Mobbing am Arbeitsplatz

Dass Mitarbeiter am Arbeitsplatz misshandelt und gemobbt werden, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Doch was sind das für Menschen, die anständigen und fleißigen Arbeitnehmern durch ständige Schikanen ein Bein stellen und ihnen das Leben zur Hölle machen? Warum findet Mobbing am Arbeitsplatz statt und was kann Menschen dazu bewegen, ihre Kollegen oder Untergebenen pausenlos zu demütigen, die nichts weiter wollen, als ihren Job ordentlich zu erledigen?

Bild: © Peggy Blume – Fotolia.com

Narzissten streben in einem Unternehmen nach Macht, sei es nun innerhalb einer Abteilung unter den Kollegen oder als Vorgesetzte in einer Führungsposition bis hin zur Geschäftsleitung. Dabei sind sie in der Regel sehr ehrgeizig, gehen wenig rücksichtsvoll mit ihren Mitmenschen um und versuchen immer, in irgendeiner Form eine Vorrangstellung zu erreichen. Um die nächste Karrierestufe zu erklimmen, strengen sie sich enorm an, und sofern sie bereits eine Abteilung leiten, erwarten Sie von ihren Untergebenen unentwegt Höchstleistungen und Perfektion. Aus diesem Grund kann der Narzisst extrem autoritär und kaltherzig vorgehen. Fehler werden nicht toleriert, Widerspruch wird nicht geduldet, Kritik bestraft und leistungsschwache Mitarbeiter werden unverzüglich ausgewechselt oder störende Kollegen aus der Abteilung geekelt.

Schwächelt jemand und zieht er nicht mit, kann er zur Zielscheibe des Narzissten werden, der diesen für seine Minderleistung oder seinen Widerstand bestrafen zu müssen glaubt. Jeder, der den Anforderungen des Narzissten nicht genügt oder sich ihm auf dem Weg nach oben in den Weg stellt, kann in sein Visier geraten und gnadenlos bekämpft werden. Dazu bedient sich der Narzisst verschiedener Methoden und Tricks, die seine wahren Absichten verschleiern, denn er will nicht, dass seine Boshaftigkeit auffällt und er als gemein gilt: Manipulieren, täuschen, hintergehen, drohen, isolieren, verleumden, intrigieren, erpressen, lügen, betrügen und sabotieren gehören zu seinem Repertoire.

Narzisstisches Verhalten ist oftmals der Nährboden für Mobbing am Arbeitsplatz. Wenn sich Mitarbeiter oder Kollegen querstellen, sich nicht der Meinung des Narzissten anschließen und sich ihm nicht unterordnen, wenn sie gegen den Narzissten agieren, bessere Qualifikationen und Leistungen als der Narzisst vorweisen können und sich nicht scheuen, die Fehler des Narzissten offen anzusprechen und ihn bloßzustellen, dann bekommt der Narzisst große Angst, die grandiose Fassade, die er um sich aufgebaut hat, könnte zusammenstürzen. Damit dies nicht passiert, beginnt der Narzisst, unerwünschte Kritiker und Konkurrenten zu bekämpfen und diese aus dem Verkehr zu ziehen. Insofern muss man sich in Abteilungen, in denen ein Narzisst tätig ist, darauf gefasst machen, dass mit unsauberen Methoden gearbeitet wird, die nur dazu dienen, das Selbstwertgefühl des Narzissten zu stärken, jedoch nicht das Betriebsklima und die Effektivität der Betriebsabläufe zu verbessern.

Was ist Mobbing?

Mobbing am Arbeitsplatz ist eine anhaltende feindselige Haltung gegenüber einem Mitarbeiter.  Angriffe und Schikanen werden gezielt und systematisch über einen längeren Zeitraum ausgeübt mit dem Ziel, die Würde des Mitarbeiters zu untergraben, ihn zu demütigen und auszugrenzen. Betroffene fühlen sich zunehmend außerstande, sich zur Wehr zu setzen und ihren Peinigern entschieden entgegenzutreten.

