Warum ein Narzisst ständig Schluss machen muss

Läuft es für den Narzissten in einer Beziehung nicht so, wie er es sich vorstellt, dann kann er die Beziehung ohne Vorankündigung von einem Moment auf den anderen beenden. Dabei kann zuvor alles noch in bester Ordnung gewesen sein: schöne Gespräche, harmonische Stunden und zärtliche Berührungen. Doch plötzlich ist der Partner nicht mehr gut genug. Wie ist es möglich, dass ein Narzisst so abrupt umschalten kann?

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Sagt der Partner ein falsches Wort, schneidet er ein brisantes Thema an, wendet er sich kurzfristig ab und einem anderen zu, erfüllt er dem Narzissten nicht unmittelbar seinen Wunsch, macht er einen Fehler oder unternimmt er etwas, was dem Narzissten nicht gefällt, kann die Stimmung sofort kippen. Der Narzisst zieht dann vorschnell Konsequenzen und beendet kurzerhand die Beziehung, nur weil der Partner in einer bestimmten Situation nicht so agiert hat, wie es sich der Narzisst vorgestellt hat oder weil er einfach nicht mehr seinen Vorstellungen entspricht.

Für einen Narzissten muss es keinen schwerwiegenden Grund für eine Trennung geben. Der Auslöser seiner Kurzentschlossenheit ist oftmals eigenartig banal: Manchmal reicht wirklich nur das eine falsche Wort oder auch nur die falsche Betonung eines Wortes oder der Umstand, dass sich der Partner zur Begrüßung einer anderen Person kurzfristig vom Narzissten abwendet. Lappalien oder kleinste Unachtsamkeiten reichen häufig dafür aus, den Narzissten zu einem finalen und überraschenden Entschluss zu veranlassen.

Der Partner versteht dann die Welt nicht mehr und kann sich kaum vorstellen, dass der Narzisst aus einem derart geringen Anlass gleich die Beziehung beendet. Doch dieser scheinbar geringe Anlass wird von dem Narzissten ganz anders wahrgenommen; diese Kleinigkeit stellt für den Narzissten bereits eine schwere Kränkung dar: Der Partner hat ihn missachtet, geht nicht korrekt mit ihm um, kann ihm nicht die Wünsche von seinen Lippen ablesen, erlaubt sich einfach, autonom zu leben, ohne sein Einverständnis, und verhält sich völlig konträr zu seinen Erwartungen. Das empfindet der Narzisst als eine demütigende Ignoranz seiner genialen Person, die er einfach nicht ungestraft hinnehmen kann.

Der Narzisst erwartet Perfektion

Ein Narzisst erwartet von seinem Partner, dass er sich in jeder Situation hundertprozentig so verhält, wie es dem Idealbild des Narzissten entspricht. Abweichungen werden nicht toleriert, Nachsicht wird nicht gewährt. Wenn sich der Partner anders verhält, als es sich der Narzisst vorstellt, dann empfindet der Narzisst dies als einen Anschlag auf seine Autorität. Er fühlt sich nicht richtig wahrgenommen und behandelt, und sofort reagiert er wie eine Mimose.

Da der Narzisst stets hohe Ansprüche und einen unersättlichen Drang nach Perfektion hat, kann er selbst geringste Fehler oder kleinste Mängel nicht dulden. Sein Idealbild wird durch die Unachtsamkeit des Partners unnötig beschädigt oder der Partner wird der Rolle, die ihm der Narzisst in diesem Bild zugewiesen hat, nicht gerecht. Dem Partner werden dann Undank und mangelnder Respekt vorgeworfen, weil er es nicht zu schätzen weiß, mit einem so genialen Menschen zusammen sein zu dürfen, und auch noch die Unverschämtheit besitzt, autonomen Bestrebungen nachzugehen.

Der Narzisst nutzt dann in vielen Fällen die Trennung als ein Instrument zur Disziplinierung. Wenn sich der Partner nicht absolut so verhält, wie er es erwartet, dann bekommt dieser unmittelbar die Höchststrafe zu spüren. Da gibt es kein Pardon! Der Partner soll dazu erzogen werden, sich keine Fehler im Umgang mit dem Narzissten zu erlauben. Er hat sich unterzuordnen, zu gehorchen und zu dienen. Bei Nachlässigkeiten folgen sofort harte Konsequenzen, die oft den Grad einer Endgültigkeit haben.

Der Narzisst spielt die beleidigte Leberwurst

In solchen Fällen geht der Narzisst einfach, ist beleidigt, dreht sich nicht mehr um und spielt das arme Opfer, das vom Partner nicht richtig verstanden wird. Und in den meisten Fällen hat der Narzisst damit noch nicht einmal Unrecht. Der Partner versteht wirklich nicht, warum der Narzisst einen solchen Aufstand macht und sofort die Beziehung beenden muss, nur weil er mal nicht nach seiner Pfeife tanzt.

Der Narzisst bricht dann unmittelbar jeglichen Kontakt ab, ist nicht mehr erreichbar und lässt den Partner wissen, dass er in Ruhe gelassen werden möchte. Er lenkt sich zwischenzeitlich mit anderen Dingen ab, verweigert hartnäckig jegliche Versöhnungsangebote und lässt den Partner ausgiebig schmoren. Er erwartet, dass der Partner auf allen Vieren beim ihm angekrochen kommt und umfangreiche Entschuldigungen verlauten lässt. Zwar versucht der Partner beharrlich, den Narzissten zu beruhigen und zurückzuerobern. Der Narzisst genießt es aber, dass sich der Partner schuldig fühlt und sich nun um ihn bemühen muss. Dann steht er wieder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, was unmittelbar vor der Trennung kurzzeitig nicht der Fall war.

Der Narzisst macht es dem Partner nicht leicht: Er lässt ihn zappeln, nur um auf diese Weise das Gefühl von Macht zurückzuerlangen oder weil er sich als liebenswert erleben möchte. In vielen Fällen ist dies auch der eigentliche Grund, warum der Narzisst so plötzlich die Trennung vollzieht: Er will einfach nur wissen, wie sehr ihn sein Partner wirklich liebt und wie sehr dieser bereit ist, sich um ihn zu bemühen. Erst dann spürt der Narzisst, dass er für seinen Partner wirklich eine Bedeutung hat, und zieht den Schluss, dass dieser ihn wohl lieben muss. Da ein Narzisst ganz tief in seinem Innersten davon überzeugt ist, überhaupt nicht liebenswert zu sein, braucht er dringend starke äußere Reize zur Bestätigung.

Der Narzisst sucht Bestätigung

Oft ist es nur die hilflose Suche nach Zuwendung und Bestätigung, die den Narzissten schon bei Kleinigkeiten so resolut reagieren lässt. Er sucht nach einem Anlass, um die Flucht antreten zu können und um dann wieder vom Partner leidenschaftlich zurückerobert zu werden. Und wenn kein ausreichender Anlass zu finden ist, dann reicht eben auch eine Nebensächlichkeit – Hauptsache, er kann gehen und der Partner muss wieder um ihn kämpfen.

Der Partner kriecht dann zu Kreuze und zeigt sich reumütig. Er gesteht seinen Fehler ein und entschuldigt sich beispielhaft, nur damit der Narzisst zu ihm zurückkommt und wieder Frieden einkehrt. Der Partner ist sich in vielen Fällen eigentlich keiner Schuld bewusst, weil der Anlass des Konfliktes so gering war und durchaus verzeihlich oder weil er objektiv betrachtet gar keine Schuld an dem Zerwürfnis trägt.

Trotzdem muss der Partner erkennen, dass der Narzisst ohne ein vollumfängliches Geständnis, ohne eine Entschuldigung und ohne ein Angebot der Wiedergutmachung nicht zu ihm zurückkehrt. Das tut er nur, wenn der Partner gesteht, einen unverzeihlichen Fehler gemacht zu haben, und beteuert, alles dafür zu tun, dass so ein dummes Missgeschick niemals wieder vorkommt. Nur wenn sich der Partner vollständig erniedrigt und bereit ist, sich dem Narzissten gänzlich zu unterwerfen, fühlt sich der Narzisst wieder in seiner Grandiosität bestätigt und glaubt, der Partner würde ihn abgöttisch lieben. Außerdem ist es für den Narzissten ein besonders erhebendes Gefühl, wenn er die Macht besitzt, Vergebung zu gewähren und Milde walten zu lassen, um den verzweifelten Partner von seiner Schuld zu befreien.

Der Narzisst ist sich keiner Schuld bewusst

Der Narzisst ist sich in einer solchen Situation seines überzogenen und egoistischen Verhaltens keineswegs bewusst. Er kann seine Affekte nicht reflektieren und er bietet auch keine Entschuldigung für sein plötzliches Verschwinden an. Er sieht seinen Entschluss als vollkommen berechtigt und gibt allein dem Partner die Schuld an der notgedrungenen Trennung. Der Narzisst kann nicht erkennen, dass sein Partner eigentlich viel mehr und viel tragfähigere Gründe hätte, die Beziehung kurzentschlossen zu beenden, und dass es allein an der Großherzigkeit des Partners liegt, dass dieser überhaupt noch mit ihm spricht.

Toleranz ist für einen Narzissten ein Fremdwort. Er kann nicht erkennen, wie er durch sein kleinkariertes und egoistische Verhalten die Beziehung belastet und alles daransetzt, dass sich der Partner auf Dauer unglücklich fühlen muss. Er kann die Andersartigkeit seines Partners nicht akzeptieren und muss ihn stattdessen ständig bekämpfen und unterdrücken. Das Gefühl, unbedingt Recht haben zu müssen, kommt bei dem Narzissten vor Fairness.

