt:

      Absolut richtig – würde ich auch so sehen – distanzierte Sichtweise ist allerdings sehr gut.
      Der Weg dahin führ über Aufbau des Selbstbewusstseins.
      Am schlimmsten ist für den Narzisst wenn er sein Gegenüber nicht mehr manipulieren kann und nicht mehr weiß, was in ihm vorgeht. Dabei aber sehr nett bleiben, das nimmt ihm den Wind aus den Segeln.

      • P. sagt:

        Genau, ich versuche auch immer das „ verletzte Kind“ zu sehen, das hilft mir persönlich auch sehr. Irgendwie wird der Narzisst dadurch auch irgendwie lächerlicher und ich fühl mich nicht mehr so bedroht und angegriffen.

    • Das würde ich nicht so sehen! Die Frage hierbei ist, auf welche Art von Fragen reagiert der Narzisst sofort sauer? Auch das muss dann natürlich genauer bedacht werden, um die richtigen Fragen zu stellen und somit mit ihm im Dialog bleiben zu können. Ich würde nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen – aber ich gebe Ihnen natürlich insofern Recht, dass es bestimmte Situationen geben kann, wo es einfach nicht funktioniert. Ich würde es aber nicht generalisieren!

      • Alex sagt:

        Jede Frage an den Narzissten ist mit einem persönlichen Angriff gleichzusetzen. Jedenfalls sieht er/sie das so.
        Ich gehe auch konform mit der Aussage, dass nach 2-3 Fragen, egal was, auf Konfrontation gesetzt wird, weil den grandiosen Narzissten darf man ja bloss nicht kritisieren oder widersprechen!

  15. Nicky sagt:

    Der Artikel liest sich sehr gut und ist bestimmt klug durchdacht. Jedoch finde ich es viel zu theoretisch und sehr kontrolliert. Wer so mit einem ihm gegenüberstehenden Narzissten (als Partner) umgehen kann, der ist auch in der Lage sich von ihm zu trennen. Gegenfrage zu stellen nach einem narzisstischer „Angriff“ und während dessen sich zu fangen, um dann „wie ein Außenstehender zu reagieren“, das gelingt wohl kaum jemanden mit echten Emotionen. Diese Vorgehensweise ist meines Erachten „normal“ emotionalen Menschen, die sich in der Aura eines Narzissten befinden kaum möglich.

    • Lise1 sagt:

      Hallo, Herr Grüttefien, wie oder wo kann man das trainieren?
      Ich habe das in Ansätzen schon so gemacht, ohne das ganze Prinzip zu kennen, aber in der umfangreichen Art, wie Sie es oben beschreiben, nicht. Ich glaube, jedes Bisschen in die Richtung ist hilfreich, zumindest ist das meine Erfahrung.

      @Nicky und Susanne
      Der Partner ist doch sowieso sauer, bei jedem Widerwort oder vermeintlicher Auflehnung. Es geht doch auch darum, was mit einem selber abläuft und wie man sich schützt vor dem Verlust des Überblick, oder wie man für sich die Kontrolle behalten könnte. Die Reaktionen, die ihr beschreibt, wenn ihr nachfragt, kommt doch auch, wenn ihr in vorauseilendem Gehorsam versucht zu erahnen, warum er was will. So hat man wenigstens ne Chance.

      Ich würde das gern besser können, da meine kleinen unbewussten Ansätze hilfreich waren. Meine unkompletten Versuche kommen von der Ansicht, die mir mal jemand Kluges sagte: Wer fragt, der führt das Gespräch.
      Aber leider sind mir meine verletzten Emotionen und die oben beschriebene Lähmung oft im Weg gewesen.

      Ich werde es jedenfalls versuchen, auszubauen und würde es gern nicht nur in der Theorie üben.

      • Christine sagt:

        Improvisationstheater hat sich nach meiner Erfahrung sehr bewährt. Man kann mit anderen Betroffenen Situationen nachspielen und durch gezielte Körpersprache, die man lernt, sehen, wie sich das direkt auswirkt. Jeder Mensch reagiert direkt auf Körpersprache ohne sich dessen unbedingt bewusst zu sein. Man erkennt es aber eben beim Improtheater und tauscht sich über das Gespürte und Gesehene aus.
        Funktioniert schneller als eine Therapie, wo man von seinem Narzissten auch gerne hingeschickt wird.

      • Versuchen Sie die Methode zunächst bei Menschen ohne eine narzisstische Störung oder mit einer leichten Ausprägung und prüfen Sie, ob sie mit der Zeit die nötige Routine bekommen. Führen Sie auch ein kleines Erfolgstagebuch, um sich selbst besser reflektieren zu können. Wenn Sie sich sicherfühlen und Ihre Emotionen kontrollieren können, dann versuchen Sie es bei einem Narzissten.

    • Das sehe ich anders! Einige meiner Klienten, die sich von mir im Umgang mit einem Narzissten beraten lassen, wenden diese Methode an. Sie ist nicht immer von Erfolg gekrönt, aber mit der Übung wurden sie sicherer und konnte Erfolge erzielen. Es hängt natürlich – wie bei jedem Beispiel und jeder Methode, die ich hier auf dem Blog beschreibe – von dem Härtegrad des Narzissmus, von der Konstitution des Betroffenen sowie dem jeweilige Sachthema, um das es geht, ab. Aber eine emotionale Distanzierung kann situativ sehr wohl möglich sein. Man muss es eben wollen und sehr viel üben – und dann ist es eine Frage der Abwägung, ob es die Beziehung überhaupt wert ist, erst zu einem Rhetorik-Künstler werden zu müssen, um mit dem Narzissten leben zu können.

    • P. sagt:

      Das mit dem Trennen ist immer so einfach gesagt, was machen, wenn dann die Rente nicht für die Miete reicht???

      • Lise1 sagt:

        Wohngeld? Grundsicherung? Kleine hübsche Wohnung? Dafür bezahlen andere ihre Steuern, damit Menschen in Not geholfen werden kann. Zumindest hier in Deutschland gibt es verschiedene Auswege aus dem Dilemma.

        Und für alle, die noch Zeit bis zur Rente haben, Zusatzrente ansparen, jedes Bisschen hilft. Ich sehe es beruflich oft, dass besonders Frauen, auch in normalen Beziehungen, sich nicht um ihre finanzielle Sicherheit kümmern. Männer machen da mehr.

    • Lilli sagt:

      Nicky,
      für mich ist die präzisierende interessierte Fragetechnik von der Außenposition,
      das Abstandnehmen von der emotionalen Abhängigkeit zum NPSler.
      Wer das gut kann, kann sich von der wachsenden emotionalen Unabhängigkeit her auch trennen, finde ich auch.
      Doch nicht jeder kann oder will sich trennen, sondern die emotionale Abhängigkeit überwinden.
      Ich kenne das auch im Vereinsleben und Freundeskreis, dass ich zu emotional abhängig rede, statt mit interessierten Fragen sachbezogen zu präzisieren.

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