Mobbing am Arbeitsplatz beginnt schleichend

Einzelne diskreditierende Handlungen für sich betrachtet erscheinen zunächst harmlos oder passieren scheinbar versehentlich. Mobbing am Arbeitsplatz beginnt meist mit kleinen Gemeinheiten: Der Mitarbeiter wird nicht begrüßt, er bekommt den schlechtesten Arbeitsplatz im Büro oder den größten Arbeitsaufwand zugewiesen, Informationen werden vorenthalten oder Termine falsch weitergegeben. Da sich diese Ereignisse scheinbar aus dem normalen Betriebsablauf heraus ergeben, kann der Mitarbeiter zunächst keine Absicht hinter diesen Phänomenen erkennen und glaubt, es handele sich um ein Versehen oder einen dummen Zufall. Mit der Häufigkeit solcher Vorfälle stellt er sich jedoch mehr und mehr die Frage, warum es ausgerechnet immer ihn trifft und ob er etwas falsch macht.

Die ersten Mobbinghandlungen sind in ihrer Vorsätzlichkeit kaum zu beweisen. Es ist ein äußerst subtiles Verhalten, das keine Spuren hinterlässt. Sprechen Mitarbeiter in dieser Phase den unfairen und destruktiven Umgang an, müssen sie damit rechnen, dass sie als übersensibel bezeichnet werden oder ihnen unterstellt wird, an Wahnvorstellungen zu leiden, was ihre Außenseiterrolle nur weiter festigt und sie zur Zielscheibe weiterer Misshandlungen macht. Es kann sogar im Fall einer Unterstellung so weit kommen, dass der Aggressor jeden Affront und jede böse Absicht empört leugnet und den Spieß einfach umdreht: Das Opfer wird zum Provokateur gemacht, der mit seiner Anschuldigung den Frieden unter den Mitarbeitern stören will. Auf diese Weise wird das Mobbingopfer zum Schweigen gebracht und werden Beschwerden zukünftig verhindert.

Die Folgen für die Opfer

Halten die verdeckten Schikanen an und nehmen sie mit dem schwindenden Widerstand des Opfers sogar noch zu, dann reagieren betroffene Mitarbeiter mit einem wachsenden Gefühl von Stress verbunden mit körperlichen und seelischen Folgen:

  • Nervosität und Angespanntheit
  • regelmäßiges Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Magen- und Darmverstimmungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Schulter-, Nacken-, Rückenschmerzen oder Verspannungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schlafstörungen
  • übermäßige Angst, Fehler zu machen oder unangenehm aufzufallen
  • Depressionen

In der Folge führt die geschwächte Verfassung zu Arbeitsfehlern, mangelnder Motivation, Reizbarkeit und häufigeren Ausfallzeiten, was den Aggressor erst recht dazu verleitet, den Mitarbeiter zu kritisieren, ihm Vorwürfe zu machen und ihn zu drangsalieren. Der Mitarbeiter wird systematisch zermürbt und kann seinen Arbeitspflichten nicht mehr in vollem Umfang nachkommen, was zu weiteren Konflikten und anhaltendem Mobbing am Arbeitsplatz führt.

Ursachen von Mobbing am Arbeitsplatz

Der Leidensweg von Mitarbeitern beginnt häufig damit, dass sie nichtsahnend eine berechtigte Kritik anbringen und dabei unglücklicherweise auf einen Narzissten stoßen, der jede Form von Kritik als einen persönlichen Angriff auf seine Person versteht. Sofort hat sich der Mitarbeiter einen Feind gemacht, unabhängig davon, ob es sich nun um seinen Vorgesetzten oder einen Kollegen handelt. Wer es wagt, einen Narzissten – womöglich noch in der Öffentlichkeit – bloßzustellen, der muss sich auf entsprechende Rachefeldzüge einstellen, die so lange andauern können, bis das Ansehen des Mitarbeiters vollständig zerstört ist. Weitere Ursachen von Mobbing am Arbeitsplatz können sein:

  • mangelnde Kommunikation
  • fehlende oder mangelnde Führungskompetenz
  • Über- oder Unterforderung von Mitarbeitern – im Fall der Unterforderung kann Mobbing zu einer Ersatzbefriedigung werden
  • Machtmissbrauch: Mitarbeiter werden aus reiner Freude am Drangsalieren schikaniert
  • Konkurrenzkampf
  • Neid
  • Antipathie
  • Rassismus
  • gutes Verhältnis zu den Vorgesetzten, was Neid bei den Kollegen auslösen kann

Das Waffenarsenal eines Narzissten, mit dem er seine Opfer unentwegt demütigen und dessen Würde verletzten kann, ist breit gefächert und oft sind seine feindseligen Machenschaften so subtil, dass man sie kaum nachweisen kann. Erst wenn die Misshandlungen zu offensichtlich werden und jeglicher Respekt verlorengegangen ist, weil sich das Opfer nicht angemessen wehren kann und nur noch leidet, fällt die Diskriminierung auf. Verhaltensweisen von Mobbern am Arbeitsplatz sind:

  • gehäuftes Anschreien und Beschimpfen von Kollegen und Mitarbeitern
  • permanente Drohungen und Beleidigungen
  • offensichtliches Ignorieren (der Name des Mobbingopfers wird bei Bekanntmachungen nicht erwähnt)
  • ständiges Kritisieren der Arbeit
  • Doppeldeutigkeiten, Anspielungen, ironische oder sarkastische Bemerkungen
  • ununterbrochene und übertriebene Kontrolle der Arbeitsergebnisse
  • Einsatz von Gerüchten und falschen Informationen, um so gegen einen Mitarbeiter zu intrigieren
  • Aussprechen von Verdächtigungen
  • Fälschung von Unterlagen
  • öffentliche Beleidigungen und Kritik vor versammelter Mannschaft
  • Lächerlichmachen des Mitarbeiters, abfällige Bemerkungen über seine Person
  • Lenken im Hintergrund, aber kein öffentliches Agieren (Intrigen)
  • Verweigerung des Kontaktes, demonstratives Meiden oder Ignorieren der Person
  • Zuweisung von Aufgaben, die den Mitarbeiter entweder über- oder unterfordern
  • Ausgrenzung und Isolation
  • Demontierung der fachlichen Kompentenz und des beruflichen Ansehens
  • Zuteilung von unliebsamen Aufgaben, Einsatzorten oder Arbeitszeiten
  • Sabotage von Arbeitsergebnissen
  • Verleumdung bis hin zum Rufmord

Auch Vorgesetzte können Opfer von einem ihrer unterstellten Mitarbeiter werden. Wenn es dem Vorgesetzten an Entscheidungsfreude, Durchsetzungskraft und energischem Auftreten mangelt, kann ein Narzisst diese Schwäche zu seinem eigenen Vorteil ausnutzen, indem er passiv-aggressiv gegen seinen Chef vorgeht: Der Vorgesetzte wird falsch informiert, Anweisungen werden unterlaufen, Aufträge unkorrekt oder unvollständig ausgeführt und Termine nicht eingehalten. Vordergründig zeigt der Narzisst ein freundliches, kooperatives Verhalten, so dass er auf Rückfrage leicht den Unschuldigen spielen und die Verantwortung für die Mängel einfach auf andere Kollegen abwälzen kann. Lässt sich der Vorgesetzte auf die Täuschung ein und zeigt er sich großzügig und verzeihlich, werden ihm genau diese Eigenschaften zum Verhängnis.

Was können Unternehmen tun?