Der Narzisst findet neue Beute

Es kann aber auch sein, dass sich der Narzisst Hals über Kopf in einen neuen Partner verliebt. Ein Narzisst sucht immer: Er hält ständig die Augen offen und prüft, ob sich nicht noch etwas Besseres findet. Wenn die Leidenschaft in der Beziehung durch zu viel Routine verblasst, dann sehnt er sich nach einem Abenteuer und kann dann ganz unverhofft die Beziehung beenden und sich einem anderen Partner widmen, ohne dem Ex-Partner lange eine Träne nachzuweinen.

Wer sich aber so schnell abwenden kann, wer so schnell die Reißleine ziehen oder sich einem anderen Partner zuwenden kann, der kann nicht an einer echten Partnerschaft im Sinne einer Liebe interessiert  sein. Dem geht es dann um andere Dinge. Einem Narzissten geht es in erster Linie um die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse. Solange der Partner dabei hilft, ist alles gut. Wird der Partner langweilig, bockig, schwierig oder nörgelig, dann wird er eben ausgetauscht oder der Narzisst läuft einfach weg.

Nicht selten kommt es dann zu jahrelangen On-off-Episoden: Mal ist man zusammen und mal ist man wieder getrennt. Das Wiederzusammenkommen ist dann geprägt von herzzerreißenden Szenen und unvergesslichen Stunden, die wie eine Erlösung wirken, während sich jede Trennung wie eine Ohnmacht anfühlt. Die Off-Phasen sind für den Partner oft quälender als für den Narzissten: Seine Gedanken kreisen unentwegt um den Narzissten und er wartet sehnsüchtig auf eine Zeile, einen Anruf, eine zufällige Begegnung oder irgendein liebevolles Zeichen vonseiten des Narzissten. Dieser denkt jedoch weitaus weniger an den Ex-Partner, sondern vertreibt sich die Zeit derweil genüsslich mit Interimspartnern. Nur dann, wenn sich der Partner plötzlich nicht mehr bemüht und seine Hoffnungen auf einen Neuanfang der Beziehung begräbt, wird der Narzisst plötzlich nervös und bringt sich auf irgendeine Weise wieder in Erinnerung.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
112 Kommentare zu “Warum ein Narzisst ständig Schluss machen muss
  1. Lou sagt:

    Hallo ihr lieben ….erstmal möchte ich ein herzliches Dankeschön an alle sagen- dass ihr uns alle teilhaben lasst an euren Gedanken und was euch widerfahren ist.

    Ich kann das alles so gut nachvollziehen ..ich war dreieinhalb Jahre mit so einem Mann zusammen… ich bin in dieser Zeit durch die Hölle gegangen…

    Meiner war auch so ein „verdeckter“… unheimlich charismatisch ..charmant..wirkte Liebevoll…es lief alles so subtil ab und es dauert so lange bis ich es erkannte ….aber da war ich schon zu sehr in dem Sog… dieses on off …das Leiden …kein Halt zu haben und eigentlich auf sich allein gestellt zu sein … wenn es drauf ankam …das hatte mir damals den Rest gegeben -da ich beruflich auch super eingespannt war und alle halbe Jahre in einer anderen Stadt als Direktorin gearbeitet habe …war ich irgendwie auch auf ihn angewiesen- …da ich dort sonst keinen kannte… ich hatte keine Freunde mehr.. beruflich wurde es dann zusätzlich so hart.. dass ich dir Zusatzbelastung durch die fatale Beziehung nicht mehr auffangen konnte..so dass ich zum Schluss alles verloren habe… die Beziehung… meinen Job ..und die Schwangerschaft… er hatte mich zuvor auch immer verlassen weil ich kein Kind mehr bekommen konnte… und ging dann immer wieder zur Ex was ich später erfahren habe…

    Lange Rede… ich war zweimal in einer psychiatrischen Einrichtung… um von ihm loszukommen …im Mai 2015 habe ich es dann geschafft… er meldet sich seitdem immer noch …an meinem Geburtstag und Weihnachten bekomme ich immer noch ein Päckchen- und wenn er hier vorbei fährt… bekomme ich eine SMS… aber mittlerweile lässt mich das kalt… das hat lange gedauert und ich kann euch nur Mut zu sprechen!

    … haltet durch -seid konsequent und antwortet nicht mehr… lest alles darüber und macht euch bewusst- dass diese Kerle euch zerstören… man darf Ihnen keine Macht mehr über sich geben.

    Macht diese Trennung noch einmal durch… nur noch einmal… und dann wird es euch irgendwann besser gehen.

    Ich bin mittlerweile früh Rentnerin und habe psychosomatische Schmerzen entwickelt… ich möchte wieder arbeiten… aber es geht einfach nicht.

    Ich hoffe dass ich auch das irgendwann in den Griff bekomme.

    Aber das Wichtigste ist dass ich mich frei fühle und dass ich das nie mehr zulassen werde dass jemand so über mich bestimmt oder mich so im Griff hat gefühlsmäßig.

    Wenn du schon kein einfaches Leben hattest -gibt Dir so eine Person den Rest… lasst das nicht zu, dass aus euch ein Wrack wird.

    Fühlt euch gedrückt und fühlt euch hoffentlich irgendwann frei.

  2. Alex sagt:

    Man sollte nicht fragen „Warum ein N ständing schlussmacht“, sondern vielmehr „Warum der Partner immer wieder drauf eingeht, wenn der N wieder ankommt und man ihn/sie zurücknimmt?“?

    Primär sollte das Verhalten den N uns egal sein, weil wir, als hoffentlich Normaldenkende, da eh nie was dran ändern können.
    An uns hingegen schon.

    Von daher die Frage, was ist wirklich wichtiger, die Taten des N zu hinterfragen oder eben die eigenen Handlungen besser zu koordinieren?
    Warum gehen wir immer wieder zurück, anstatt zu sagen „Nö, ich hab keine lust mehr!“? Weil wir uns belabern und täuschen lassen.
    Und da ist es dann besonders wichtig rational zu denken. Ich weiß, das ist nicht einfach, aber man muss sich nur vor augen halten, wie die Zukunft mit so einem Menschen aussehen würde. Kann ein N mich jemals glücklich machen oder laufe ich einem Traum hinterher?
    auch das „Er wird sich schon noch ändern“ sollte man schnell aus seinem Kopf streichen, wird nicht passieren.

    Von daher, denkt weniger über den N, sondern primär über EUCH selbst nach! Dann kann der N machen was er/sie will

  3. Anne sagt:

    Lieber Herr Grüttefien,

    herzlichen Dank für Ihren Artikel. Ich verfolge schon seit Längerem Ihre Seite und habe Ihren Newsletter aboniert, da ich irgendwann angefangen habe, Erklärungen für das Verhalten meines Partners zu finden. Das in Ihrem neuesten Artikel beschriebene Verhalten trifft voll und ganz auf meine Beziehung zu. Was mich jedoch jedes Mal verunsichert ist der Fakt, dass mein Partner überhaupt nicht die Eigenarten eines „typischen“ Narzissten aufweist. Er ist eher ein ganz weicher Typ. Fast schon feminin. Er ist eher bescheiden, stellt sich eher unter den Scheffel und ist überhaupt kein selbstverherrlichender Typ. Er ist eher wie ein großer Junge – das hat mir auch anfangs so an ihm gefallen. Ich habe das Gefühl, dass er sehr zuwendungs- und nähebedürftig ist. Allerdings spielt sich unsere Beziehung seit 8 Jahren hauptsächlich an zwei Tagen ab, mittwochs und sonntags, an denen meine Kinder bei ihrem Vater sind. Zwar sind wir auch gemeinsam in den Urlaub gefahren aber weiter hat sich die Beziehung nicht entwickelt. Es fehlt kommplett der Alltagsbezug. Er brauche sein Rückzugsgebiet, sagte er immer. Sein Gekränktsein habe ich lange Zeit auf seine Verletzlichkeit und Sensibilität geschoben und ich habe mir jedes Mal selbst die Schuld gegeben. Auch der gemeinsame Sex war unbeschreiblich – dabei hat er auch immer großen Wert auf meine Bedürfnisse gelegt. Es machte so einen einfühlsamen Eindruck. Er hat sich für sein Verhalten nie entschuldigt, da er ja meinte, ich sei Schuld und dränge ihn regelrecht dahin. Der Rest ist komplett gleich. In den Zeiten der Kontaktabrüche, die aus für mich völlig unbegründeteten Anlässen heraus entstanden (meistens wenn ich unsere Beziehung angesprochenhabe) leide ich unendlich und falle völlig ab. Wenn ich an einem Punkt bin, an dem der Schmerz so groß ist, laufe ich ihm wieder hinterher. Er scheint dann auch froh und erleichtert zu sein, dass ich wieder gekommen bin und die Versöhnungen sind, wie sie schreiben, herzzerreißend und danach von unglaublichen Höhenflügen gefolgt. Ich hatte immer das Gefühl, dass er in dieser Zeit genauso leidet wie ich. Ich habe mir jedes Mal vorgenommen, besser zu sein. Dass es immer Kontakte zu anderen Frauen und besonders Ex-Frauen gab und gibt, habe ich ausgeblendet. Er meinte, das sei normal und ich bildete mir da etwas ein. Jetzt weiß ich, dass er sich in den Zeiten der Kontaktabrüche immer wieder mit anderen Frauen „getröstet“ hat. Dass er beim letzten Kontaktabbruch wieder mit einer Ex-Frau geschlafen hat, hat er das erste Mal zugegeben. Das war vor zwei Wochen. Das erste Mal habe ich nun die Beziehung beendet und ich weiß, dass das so bleiben muss. Allerdings verfalle ich schon wieder diesem fast unbezwingbaren Sog. Am liebsten würde ich wieder losfahren, damit alles wieder „gut“ wird. Aber ich kämpfe dagegen an.