Mobbing am Arbeitsplatz geht immer von Personen aus, die aus niedrigen Gefühlen heraus andere Menschen quälen wollen und sich dafür Opfer suchen oder aufgrund einer Kränkung Rachegefühle und -absichten entwickeln und beharrlich verfolgen. Narzissten brauchen das Gefühl, Macht über andere Menschen zu haben und ihnen überlegen zu sein, um sich selbst wertvoll fühlen zu können. Sobald das grandiose Selbstbild des Narzissten angegriffen wird und er sich verletzt fühlt, schlägt er zu – oft verdeckt und unerwartet. Meist ist es sogar purer Neid auf die Fähigkeiten oder Vorteile eines anderen, der den Narzissten dazu anstiftet, seine Kollegen fortwährend zu erniedrigen.

Daher ist es das Beste, wenn Vorgesetzte offen kommunizieren, präsent sind und ihre Mitarbeiter in Entscheidungen einbeziehen sowie einen vertrauensvollen und partnerschaftlichen Umgang pflegen. Dann können Mobbingprobleme bereits sehr frühzeitig aufgedeckt werden. Problematisch wird es nur dann, wenn der Chef selbst das Mobbing am Arbeitsplatz ausübt oder sich daran beteiligt. Auch wenn er nur wegsieht, weil er Konflikten aus dem Weg gehen will, beteiligt er sich schon am Mobbing, weil er es als Vorgesetzter duldet und seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt.

Was können die Opfer tun?

Der Mitarbeiter muss im Unternehmen nach Unterstützung suchen und sich jemandem anvertrauen, der ihm zuhört und sein Anliegen ernst nimmt. Oft werden solche Beschwerden bagatellisiert oder der Mitarbeiter wird vertröstet, es wird aber nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit gegen den Mobber vorgegangen. Aufgrund von zeitlichen Engpässen, anderen betrieblichen Prioritäten oder des Fehlens einer klaren Zuständigkeit verläuft die Angelegenheit dann oft im Sande. Es kann jedoch auch sein, dass der Mobber eine wichtige Funktion im Betrieb einnimmt und man ihn deswegen schützt.

Der Mitarbeiter sollte sich von Instanz zu Instanz vorarbeiten. Zuerst muss er sich an den Vorgesetzten wenden. Findet er hier kein Gehör, sollte er den Personalchef kontaktieren, danach den Betriebsarzt, Vertrauensmänner, den Betriebsrat oder direkt den Vorstand. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz verstößt der Arbeitgeber gegen seine Fürsorgepflicht und die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers, wenn er sich nicht einer Beschwerde über Mobbing am Arbeitsplatz annimmt. Es ist sicherlich eine langwierige Prozedur, die unter Umständen sehr zermürbend sein kann und am Ende doch nur die Kündigung und Suche nach einem neuen Arbeitgeber zur Folge hat.

Wenn es sich bei dem Mobber tatsächlich um einen Narzissten handelt, dürfte die Misshandlung eines Mitarbeiters oder Kollegen kein Einzelfall sein. Dann sollte man sich einmal intensiver mit der Vergangenheit des Narzissten befassen und der Frage, ob es früher schon ähnliche Beschwerden in der Belegschaft gab. Hierzu können andere Mitarbeiter, Kollegen, Vorgesetzte oder eventuell frühere Arbeitgeber befragt werden. Auf diese Weise könnte sich der Verdacht bestätigen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt und die Situation nicht der Schuld oder dem Unvermögen des Mitarbeiters, sondern der destruktiven Wesensart eines Narzissten geschuldet ist.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter https://www.arbeitsschutzgesetz.org/


Veröffentlicht in Beruf und Führung
10 Kommentare zu “Mobbing am Arbeitsplatz
  1. Kirsten Herbrig sagt:

    Der Beitrag ist fast 4 Jahre alt, aber ( leider ) noch immer aktuell.

    Auch ich möchte kurz meine Geschichte erzählen, die an Zynismus kaum zu überbieten ist. Mit viel Schwung und Elan habe ich 2018 eine neue Stelle angetreten. Vom ersten Moment an begegnete mir eine Kollegin sehr abweisend. Wie sich späeter herausstellte, war sie neidisch.
    Diese Kollegin begann sehr schnell, mich unter dem Mäntelchen der kollegialen Hilfestellung zu piesacken.Das ist während der Einarbeitung auch kein Kunststück. Zunächst suchte ich das Gespräch zu ihr. Allerdings bestritt sie jedes unkollegiale Verhalten. Als die Schikanen offensichtlicher wurden, holte ich mir einen Termin beim Chef.Dieser glaubte mir sofort und wollte sich um die Sache kümmern. Er sagte mir, dass er Mobbing niemals dulden würde.
    Er hielt Wort. 1 Woche später bekam ich die Kündigung.

  2. Sonne sagt:

    Vielen Dank für die sachlichen und offenen Berichte. Das macht Mut!

    Mich würde interessieren, ob Ihr Erfahrungen oder Tipps habt, wie und ob man gegen Mobber rechtlich vorgehen kann. Nach einer persönlichen einschneidenden Erfahrung mit Mobbing durch den Vorgesetzten am Arbeitsplatz, fällt es mir sehr schwer zu akzeptieren, einfach nichts machen zu können. Auch wenn das Arbeitsverhältnis schlussendlich beendet worden ist (worüber ich rückblickend sehr froh bin) und ich auch die Gewissheit habe, nicht die erste Mitarbeiterin zu sein, der all dies widerfahren ist, so muss man doch irgendetwas tun können…Oder bin ich da zu naiv?

    Viele Grüße und habt schon einmal vielen Dank für euer Feedback.
    CS

    • Hallo Sonne,
      Strafbestände wie Nötigung, üble Nachrede, Beleidigung oder Verleumdung bedürfen einen konkreten Nachweis. Sie brauchen also gute Zeugen und Indizien, um die Tat auch wirklich beweisen zu können. Dann kann eine Klage Erfolg haben.

  3. Arianna sagt:

    Nun, die Frage ist vor allem, was der Mobber erreichen will. Ein ehemaliger Chef von mir wollte unbedingt zum Geschäftsführer avancieren und tat irgendwann alles, um mich loszuwerden, da er zu dem Schluss gekommen war, dass ich ihm bei diesem Ziel nicht genügend helfen würde.
    Eine ehemalige Kollegin war sehr gut darin, Misstrauen unter den Kolleg(innen) zu säen und sich selbst in Szene zu setzen als die große Vermittlerin, die Super-Mama, die dafür sorgt, dass alle sich am Ende doch vertragen. Das Ende war, dass niemand dem anderen traute – nur ihr. Alles, weil sie Angst hatte um ihre Stelle als Teamleiterin und neidisch war auf jede Kollegin, von der sie befürchtete, tüchtiger zu sein als sie und folglich eine Bedrohung. Aber sie lächelte immer so brav und schien immer zuzuhören… Wie viel von meinem Leid in der Abteilung auf ihr Konto ging, erfuhr ich erst kurz bevor ich die Firma verließ.
    Meiner Erfahrung nach kann man da nicht viel machen. Die Abteilung verlassen oder am besten die Firma – und wenn man jemanden bei Geschäftsführung, Personalabteilung und / oder Betriebsrat kennt, dem man vertraut, über diese Vorgänge informieren, damit die Probleme nicht ausarten. Je mehr Macht diese Menschen bekommen, desto schlimmer wird es – zum Nachteil aller.
    Und das, nur damit der narzisstisch gestörte eine kleine, befriedigende Minute erlebt hat und sich im Glanz seines Erfolgserlebnisses sonnen kann, während er gönnerhaft auf andere, seiner Ansicht nach minderwertige Menschen herunterzusehen. Abstoßend. Leider sind sie oft charmant und liebenswürdig, schmeicheln sich in dein Vertrauen ein – und ehe du es dich versiehst, hilfst du bewusst oder unbewusst einem miesen, falschen, niederträchtigen Egomanen bei der Verfolgung seiner unlauteren Zwecke. Deswegen rate ich immer, lauft um euer Leben, versucht nicht, gegen diese Menschen zu kämpfen oder sie zu ändern! Sie ändern sich nicht, und sie sind die ganze Mühe nicht wert.