    Meine Frage ist die, ob es auch bei Nicht-Narzissten eine solche Verhaltensweise gibt? Zeigen Bindungsgestörte dieses Verhalten auch?

    Ich habe das Gefühl, dass ich mit jedem on/off ein unmerklich ein Stück Selbstachtung verloren habe. Wenn mir Themen auf dem Herzen lagen, habe ich ständig überlegt, wie, wann und auf welche Weise ich sie anspreche aus Angst vor dem Fluchtreflex. Oft habe ich es dann ganz gelassen.Wenn ich Unzufriedenheit zeigte, folgte bald die Flucht aus irgendeinem Grund. Meinen Arbeits- und Kinderalltag habe ich allein gemeistert. Ich denke immer , dass ich stark sein muss und habe mich auch immer stark gefühlt. „Das schaffe ich schon allein.“ Das Zusammensein mit meinem Partner war wie Inseln. Wie ein anderes Leben.Was er in der restlichen Zeit gemacht hat, weiß ich eigentlich nicht.
    Aus der lebenslustigen, aktiven, optimistischen, sportlichen kleinen Powerfrau die ich einmal war, ist mittlerweile eine unsichere, emtkräftete Person voller Selbstzweifel geworden. Ich denke, ich habe mich im Kampf um unsere Beziehung völlig entkräftet.

    Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.
    Herzliche Grüße
    Anne

    • Hallo Anne,
      Dieses Verhalten – Flucht vor Nähe und Angst vor Distanz – kann man auch bei anderen Persönlichkeitsstörungen oder ganz allgemein bei Menschen mit einer Bindungsstörung beobachten. Wenn einer der Partner in der Beziehung zu starke Angst davor hat, seine Autonomie durch zu viel Nähe zu verlieren und abhängig zu werden oder zu viel Angst davor hat, den anderen zu verlieren und allein sein zu müssen, dann kann es zu Konflikten kommen, die zu einem ständig On-Off führen können. Es entsteht ein Ungleichgewicht: Der eine will dann zu wenig Bindung und der andere will zu viel Bindung.

    • Josi sagt:

      Hallo Anne,

      krankhafte Narzissten treten nicht immer grandios auf. Es gibt auch die Verdeckten, die sich intern für die Größten halten, dies nicht nach Außen kommunizieren und äußerst bescheiden und wirken.

      • Josi sagt:

        …“bescheiden und selbstlos wirken“ sollte da eigentlich stehen.

      • Anne sagt:

        Liebe Josi,

        hab auch vielen Dank für deine Rückmeldung. Dann wird das wohl so sein. Mein Vater war/ist ein Bilderbuch-Narzisst – ganz unverkennbar. Mein Partner war/ist so völlig anders. Er gibt sich immer eher ein bisschen hilflos – das weckt wahrscheinlich den Beschützerinstinkt der Frauen. Kein Außenstehender würde glauben, dass er sich so verhält. Er gibt sich ganz verletzlich, manchmal ein bisschen melancholisch und ist ein richtiger Frauenversteher. Ich glaube, das lieben die Frauen so an ihm. Er gibt sich auch immer als Opfer, den niemand versteht. Ansonsten sind es die gleichen Abläufe wie im Artikel beschrieben. „Ich sei die größte Liebe seines Lebens“ und „er würde nie wieder eine Frau so lieben wie mich“. Man will einfach nicht wahr haben, dass diese hundertmal gesagten Worte nicht stimmen. Aber wie schnell er zwischendurch auf Interimspartnerinnen umsteigen kann…

        Herzliche Grüße
        Anne

        • Josi sagt:

          Hallo Anne,

          das klingt nach meinem Ex. Ich kann natürlich keine Ferndiagnose abgeben, aber auch verdeckte Narzissten, scheinbare Frauenversteher, pseudoverständnisvolle Zuhörer…gelangen an ihr Ziel. Machtausübung und die Kontrolle über Alles haben.

          Deine Schilderungen hören sich schwer danach an.

          Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen für einen endgültigen Cut!

          • Josi sagt:

            Nachtrag an Anne: Nach dem extremen Anfangsschmerz und dem Entzug wirst du froh sein, dieses hilflose „Kind“, das ständige Geschleime, das Fremdflirten und die ständig sich wiederholenden leeren Worthülsen nicht mehr ertragen zu müssen.

            Er hat dich subtil klein und an der kurzen Leine gehalten – egal was für eine Störung er nun genau hat.

            Das ist weniger wichtig.

            Wichtig ist, Dass Frau oder Mann sich das nicht auf Dauer bieten lässt.

            Zu Beginn blicken das nur wenige, weil es so subtil abläuft.

            Du schaffst das!

            Ich merke schon jetzt nach 4 1/2 Monaten Kontaktabbruch meinerseits eine innere Befreiung.

          • anne sagt:

            Liebe Josi,

            vielen Dank für deine lieben Worte und deine ehrliche Meinung.
            Ja, ich weiß,dass ich jetzt durchhalten muss, damit ich wieder „gesund“ werde. Ich bin physisch und psychisch ganz schön am Ende. Das hätte ich mir mal nie träumen lassen. Ich würde gern wieder die werden, die ich mal war: lebenslustig, aktiv, voller Kraft und voller Zukunftspläne. Dein erster Satz vom Nachtrag trifft es genau. Eigentlich bin ich mir vom Verstand her schon lange bewusst, dass das nicht geht. Aber man will es nicht wahr haben und man hat Angst vor den Schmerzen (die man ja schon von den Kontaktabbrüchenkennt), die darauf folgen. Ja, ich muss jetzt durch den „Entzug“. Ich habe zwei wundervolle Kinder, die mich brauchen und für die ich wieder die starke fröhliche Mutter sein möchte. Ich weiß, das ich mich jetzt erstmal um mich kümmern muss und habe schon Maßnahmen ergriffen.
            Morgen habe ich Urlaub und fahre 200 km nach Berlin. Dort habe ich einen Termin bei einer Psychotherapeutin, die sich auf die Auflösung von emotionalen Abhängigkeiten spezialisiert hat. Ich bin zuversichtlich, dass ich es schaffe. Hoffentlich.
            Sei ganz lieb gegrüßt und auch dir alles Lieb und Gute.
            Du hast es 4 1/2 Monate geschafft! Ich wünschte ich wäre schon an diesem Punkt.

        • Feder sagt:

          Hallo Anne. Ich war selbst mit einem „Verdeckten“ 2 Jahre zusammen. Rückblickend ist mir vollkommen unverständlich, wie ich die vielen kleinen Hinweise, daß hier massiv etwas nicht stimmt nicht gesehen habe. Ich war schlicht froh, daß ich nach den vielen „Großkotzen“ in meiem Leben mal einen netten, lieben und einfachen Busfahrer getroffen habe. Ich dachte, es muß toll sein, sich nicht mehr so wahnsinnig anstrengen zu müssen, um jemand anders zu genügen. Aber, genau wie bei Dir. Der kleine unscheinbare und verletzliche Herr war in der Damenwelt äußerst angesehen. Mein Gott! Da haben sich Abgründe aufgetan, daß es mich immer noch schüttelt. Ich habe mehr als ein Jahr gebraucht, um mich wieder zu sammeln, nachdem er mir abrupt und völlig unvorhersehbar das Ende per Nachricht präsentierte. Er selbst ist dann, als ich ihn zur Rede stellen wollte, zu einem Eisblock erfroren und es war ihm völlig unverständlich, warum ich das nicht einfach so hinnehmen kann. Ich fasse es heute noch nicht, daß ein Mensch so vollkommen empathielos sein kann, ohne jegliches Gefühl. Natürlich war längst parallel anderes im Gange. Ich bin total auf seine leise, aber dennoch grandiose Art reingefallen. Ich frage Dich, ist sowas wirklich ein Partner? Übrigens war meiner lange in Therapie bzw Klinik. Damals hieß es wegen Depressionen, ich habe nie nachgefragt, hätte ich besser mal machen sollen.

          • anne sagt:

            Liebe Feder,

            hab vielen Dank für deine Nachricht. Ja, genauso wie du es am Anfang beschreibst, ging es mir auch. Ich war so glücklich, so einen so lieben, einfachen und gefühlvollen Mann gefunden zu haben. Und das schlimme ist, dass der Prozess so schleichend vonstatten geht, dass man es zunächst gar nicht merkt. So wie du, sehe ich jetzt rückblickend die vielen kleinen Anzeichen, die ich aber einach verdrängt habe. Man hätte müssen viel früher die Reißleine ziehen – aber am ende ist man immer schlauer. Das schlimme ist, dass Kopf und herz nicht synchron laufen. Ich merke selbst jetzt diesen Sog wieder hinzugehen und es kostet im Moment vo viel Kraft, dagegen anzukämpfen. Aber ich gebe mir alle Mühe.
            Denn du hast recht – das ist kein Partner. Ein Leben in ständiger Verlustangst, immer in Anspannung – das macht auf die Dauer krank.

            Herzliche Grüße
            Anne

          • Feder sagt:

            Hallo Anne, er mimte auch immer den Guten nach außen und hielt sich gern z.B. im Tierheim auf. Ich liebe Tiere und fand das supertoll, bis ich langsam dahinter kam, daß es ihm die hilfsbereiten Damen angetan haben, die man in derlei Organisationen gern findet. Als ich desöfteren Geld in die Sammeldose steckte wurde er richtig böse, schließlich bezahle er ja 5€ im Jahr und das würde für DIE ja wohl reichen. Schade, daß es mir erst hinterher klar war. Auch die selbstgebackenen Plätzchen und zugesteckten Telefonnummern älterer, einsamer Damen fand ich eher lustig. Heute nicht mehr. Er besaß 3 Handys. Alle Namen, auch meiner waren codiert. Ich war ein Smiley, mir wurde glaubhaft erklärt, daß der Grund sei, er müsse immer lächeln, wenn ich anrufe. Bei soviel Blödheit meinerseits kann ICH heute nur noch lächeln. Unglaublich,wie der Mensch mich zusätzlich finanziell ausgenommen hat. Ich dachte immer, armer Busfahrer halt. Hat mir nichts ausgemacht, ihn durchzufüttern, ihn teuren Markenklamotten auszustaffieren und auch sonst überall zu bezahlen. Er hatte ja immer nur 5 oder 10€ einstecken. Clever…. Oh Herr, lass‘ Hirn vom Himmel regnen. Meiner Eigenanteile kann ich mich nicht freisprechen, aber, zu meiner Entschuldigung muß ich sagen, ich kann gar nicht so schlecht denken, was andere tun.

          • Sunny sagt:

            Hallo Feder, Deine Geschichte gleicht meiner fast 100%. Mir ist am 16.2.18 der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Ich dachte auch das ich einen netten zurück haltenden Mann gefunden hatte, der vorher angeblich nur kurze Beziehungen hatte,weil die damen mit seiner “normalen“ art nicht klargekommen sind…
            Er hatte auch eine Therapie wegen Depressionen bevor wir uns kennen gelernt haben. Ich habe auch nicht weiter nachgefragt. Die versteckten kleinen seitenhiebe habe ich auch gekonnt ignoriert. Jetzt ist er nach 7 Jahren davon 5 verheiratet einfach gegangen und eine neue gespielten gab es auch. Wir wollten im April in unser kleines Häuschen ziehen, das wir zusammen ausgebaut haben, nun ist er weg und es kommt keine Reaktion. Lg sunny

        • Josi sagt:

          Hallo Anne,

          ich finde es gut, dass du morgen zu dieser Therapeutin fährst. Du gehst das ganze Übel teils verzweifelt und teils tatkräftig an. Das könnte dir zeigen, dass doch noch etwas von der „alten“ optimistischen und starken Anne übrig geblieben ist. 🙂

          Und das nach acht Jahren!

          Ich drücke dir die Daumen, dass die Befreiung von der emotionalen Abhängigkeit Klappt!

          Und ich kann dir wsagen, dass du wieder zu dir finden wirst…auch wenn es zu Beginn sehr schmerzhaft ist.

          Und auch die Nachwehen sind nicht ohne. Ohne Unterstützung kaum zu schaffen…aber es lohnt sich. Irgendwann wirst du es spüren!

          • Josi sagt:

            Hallo Feder,

            der Ex von mir macht auch schon seit Jahren Therapie. Wegen Depressionen und weil die Frauen zu ihm so böse sind und seine Kids nicht so funktionieren, wie er es gerne hätte.

            Es ist eine Therapeutin. Entweder sie fährt voll auf sein Opferdasein ab und lässt sich manipulieren (darin ist er Meister) oder sie brint ganz langsam Eigenanteile auf den Tisch. Dann ist das aber sehr langsam.

            Ich zumindest konnte keinen Therapieerfolg bei ihm feststellen.

            Von einem Thera habe ich gehört, dass man Narzissten, die in die Therapie kommen zu 95% Honig ums Maul schmieren muss und sie nur nach und nach ganz sanft mit Eigenanteilen konfrontieren darf. Ansonsten wird auch der Thera zum Feind.

            Ansonsten decken sich deine und meine Erfahrungen erneut.

          • Lise1 sagt:

            josie, ja, Die ersten Monate verbringt der Therapeut damit, dass der N die Therapie nicht abbricht, erst danach geht’s ans Eingemachte

          • Josi sagt:

            Hallo Lise1,

            bei dem Ex sind es aber schon mehrere Jahre. Irgendwas läuft da bei seiner Therapie falsch, aber das hat mich nicht mehr zu interessieren.

            Ein Problem werden damit seine Kids und die Nächste(n) haben. Seine Kids tun mir schon lange leid und die neuen, oft parallel laufenden Frauen müssen einfach ihre Erfahrungen machen. So traurig und die Frauen zerstörend das auch ist.

            Betroffene Männer deuten das bitte um.

            Vom Gegenteil überzeugen, dass er „kein Guter“ ist…das hat bei mir auch keiner geschafft. Ich musste es selbst erfahren.

            @Anne

            Arianna und Lise1 haben bereits alles Notwendige geschrieben.

            Der Schmerz zu Beginn und auch die Nachwehen gehen vorbei. Wichtig ist…Geduld mit sich selbst haben und Gefühle (auch negative) zulassen.

            Eine einzige Sitzung bei einem Therapeuten bringt dich nicht dahin, dass von heute auf morgen Alles wieder gut ist (leider).

            Wie Arianna schon schrieb ist die Akzeptanz, dass der Ablösungs- und Heilungsprozess nicht erzwungen werden kann, sondern nur langsam vorangeht, wichtig.

            Rational hast du Vieles, wie die meisten hier (einschließlich mir) begriffen. Die Umsetzung der Erkenntnisse ist der schwierigere Teil für die meisten von uns.

            Das ist alles Andere als einfach.

            Du bist trotzdem auf einem guten Weg! 🙂

            Und du wirst irgendwann spüren, dass der Schmerz nach und nach geringer wird, wwenn du den Kontaktabbruch konsequent durchziehst.

            Anders geht es meiner >Meinung nach nicht.

            @Arianna

            Es ist wohltuend, eine Einstellung zum Leben und zur reifen Liebe zu lesen, die meiner ähnlich ist!

        • Dan sagt:

          Hallo Anne

          „Akzeptanz“ ist das Zauberwort. Als ich nach rund einem Jahr realisiert hab, mit was für einer Person ich es zu tun habe, war die Erkenntnis befreiend. Die zahlreichen Trennungen zuvor haben stets geschmerzt. Suchte und fand die angeblichen Fehler bei mir. Ich wollte mich ändern – ging zur Therapie, achtete auf jedes Wort was ich sagte. Die Psyche leidet zuerst, dann der Körper. Aus Glück ggü. des Partners wird Angst. Ständige Müdigkeit und unangekündigte Schwindelanfälle sind normal. Die letzte Trennung erleichterte mich. Das wird es Dich auch. Mir geht’s von Tag zu Tag besser. Aber es stimmt leider auch was hier steht, wenn der Narzisst Schluss macht. Nach dem X-ten Mal stellt Sie fest, dass ich nicht mehr angekrochen komme. Das stört Sie nun und so macht Sie sich immer wieder bemerkbar. Gibt wieder ein „Geschenk“ zurück, um Zeichen zu setzen. Wichtig ist, dass man keine Diskussion anfängt. Denn diese führt zu nichts. Ich würde mir inzwischen Wünschen, dass Sie bald ein weiteres Opfer findet, damit Sie mich endlich in Ruhe lassen kann.

          • anne sagt:

            Lieber Dan,

            auch dir vielen Dank für deinen Kommentar.
            Ja, das Akzeptieren, dass es nicht funktionieren kann und sich nichts ändern wird, ist sicher die Voraussetzung für eine „Heilung“. Die Entzugsschmerzen sind dennoch da und für eine kurzzeitige Linderung tut man dann fast alles. Ich weiß, dass ich da durch muss. Nach wie langer Zeit ist bei dir erstmals das Gefühl der Erleichterung eingetreten? Du siehst, ich suche nach Strohhalmen um mich von Tief zu Tief zu hangeln bis es besser wird.

            Herzliche Grüße
            Anne

            Herzliche Grüße
            Anne

          • Ama sagt:

            Lieber Dan,
            das mit den Geschenken kenne ich zu gut und immer wieder bin ich drauf reingefallen. Weil es ja auch immer wieder schön war. Aber zu einer Lösung sind wir nie gekommen. Ich versuche mich zu distanzieren aber es ist schwer, vor allem weil ich schon auch stark meinen eigenen Anteil sehe, der ja irgendwann auch tatsächlich da ist. Du schreibst dass es bei euch ein Jahr ging. Hattet ihr da zu Beginn eine schöne Beziehung? Wir hatten das ein paar Monate und dann fing alles an wie hier beschrieben. Jetzt versuche ich, so wie du schreibst, zu akzeptieren, dass eine „normale“ Aussprache nicht möglich ist. Muss aber sagen, dass es mir echt schwer fällt mich nicht ständig selbst zu hinterfragen. Hast du es geschafft dich von ihr ganz zu lösen und lässt sie dich in Ruhe? Hab echt Angst dass das nie aufhört.