  4. Sanne sagt:

    Sehr geehrter Herr Grüttefien,

    an dieser Stelle auch von mir ein verspätetes aber dickes Lob für Ihre Seiten und Ihr Engagement! Ich denke, Sie können mit Ihren Seiten und den Büchern sehr vielen verzweifelten Menschen helfen 🙂

    Zum Thema:

    Meiner Erfahrung nach ist es weitestgehend zwecklos, sich gegen Mobbing wehren zu wollen, wenn der direkte Vorgesetzte schon nicht mitzieht. Wenn das nämlich der Fall ist, wird wohl der Mobber systematisch geschützt und der Vorgesetzte weiß davon, will es aber dem Opfer nicht sagen. Wenn das der Fall ist, nutzt auch der Gang zur PA nichts.

    In meinem eigenen Mobbing-Fall hatte ich die uneingeschränkte Unterstützung meines Vorgesetzten, im Endeffekt haben dann die Vorgesetzten rumdiskutiert, was sie machen sollen, haben aber mir einmal die Gelegenheit gegeben, mit meinem Mobber “mal zammzurucken”, wobei sich viele Dinge zu meinem Vorteil klären liessen und das Verhältnis zwischen mir und dem Typ hinterher einwandfrei war. Allerdings hat er sich dann wohl auf die Kollegen gestürzt und die haben sich das dann ein halbes Jahr ohne Widerrede gefallen lassen, bevor sie ihn dann am Ende der Probezeit einfach fallengelassen haben, auch unschön, sowas, finde ich. Ich denke, er war einfach ein Anfänger und wusste nicht, wie man sich in einem Konzern mit weiblichen Mitarbeitern benimmt…

    In einem anderen mir sehr gut bekannten Fall wird eine unternehmensweit bekannte Mobberin, die in den letzten 4 Jahren bereits mehr als 8 Fachkräfte vergrault hat und selbst nicht über fachliche Kompetenz verfügt, im Unternehmen gehalten und es werden ihr immer neue Opfer vorgesetzt, die es kaum ein Jahr lang aushalten, weil ihr Ehemann so “wertvoll” für die Firma ist. Bevor diese Opfer gekündigt haben, mussten sie zum Psychologen, haben Psychopharmaka bekommen, aber schlußendlich doch gekündigt. Das hätten sie auch ohne Medis haben können.

    Um Verdächtigungen vorzubeugen: ich selbst habe für diese Frau nicht gearbeitet und keine geschäftlichen Interessen dort, es ist ein gut bekannter Fall aus dem Bekanntenkreis, der sich eben schon Jahre hinzieht.

    Im Grunde sollte man sich wirklich überlegen, ob es den Kampf wert ist, im Grunde ist es für einen selbst besser, sich aus solchen Strukturen endgültig zu verabschieden und den Mobber im Regen stehen zu lassen, evtl. noch mit einer fristlosen Kündigung, wenn es das Mobbing-Tagebuch hergibt oder alternativ mit einer langen Krankschreibung bis Vertragsende (ohne Psychopharmaka, dafür mit Zeit, neue Bewerbungen zu schreiben).

    Wenn die Firma ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommt, dann verdient sie keine engagierten Mitarbeiter, so sehe ich das jedenfalls.

    • Sanne sagt:

      “Allerdings hat er sich dann wohl auf die Kollegen gestürzt und die haben sich das dann ein halbes Jahr ohne Widerrede gefallen lassen”

      Mir fällt grad auf, dass das blöd formuliert war, die erwähnten Kollegen sind nämlich eigentlich alle auf mich los: was ich mir einbilde, den Mund aufzumachen, der arme Kerl, der ist halt neu, der muss sich erst noch einleben… so ging das dann.