    • Arianna sagt:

      Hallo Anne,
      nach meiner Erfahrung sind viele Menschen einfach schwach und unreif. Sie haben keinen entwickelten Charakter mit Wertesystemen wie Rücksicht auf andere, keine Erfahrungswerte, aus denen sie wirklich gelernt hätten. Vielleicht sind sie nicht direkt manipulativ und hinterhältig, aber doch egoistisch und verantwortungslos.
      Das Schlimme ist, dass man ihnen gefallen will und das Leben nur noch darum kreist, wie man es ihnen recht machen kann, nicht anders als bei Beziehungen zu Menschen mit wirklich ausgeprägten, boshaften narzisstischen Zügen. Die Sucht, die Überzeugung, es schaffen zu müssen, den Traum wahr werden zu lassen, und die Entzugserscheinungen sind sehr ähnlich. In beiden Fällen hat man nur durch Kontaktabbruch und einen neuen Anfang, ein Leben ohne diese Menschen, eine Chance, wieder glücklich und erfüllt zu sein. Irgendwo tun einem diese Menschen leid und man möchte ihnen helfen. Aber das kann man nicht, sie ändern sich nie. Vielleicht irgendwann von selbst, aber nicht durch unseren Einfluss. Wir Opfer machen uns damit nur selbst kaputt.
      Du bist glaube ich schon auf dem richtigen Weg, halt durch…
      Und nicht vergessen: das hier ist das richtige Leben und kein Märchen! Wir sind keine Personen aus „Krieg der Sterne“. Dort wird der Böse vielleicht am Ende noch geläutert, im wirklichen Leben aber bleiben Menschen, wie sie sind. (Zumindest ist mir noch nie eine Ausnahme begegnet.) Akzeptieren wir es – eine andere Chance haben wir nicht.
      Gruß 🙂

      • anne sagt:

        Liebe Arianna,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast vollkommen recht in allem, was du schreibst. Der Schmerz ist trotzdem da – manchmal so unerträglich, dass man alles dafür tun würde, wenn er auch nur für eine kurze Zeit nachlassen würde. Ich glaube, für diese kurzzeitige Erlösung geht man dann wieder auf den Partner ein, der einem aus rationaler Sicht wirklich nicht gut tut. Es lindert eben für kurze Zeit ersteinmal und vor der nicht stattfinden werdenden Zukunft mit diesem Menschen verschließt man die Augen. Hauptsache der Schmerz lässt nach.
        Die Therapeutin in Berlin, bei der ich vor einigen Tagen war, erklärte, dass wir auf unbewusster Ebene einen Partner finden, der in etwa unserem eigenen Reifungsgrad entspricht. Auf unbewusster Ebene finden wir einen Partner mit ähnlichen Defiziten und glauben, dass er den eigenen inneren Mangel ausfüllen kann. Das ist aber unmöglich und so kommt es zu diesen Kreisläufen und der Abhängigkeit. Sie sagte mir auch, dass man den Anderen nicht ändern, nur an sich selbst arbeiten kann und den unbewussten Mangel selbst stillen muss. Nur so könne man nachreifen und findet, irgendwann dann auch einen entsprechend reifen Partner.

        Für mich ist das verständlich – aber der Schmerz bleibt. Ich bin wohl ein wenig naiv an die Sache herangegangen. Ich hatte ein bisschen gehofft, dass der Schmerz nach der Sitzung „weg “ ist – aber das ist natürlich nicht der Fall.

        Du hast recht, das Leben ist kein Märchen und währenddessen man hofft und die Gedanken kreisen, vertut man seine kostbare Lebenszeit. Ich nehme mir jeden Tag vor, nach vorn und nicht mehr zurück zu blicken – aber es fällt schwer und gelingt mir noch nicht. Es gibt Tage, da geht es mir gut und ich bin wieder zuversichtlich – dann denke ich, jetzt ist es geschafft, es geht aufwärts. Dann kommen plötzlich wieder Rückfälle und man verliert wieder völlig den Mut. Sag, dass es irgendwann vorbeigeht.

        Liebe Grüße
        Anne

        • Arianna sagt:

          Hallo Anne,
          ich will dir keine falschen Hoffnungen machen… In meinem Fall ist es irgendwann vorüber gegangen, aber eher unmerklich. Es hat lange gedauert und ich musste mein Leben komplett neu orientieren – neuer Wohnort, neuer Freundeskreis, neue Arbeit, neue Partnerschaft. Es ist wie eine Sucht, man riskiert immer, zurückzufallen nur um des einen, kleinen Moments der Erleichterung willen (wie du schon richtig festgestellt hast). Die Loslösung geht Schritt für Schritt, nicht auf einmal. Vor allem muss man sich klar machen, dass man mit sich selbst kämpft, nicht mit dieser anderen Person. Man muss die Phantome verjagen, die man im Kopf hat – die Illusionen, die man mit diesem Menschen verbindet. Mit ihm selbst hat das ganze Leid wenig zu tun, das schwarze Loch entsteht eher im eigenen Kopf.
          Ich war mit meinem vor ein paar Monaten (nach vielen Jahren) kurzzeitig wieder in Kontakt und habe mich selbst gewundert, wie fremd er mir vorkam. Und wie schwach und dumm er eigentlich ist. Man macht sich wirklich etwas vor, strickt sich aus Äußerlichkeiten irgend etwas zusammen, das den eigenen Träumen und Bedürfnissen entspricht.
          Leider leben wir ja auch in einer Zeit und Kultur, in der Liebe und Romantik großgeschrieben werden und wir unseren Gefühlen folgen sollen, die Liebe wird’s schon richten etc. Es ist auch alles unverbindlich, man ist oft lange mit jemandem zusammen ohne Ehe, da denkt sich so manch einer, „Toll, keine Pflichten, ich sahne einfach nur ab.“ Manchmal frage ich mich, ob es nicht früher irgendwie besser war, als man verheiratet wurde, wenigstens hatte man keine großen Erwartungen… 🙂
          Nun gut, so weit muss man vielleicht nicht gehen. Aber vorsichtig sein, wenn man sich verliebt, auf jeden Fall. Ich kenne leider viele Fälle, wo der Traum zum Alptraum wurde. Und ohne Alltagsbezug funktioniert es nicht, das weiß ich aus Erfahrung – Alltag mag nicht sehr romantisch sein, ist aber notwendig. Man lebt ja auch nicht nur von Zucker. Mit dem richtigen Menschen ist auch der Alltag irgendwie schön, wenn man sich gemeinsam zuhause fühlt. Es stimmt zwar, dass man Freiräume braucht, aber letztlich muss Gemeinsamkeit da sein, in guten wie in bösen Tagen.
          In der Hoffnung, etwas weitergeholfen zu haben… 😉

          • Julie sagt:

            Ariana, ich kann Dir voll zustimmen. Du hast die Situation perfekt beschrieben. Alles geht nur schrittweise.
            Und nachträglich betrachtet, findet man das ehemalige „Objekt der Begierde“ nur noch klein – in jeder Beziehung.

          • Susanne sagt:

            Wundervoll erklärt und beschrieben, liebe Arianna. Wünsche dir alles Gute.

        • Lise1 sagt:

          Liebe Anne, ja es geht vorbei.

          Wichtig ist, dass du dich in deinem Schmerz verwöhnst, dir nicht selber noch mehr Schmerzen zufügst.
          Also ganz simpel, gutes Essen, nicht zu viel nicht zu wenig, keine Drogen, keine anderen Süchte wie Kaufrausch,Internet oder zu viel Arbeit. Mach was für dich, was du schon lange machen wolltest. Kurz reise nach Paris? Malkurs an der Volkshochschule? Lange Spaziergänge? Kontakt zu altem Freund oder Freundin wieder aufnehmen? Nette Verwandte besuchen? Allein ins Konzert der Lieblinband? Eine Arztbesuch, den Du vor Dir her geschoben hast? Wohnung an irgend einer Stelle hübsch machen, kaputte Sachen entsorgen? Gut schlafen?
          Sonnenaufgang beobachten? Neue Teesorte mit Neugier und Genuss ausprobieren?

          Jede gute Minute zählt, schaffe sie dir, experimentiere, horch in dich hinein, erinnere dich an alte Träume und erinne dich, was dir früher gut tat.

          Dabei mach möglichst ohne Hektik die wichtigsten Dinge auch, also vernachlässigen nicht den Job. Wenn du im Moment nicht gut arbeiten kannst, sprich mit deinem Chef, bitte um eine andere Stelle oder zumindest um Verständnis, dass es im Moment für eine Weile für dich schwieriger ist. Oder beantrage eine Kur. Vergiss nicht die Steuererklärung usw, also Dinge die dir später sonst das Leben schwer machen. Hol dir auch da Hilfe.
          Auch das gehört zur eigenen Schonung und Pflege dazu.

          Die Trauer durchleben gehört auch dazu, den Verlust, den man wirklich hat, steckt man nicht einfach so weg. Achte die Trauer, sie will dir was sagen, ist ein wichtiges Gefühl, das dich in der Zukunft andere Wege gehen lässt.

          Es gibt nicht umsonst das so genannte Trauerjahr. Trauer, Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung, haben ihre Zeit und bringen dich weiter, wenn du sie annimmst als berechtigt und sie als Bestandteil der ganzen Gefühlspalette des lebendigen Menschen siehst.

          krank wird man nicht von diesen Gefühlen, sondern wenn man sie nicht haben darf und man sich nicht ok findest mit diesen so genannten negativen Gefühlen. Nimm sie an, betrachte sie und deine Seele wird die Wege suchen, das Leben zu ändern. Siehe oben, hilf ihr dabei, tu dir so oft du kannst was Gutes.

          • anne sagt:

            Liebe Arianna, liebe Lise1,

            habt vielen Dank für Eure Kommentare und Beiträge. Sie helfen, in schwachen Momenten stark zu bleiben.

            Herzliche Grüße
            Anne

      • Feder sagt:

        Arianna, ich schätze Deine Beiträge sehr!

  4. Desja sagt:

    Guten Tag,
    also diese Beschreibung treffen auch sehr deutlich auf meinen Ex zu… Wir haben uns letzte Woche getrennt.
    Ich bin nur maßlos verwirrt und verunsichert, da er mir genau diese Charaktereigenschaften, die ich an ihm so stark wahrgenommen habe und die mich verletzt und gestört habe, 1:1 mir zugeschrieben hat, z.B. ich könne mir meine eigenen Fehler nicht eingestehen, ich sei nicht offen für Kritik, ich würde seiner Meinung keinen Raum lassen, die Beziehung müsste nach meinen Regeln laufen… das verunsichert mich. Ich habe so ein starkes Spiegeln meiner eigenen Wahrnehmung vom Verhalten einer bestimmten Person auf mich selbst auch noch nie in meinem Leben erfahren! Ich weiß, dass auch ich Fehler gemacht habe, häufig eifersüchtig war usw., und ich glaube, einige narzisstische Kriterien treffen auch auf mich zu… Nur war ich meines Erachtens stehts um eine tiefere Konfliktlösung bemüht, die er vollständig abgeblockt hat, mit dem Verweis, ich würde mich über ihn stellen… Also er würde genau das über mich sagen, was ich eigentlich über ihn denke… Er greift mich generell schnell an, macht Vorwürfe und beleidigt mich auch. Auf mein Weinen auf die von ihm nach der Trennung rigoros eingeleitete Kontaktsperre, die er mir bekannt gab, als ich da am Telefon meinte, hat er mich nachgeäfft und gesagt, ich sei respektlos, da ich seine Entscheidung nicht respektiere… Allgemein hab ich fast nie Mitgefühl in Streitereien von ihm bemerkt sondern nur ein sehr rigoroses Schwarz-Weiß-Denken, nach dem ich Täterin war. Das hat mich verunsichert… ich war unendlich traurig, aber nach dem Telefonat gestern, wo ich nach dem WARUM fragte und er nur sagte „hab ich dir schon x mal gesagt“ und er mich dann noch beleidigte und auflegte, fühl ich nichts mehr für ihn. Ich habe das am Telefon sehr gut beobachtet, welch einseitige Dynamik und Destruktion meiner Gefühle und Ansichten da stattfand… Ich werde wütend, wenn ich darüber schreibe, auch weil ich ihn nie zu Verständnis bewegen werde und ich bin wie gesagt verwirrt, weil er ja so sicher ist, ich habe das verdient, und ich sicher ja auch manchmal unfair war.

  5. Yonne sagt:

    Ja, solche Beziehungen hatte ich auch schon…. . Leider kann ich jedoch nicht ganz glauben, dass „nur“ der andere, resp. Narzisst alleine Schuld hat und einfach so die Beziehung abbricht. Ich sehe meinen Anteil auch. Ausserdem war es der Prozess und die Nähe-Distanz Problematik, die so schmerzhaft sind/waren. Alles verlief so nach dem Muster: Wenn Du nicht, ich auch nicht…… also waren ZWEI Beteiligt auf dem Karussell. —Was es natürlich nicht weniger schmerzhaft macht.
    Ws ich damit sagen will, ist dass ich einfach Mühe damit habe, wenn nur eine Partei, (von mir auch der böse Narzisst….) allein an der ganzen Misere schuld sein soll.
    Vielleicht sind/waren ja auch die Erwartungen an den Anderen oder an die Beziehung überhöht. Auch habe ich erlebt, dass sich Opfer-und Täter abwechseln. Nun, es ist auch möglich, dass ich da völlig falsch liege. Vielleicht bin/war ja ich auch narzisstisch
    und nicht nur der andere. Auch ich habe Ultimaten gesetzt. Auch Er hat nie zugehört….
    Nun ja, vielleicht Wollte er halt keine Beziehung mit mir und getraue es sich und mir nur nicht einzugestehen.
    Ich weiss einfach nur, dass auf beiden Seiten „Fehler“ gemacht wurden und unschöne Worte fielen. Eine Beziehung ist nicht immer einfach.
    Einfach zu sagen, der andere ist ein totaler Narzisst und deshalb bin ich unschuldig und einseitige Opfer ist mir einfach zu einfach.
    Ich selbst (Empath?) wurde dermassen ausgenutzt, geplagt und dann fallen gelassen, dass ich dachte ich sterbe. Und doch…… Ich war der andere Teil, der mitgemacht hat; resp. dies mit mir machen liess; und immer wieder eingeknickt bin. Ich war völlig auf ihn und sein Verhalten fokussiert, statt auf mich und mein eigenes Leben. Ich habe so unbewusst die Erlaubnis gegeben, mit mir zu spielen. Das ist/war eben MEIN Anteil.

    • Lise1 sagt:

      Ich sehe es auch so: beide sind beteiligt.

      Auch dass Opfer und Täter abwechseln habe ich auch schon oft erlebt und gesehen, auch am eigenen Leib.

      Man kann sich da mitunter jahrzehntelang in seiner Opfer Rolle da selber was vormachen.

      Danke, Yvonne, dass ich da nicht allein da stehe.

      Ich denke aber auch, dass wir so nicht geboren wurden, sondern dazu gemacht und zum Unglück verurteilt, bis wir das Leben irgendwann in die eigenen Hände nehmen und dann aus dem Spiel rauskommen können, vielleicht nie ganz. Aber realer Sichtweisen nehmen viel Läßt und dann Schuld, es kann endlich das nicht gelebte Leben und das ertragen Unrecht betrauert werden. Aber jeder Zentimeter zählt, wenn es darum geht, nicht mehr Spielball zu sein, sondern für dich zu sorgen

  6. P.L. sagt:

    Hallo
    Der Bericht ist wirklich sehr treffend.
    Auch ich habe die Erfahrung gemacht und sehr lange gebraucht bis ich wusste was da nicht stimmt.
    Die erste Zeit sehr schön, voller Leidenschaft und Interesse an mir.
    Das tolle Gefühl von anfänglicher Geborgenheit, und Wärme uvm. lies mich glauben, dass ist es.
    Einige Zeit später, hatte ich immer wieder das Gefühl das was nicht stimmt.
    Ich konnte es nicht benennen, immer diese Schuldzuweisungen und Du Botschaften ließen mich an mir selbst zweifeln.
    Egal was ich schrieb oder sagte, er nahm es immer falsch auf. Sinnlose Diskussionen ergaben, immer wieder Situationen die ich nicht verstand.
    Verstrickungen, herabsetzen meiner Person, wurden zum Tagesablauf.
    Kein Lob, keine Anerkennung kein Interesse mehr an mir.
    Und immer wieder die gleichen Themen, machten mich unsicher.
    Er tat was er wollte und lies mich in seinem Leben nicht mehr Teilhaben.
    Er verleugnete unsere Beziehung, damit er keine Lösung für das Problem finden musste. Er hat eine Tochter die nicht wollte das er eine neue Freundin hat. Auch sie machte mit ihrem Vater was sie wollte. Setzte ihm unter Druck so wie er es bei mir machte. Ich hätte kein Verständnis für ihn usw. das waren immer wieder seine Worte.
    Erst als ich schon dermaßen manipuliert wurde und in meinem eigenen tun eingeschränkt, habe ich im Internet nach einer Bezeichnung,nach einer Kommunikationsart gesucht wie ich mit ihm klar komme.
    Ich hatte nur noch 46 kg, fing an regelmäßig zu Trinken und zweifelte an mir selbst. Erst als ich mich einmal hinsetzte und zu mir sagte, hy das kann nicht sein das du so bist wie er dich beschreibt,dass kann nicht sein sonnst würdest du als Sozialarbeiterin nie mit Menschen Arbeiten können,fing ich an mit den genaueren Recherchen und fand die ideale Beschreibung, die auf ihn passte.
    Ich saß vorm PC und schüttelte den Kopf und dachte mir, nein das kann nicht sein, vor kurzen hatten wir doch noch so einen schönen Abend verbracht.
    Tagelang habe ich den Narzissmus studiert, mit dem Wissen wie ich mit ihm Kommunizieren kann ging es besser. Doch jedes kleinste Wort was ihm nicht passte wurde zerlegt. Stell die Sachen raus ich komme sie holen dann hast deine Ruhe vor mir. Das war seine Reaktion. Ich durfte nicht mal mehr bei FB schreiben und posten was ich wollte, ohne von ihm schikaniert zu werden.
    Ich habe genug gelernt, Danke.
    Was sehr schwierig ist , da ich auch immer wieder vor seinem Handeln Angst habe diesen einen Moment zu finden um es halbwegs vernünftig beenden zu können. Falls man das bei dieser Spezies Mensch überhaupt kann.
    Mit dem Wissen wie er tickt und denkt geht es schon viel besser. Ich habe keine Erwartungen mehr in diese Beziehung, sondern weis das es bald vorbei sein wird.

    • Lise1 sagt:

      Du kannst es sofort und komplett beenden, es liegt nicht an ihm, sondern an dir. Guck auf dich und hör auf, ein Opfer zu sein!

      • Lise1 sagt:

        Du kannst natürlich auch warten, bis er das nächste Mal sagt, dass du die Sachen raus stellen sollst. Dann machst du es. Überleg vorher, was es alles ist, damit es dann ohne Komplikationen läuft.

        Niemand muss sich jedes Wort verdrehen lassen, sich in Facebook stalken lassen, oder ein Kind über ei e Beziehung bestimmen lassen.

        Sei aber der Tochter nicht sauer, sie ist so nicht geboren, sondern hat das von den Eltern gelernt. Also auch das geht auf ihn. Ebenso dass er eure Beziehung leugnet.