      Mein Standpunkt war, dass er sich schlecht einleben kann, wenn man ihm die Regeln nicht erklärt und dass ich in jedem Fall nicht diejenige bin, an der er das unwidersprochen trainieren darf. Im Grunde haben mich also die Kollegen gemobbt, nicht der Neue.

      Aber während ich durch ein offenes Gespräch mit ihm unsere Kollegenprobleme lösen konnte, haben die anderen eben den Mund gehalten, seinem Vorgesetzten gesagt, ich würde übertreiben, die ganze Zeit auf mich eingeredet, dass ich mich zurücknehmen soll, und gehofft, sein unmögliches Verhalten Frauen ggü. würde von selbst besser. Und der Typ hat sich halt gedacht, gut, die eine, die lässt sich nix gefallen, die beschwert sich gleich, aber den anderen scheint’s nichts auszumachen.

      Wie gesagt, ich finde, dass das unschön gelaufen ist und weniger zum Nachteil des Neuen spricht, als zum Nachteil der z.T. langjährigen Kollegen. Auch die haben jetzt nicht nur eine, sondern zwei Fachkräfte weniger 😉

  5. dorina sagt:

    Ich habe es am eigenen Leib erlebt. Zuvor haette ich es mir niemals vorstellen koennen. Fies und raffiniert ist, dass Mobber einem ihre Schikanen sogar noch als Hilfe und Unterstuetzung verkaufen wollen und oft auch koennen. Dies traegt in erheblicher Weise zur Destabilisierung der Opfer und Ausschaltung der Kontrollinstanzen bei. Besonders schlimm ist auch, dass es unserioese Anwaelte und Aerzte gibt, welche Mobbingopfer gezielt ansprechen und ihnen Hilfe versprechen. Aber statt dieser bekommen die Opfet nur unberechtigte fette Rechnungen. Seit vorsichtig! Vor allem,wenn psychiatrische Kliniken damit werben, dass sie sich auf Hilfe fuer Mobbingopfer spezialisiert haetten!! Das haben sie nur im Marketing! Eine Klinik, die wirklich Mobbingopfern helfen wuerde, waere nämlich von den einflussreichen Narzissten und Mobbern schnell geschlossen! Auch gibt es Sozialverbaende, welche nur aus Marketinggruenden Hilfe bei Problemen am Arbeitsplatz versprechen.

  6. Frau Holle sagt:

    Der Arbeitgeber unterliegt im Rahmen seiner Fürsorge der Pflicht, nachweisbares Mobbing umgehend abzustellen. Sollte er das nicht tun, kann er für Folgeschäden belangt werden.

    Allerdings ist es erforderlich, dass das Opfer das Mobbing nachweisen kann – also die Vorfälle möglichst gründlich dokumentiert. Hierzu ist ein Mobbingtagebuch gut geeignet.

    Falls möglich, führe man eine kleine Kladde mit sich, in der alle Vorkommnisse festgehalten werden:
    Was ist passiert?
    Wer ist beteiligt?
    Wer hat es mitbekommen?
    Wen habe ich evtl. mit welchem Ergebnis bereits angesprochen?

    Auch, wenn es aufwendig ist, sollte das Opfer möglichst alle Korrespondenz/Anweisungen etc. sicher aufbewahren. Wenn der Vorgesetzte der Mobber ist, sollte man darauf achten, sich alle Anweisungen schriftlich geben zu lassen und möglichst keine Gespräche mehr ohne Zeugen führen.

    Das größte Problem in Mobbingfällen ist tatsächlich die fehlende Nachweisbarkeit, es gibt oft kaum Beweise, so dass auch Klagen sehr häufig nicht erfolgreich sein können.
    Viele Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen können hierzu wertvolle Tips geben.
    Viel Glück !

  7. Karl-Heinz Schuster sagt:

    Hallo Herr Grüttefien,

    habe das Bedürfnis einmal danke zu sagen. Ihr Engagement finde ich sehr wertvoll. Verweise oft auf Ihre Seite.

    Liebe Grüße
    Karl-Heinz Schuster

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