        Dass du so abnimmt und trinkst, geht aber auf dich, nicht auf ihn. Du bist verpflichtet, für dich zu sorgen. Dass du dir die nötige Fürsorge nicht geben kannst oder willst zeigt, dass du dich nicht für wertvoll genug hältst.
        Da kannst du zuallererst hinschauen. Am besten mit Hilfe, denn selber blendet man da gewohnheitsmäßig viel aus, es würde zu sehr weh tun, zu traurig sein. Ein Therapeut sieht aber, wo du leidest an dir selbst und kann dich stärken

    • Dan sagt:

      Erschreckend wie identisch alles Ablaufen kann. Ich kann es bestätigen. In meinem Falle war es zwar eine Sie, jedoch das Verhalten wär genauso wie Du es schilderst und die Gedanken, die Du hier niederschreibst hatte ich ebenso 1 zu 1.

      Ich hab es so gemacht: Als ich nach über einem Jahr über diese Seite in Erfahrung gebracht habe, was die Ursache war, erleichterte es mich enorm. Und hab innerlich aufgegeben. Ich wartete also auf den Zeitpunkt, dass die X-te Aufforderung kam, die Sachen rauszulegen. Ich wusste nicht, wann es sein wird, aber ich wusste, dass es zu 100% passieren wird. Anhand eines sms – welches noch rational war, packte ich bereits Ihre Sachen zusammen. Denn wie immer war das erste sms noch rational. Egal welche Antwort ich jeweils gab (zustimmend, deeskalierend), folgten aggressive Nachrichten, abwertend, Schuldzuweisungen unter der Gürtellinie. Einerseits war ich traurig, weil ich Sie bemitleide und es so schade finde, dass Sie einfach nicht anders kann. Aber ich war so ausgelaugt. Ich wollte nur noch, dass es aufhört.

    • Julie sagt:

      Hallo PL!
      Was Du beschreibst, habe ich über drei Jahre miterlebt. Am Anfang war es der Himmel auf Erden, dann kam die Hölle. Und man wollte eigentlich immer nur den Himmel zurück und konnte nicht begreifen, was plötzlich falsch gelaufen ist. So ging es iimmer hin und her, auf und ab. Er führte ein eigenes Leben, urplötzlich, nachdem wir zusammen gezogen waren, uns verlobt hatten usw. Fremdgehen, flirten war Tagesordnung.
      Ich denke, liebe PL, du bist aber auf einem guten Weg, dich zu lösen. Es geht wirklich nur schrittweise, sonst landet man beim PsychoDoktor.
      Und nein,Lise1, du hast da – so glaube ich – keine Ahnung. Von wegen, das und das darf man sich nicht gefallen lassen und Verantwortung für sich selbst übernehmen….. blablabla… schöne Worte aus dem Lehrbuch.
      Wer mit einem Narzissten zusammen gelebt hat, weiß, wie schwer es ist, daraus zu kommen. Es ist wie von einer Droge weg zu kommen. Denn der Narzisst ist charismatisch und weiß genau, welche Knöpfe er beim Partner drücken muss. Und das ist ja das tückische an so einer Beziehung, die schönen Stunden sind nicht einfach nur schön, sondern himmlisch. Dafür sind dann die „schlimmen Stunden“ die wahre Hölle.
      Und in einer Beziehung mit einem Narzissten, haben nicht beide Schuld (meistens nicht). Denn der Narzisst provoziert diese ganze Hölle – ob nun bewusst oder unbewusst. Ich selbst habe meinen Narzissten geliebt bis zum umfallen, habe sanft und vorsichtig mit ihm gesprochen, seine Kindheit berücksichtigt (die so schlimm gar nicht war, wie sich später heraus stellte) , habe ihm immer wieder verziehen ( ohne dass er sich nur einmal entschuldigt hätte). Ich habe das alles getan, weil ich ihn lieb(t)e UND weil ich sah, dass er im Grunde seines Herzens ein armer Wicht war, ein Gefangener seiner selbst. Aber irgendwann musste ich an mich denken und habe langsam den Weg weg von ihm geschafft. Und wer glaubt, der Narzisst ist dann traurig, der irrt gewaltig. Er hat schon lange vorgesorgt.

      • Feder sagt:

        Danke Julie. Mir geht dieses selbst-Schuld-Gerede auch so auf den Keks. Bis man verstanden hat, was passiert, steckt man schon so tief drin. Ich habe mich nie für jemand anders aufgegeben oder mich angepaßt, einfach nur versucht, eine normale und vernünftige Beziehung zu leben. Daß dies für einen Menschen mit geringem Selbstwert als Einladung gilt, einen zu mißhandeln, zu mißbrauchen und wegzuwerfen, kann doch keiner wissen. Alle meine Beziehungen tragen das Muster meiner Mutter im Nachhinein, das ist sicher mein Anteil. Deshalb bin ich interessant für bestimmte Menschen, aber ich verliere nicht die Verbindung zu mir selbst. Anders ist es, wenn man sich Jahre und Jahrzehnte in toxische Beziehungen verstrickt, sich wissentlich mißhandeln läßt und den Weg nicht mehr heraus findet. Aber sch da würde ich mir nicht anmaßen, die eigene-Anteile-Keule herauszuholen.

  7. Nina sagt:

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Es ist als ob Sie mein Leben beschrieben hätten.
    Wie oft er Schluss machte, kann ich gar nicht zählen😄👏 er drohte mir bei jeder Kleinigkeit mich zu verlassen. Spontane Fluchtreaktionen, Er hat ständig seine Sachen gepackt.
    Immer die beleidigte Wurst !! Volltreffer 😄👏 als wir noch zusammen lebten konnte er wochenlang beleidigt sein, ich hab mich immer unbewusst entschuldigt weil ich einfach Frieden wollte 🙂 während der Trennungsphasen konnte ich mir Finger wund schreiben, er hat nie reagiert, ignoration pur! Wie oft suchte ich das klärungsgespräch. Da kann man drauf lange warten 😂
    wie oft wollte ich nur Frieden schließen, sich versöhnen, keine Reaktion. 😉
    Wir waren 12 Jahre mit mehreren On/Off zusammen, erst waren es Tage, dann Wochen , dann Monate, jetzt sind es 3,5 Jahre und diesmal bleibt definitiv bei OFF !! 🙂 wenn ich zurückblicke kann ich auch nicht verstehen warum ich so tief gefallen bin, mich erniedrigt habe, um diese Liebe gebettelt habe.. ich weinte , dachte 25/h an ihm, es ist als ob ich das gar nicht gewesen bin. 🙂 ich habe endlich meine Wunden geheilt und bin glücklich wie nie zuvor 🙂 es ist als ob ich verzaubert war, jetzt komme ich in meine Energie , in mein Ursprung wieder zurück, unbeschreibliches Gefühl wieder selbst zu sein 🙂

    • Sonja sagt:

      Hallo Nina,
      genaus so war es bei mir auch.
      Nach 3,5 Jahren hat er sich jetzt wieder gemeldet, obwohl er bereits seit 1,5 Jahren mit einer anderen Frau zusammenlebt. Jetzt zieht wohl die Routine ein und nun kommt plötzlich die Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit. Ich bin mit der Thematik durch. Ich habe sehr viel an mir gearbeitet und meine Wunden geheilt.
      Du hast Recht, ich konnte es auch nicht verstehen, warum ich soviel zugelassen habe.

  8. Burgi sagt:

    Ich kann den Artikel von Herrn Grüttefien eins zu eins unterstreichen. Mittlerweile weiß ich allerdings, dass diese Beziehung mit dem Narzissten und alle meine vorherigen Beziehungen karmischer Art waren.
    Bei mir waren noch Rechnungen aus frühern Leben offen, in denen ich auch ein/e Narzisst/in war.
    Vielleicht hilft es Euch, wenn ich Euch sage, dass es einen Grund gibt, weswegen Ihr diese „bösen Narzissten“ in Euer Leben gezogen habt. Böse Narzissten schreibe ich in Anführungszeichen, da diese Menschen von inneren Konflikten und mangelndem Selbstbewusstsein fast zerrissen werden, was ihnen natürlich nicht das Recht gib, mit ihrer Umwelt so umzugehen.
    Doch wieso lassen wir zu, dass mit uns so umgegangen wird?
    Habt den Mut und setzt Euch hin und fragt Euch EHRLICH, welches Defizit der/die Narzisst/in bei Euch ausgleichen sollte?
    Wieso fühlt Ihr Euch durch eine/n Partner/in aufgewertet?
    Was hat Euch am meisten an ihm/ihr fasziniert?
    Strahlten diese Menschen nicht etwas aus, was Euch vermeintlich fehlte?
    Wenn Ihr diese Lücke findet und Ihr Euch dazu befähigt sie selber zu füllen, dann erst werdet Ihr wirklich heilen. Denn es hatte einen Sinn, weswegen der/die Narzisst/in in Euer leben trat.
    Seid Ihr denn nicht schon immer wertvoll gewesen im Innersten Eures Kerns seit Ihr auf der Erde seid?
    Ich bin meinem Narzissten sogar dankbar, dass er mir dies aufgezeigt hat. Jedoch werde ich nie wieder eine Beziehung mit ihm eingehen und wünsche ihm alles erdenklich Gut für seinen weiteren Lebensweg.
    Ich umarme Euch,
    Eure Burgi

  9. Silv sagt:

    Hallo Josi,
    Im Rahmen der systemischen Therapie wird leider beschrieben, dass derartige ‚Dinge‘ weitergegeben werden ( können).
    Ich hatte jetzt in der Retrospektive erkennen müssen, dass ich schon zuvor mit narz veranlagten Partnern zu tun hatte. Die letztendlich eine echte Beziehung verhindert haben. Und aber später doch wieder Kontakt suchten. Um mir von ihren anderen Beziehungen zu erzählen und mir nochmals ihr unempathisches Verhalten angedeihen lassen zu wollen.
    Ich lebe allein, zum erszen Mal seit Jahrzehnten und fühle mich sauwohl dabei. Einen verstehenden Partner vermisse ich auch. Sehe aber auch etliche einsam wirkende Beziehungsmenschen.

    • Josi sagt:

      Hallo Silv,

      rückblickend stelle ich bei mir auch festb dass ich durchgehend narz. veranlagte Partner hatte. Mein Ex ist allerdings der bisher subtilste, manipulativste, berechnenste und bösartigste von Allen gewesen.

      Ich habe mich sozusagen heruntergewirtschaftet.

      Von „sauwohl“ bin ich noch etwas entfernt. Das hat allerdings nichts mit dem allein leben zu tun, sondern mit den üblen Nachwehen dieser Beziehung.

      Ich würde sagen, dass ich auf dem aufsteigenden Ast bin – mit zwischendurch Tiefphasen, die ich auszuhalten versuche.

      In meinem Umfeld erlebe ich auch viele gemeinsam einsame Paare. Das hängt wohl mit dem mittleren Lebensalter zusammen.

      • Lise1 sagt:

        Auch damit, dass unsere Generation nicht gut gelernt hat, Beziehung herzustellen und zu erhalten.

        Bei vorhergehenden Generationen war es auch so, aber da fiel es weniger auf, weil man sich mit sowas nicht befasste und auch nach außen mitunter der Schein besser gewährt werdenden sollte.

        Insofern ist es schon gut, wenn jemand sieht, dass was faul ist im zwischenmenschlichen Bereich und wenn man dann noch betrachtet wie und warum.

        Ich hoffe da auf die bessere erkenntnisreiche, mutige Zukunft und hoffe nicht, dass Narzissten der besten Universitäten vorher die Natur und die Erde zerstört haben

        • Josi sagt:

          @Silv

          noch mal zu den eigenen Kindern.

          Gut, dass du das Wort „können“ bei der Weitergabe noch dahinter gesetzt hast.

          Meine Kids sind nun fast erwachsen, sie lösen sich ab und haben ihre eigene Persönlichkeit entwickelt.

          Sie haben natürlich viel von meinem Beziehungsmist mitbekommen und wie jeder habe ich auch Fehler gemacht. Eines habe ich allerdings sicher nicht getan…“sie narzisstisch besetzt“.

          Ich wünsche ihnen, dass es ihnen jetzt und zukünftig psychisch gut geht. Bisher sieht es ganz gut aus.

          • Silv sagt:

            @Josi- das ist doch gut…ich habe erst viel später gemerkt, wo meine narz. geprägten Erwartungen an meinen Sohn waren. Guter Schüler, Abitur. Meine Erwartung: Studium. Vlt hängt das auch mit meinem Status als Alleinerziehende zusammen. Ich gab mein Bestes und erwartete, nicht das Beste von ihm, aber doch einen guten Bildungsweg.Bei Problemen habe Ich versucht, ihm zu helfen. Ich sehe im Umfeld, das auch andere Eltern Erwartungen haben an ihre Kinder.
            Heute mache ich mir Selbstvorwürfe.Ich hätte mehr hinsehen müssen. Dachte damals, das zu tun. Und dazu noch Ex-Partner, die das eigene Kind bei Problemen schlecht redeten und eigtl keinen echten Kontakt zum Kind aufnahmen.

        • Helga sagt:

          In vorhergehenden Generationen war dieses Thema einfach nicht bekannt, bzw. hatte keinen Namen. Frauen, und es sind in der Mehrzahl Frauen haben viel mehr ausgehalten und ertragen.

          Das war ehemals sogar per Gesetz geregelt bis 1957. Der Ehemann entschied, ob die Ehefrau arbeiten gehen darf oder nicht. Selbst der Beischlaf war ehemals geregelt. Kinderlosigkeit – durch wen auch immer – führte zur Fehlehe oder Unfruchtbarkeit war ein Scheidungsgrund.

          Narzissmus gab es aus meiner Sicht schon immer und auch vorangetrieben durch die Kriegswehen und jeweiligen Schicksale. Heute hat es aber einen Namen bekommen und Betroffene treten in Kontakt.

          Alles Gute Helga

      • Helga sagt:

        Hallo Josi,

        Deine geschilderte Historie stellt sich ebenfalls für mich in meiner Geschichte dar.

        Ich möchte nicht unterstreichen, dass Du Dich sozusagen heruntergewirtschaftet hast. Uns Betroffenen ist es nicht möglich im System eines Narzissten zu denken. Du konntest das gar nicht sehen!

        Ich freue mich sehr zu lesen, dass Du auf dem aufsteigenden Ast bist. Tiefpunkte eingeschlossen.

        Weiter so, ein Schritt zurück bedeutet zwei Schritte vor!

        Alles Gute Helga

        • Josi sagt:

          Danke dir, Helga.

          Dir auch alles Gute!

          • Josi sagt:

            Und gut, dass dieses Thema immer mehr in die Öffentlichkeit gebracht wird.

            Danke an Sven Grüttefien und anderen, die den Mut haben, dies zu tun.

            Das Internet puscht zwar leider die Menschen mit Profilneurose und hat zunehmend Auswirkungen auf den krankhaften Narzissmus.

            Allerdings deckt es auch viel für Menschen auf, die ehemals im Dunklen taptten.

          • Silv sagt:

            Das Internet bietet auch die Möglichkeit zum Austausch und somit echten Erkenntnisgewinn. Das ist doch richtig gut. Alles Gute an alle Betroffenen einer narz. Beziehung

  10. Gaby sagt:

    4,5 Jahre und ich weiß nicht wie viele Trennungen seinerseits – und immer wieder kam er an. Meist, wenn es mir gerade anfing wieder gut zu gehen – nach dem Tal der Tränen! Und jedes Mal dachte ich, er liebt mich, er kommt auch nicht von mir los, dieses Mal schaffen wir es! Doch jedes Mal das Ende wegen Nichtigkeiten, … 20 Mal ist wahrscheinlich untertrieben. Die Krönung des letzten Schlussmachens war sein eigenes Fehlverhalten, dass er dann in einer Projektion auf mich abgewälzt hat – einfach genial diese Narzissten; rein rhetorisch könnte man von denen glatt was lernen. Nee, noch mal ernsthaft: Ich dachte bei jedem neuen Versuch, „Egal, du hast schon so viel geweint und so sehr gelitten, schlimmer kann es nicht mehr werden!“, doch an alle, die erst seit kurzem das Vergnügen mit einem Narz haben, glaubt mir, … es wird jedes mal schlimmer und die Traurigkeit immer tiefer. Ich bin jetzt in einer Selbsthilfegruppe und bei einem Therapeuten. Allein schafft man das nicht! Aber zum ersten Mal MÖCHTE ich es WIRKLICH: Loskommen und vor allem GESUNDEN! Viel Glück an alle, die das auch vorhaben! Trennt Euch, ein Narzisst liebt nicht, er kann es (leider) nicht …
    Übrigens: Toller Artikel Herr Grüttefien!

  11. Jule sagt:

    Hallo,
    meine Schwester macht es so:
    Erst zerschlägt sie die Beziehung mit aller Kraft und üblen Methoden.
    Wenn alles zerdeppert ist und ihr „Opfer“ ihr nicht zu Kreuze kriecht und ihre Haastiraden ignoriert kommt sie wieder – so bald sie sich ausgewütet hat – wie „als wäre nichts gewesen“. Die subtile Unsicherheit die man ihr anmerkt ist dann aber meist ganz ganz schnell verflogen wenn der andere sich nur ein wenig wieder auf sie einlässt und ab da ist sie wieder die Alte … bis zum nächsten Konflikt der sicher kommt….

  12. Marc sagt:

    Dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf! Genauso erlebe ich das jetzt seit drei Jahren! Vor über einem Jahr habe ich mich mit dem Thema „Narzissmus“ auf diesen Seiten das erste Mal beschäftigt. Im März letzten Jahres dachte ich, ich hätte es überwunden. Trennung nach dem x-Mal. Ich habe mir ein neues Hobby (Klavierspielen) gesucht, um auf andere Gedanken zu kommen und wieder zu mir selbst zu finden. Im Oktober (nach einem halben Jahr Funkstille) klingelt meine Ex wieder an meiner Tür. Wolke 7! Wir wollen (wieder) endlich zusammenziehen, etc. Aber immer wieder kommen diese Störgefühle in mir hoch, die mich daran erinnern, dass ich es mit einer Narzisstin zu tun habe. Kritik ist nicht möglich. Darauf wird mit Wut und Beleidigungen reagiert. Ich würde gar nicht die Güte und Großherzigkeit in ihr erkennen, etc. Dann vor Weihnachten wieder Schluss von Ihrer Seite („meine Probleme seien zu gravierend, ihr fehlt so viel, etc.“, „ich solle sie jetzt endgültig in Ruhe lassen“). Heute erhalte ich eine Nachricht von ihr, ob ich ihr die Blumen geschickt habe. Ich sage „nein“. Geht das jetzt schon wieder los? Was will sie mit der Nachricht erreichen? Vom Kopf her weiß ich, dass die Beziehung nicht funktionieren wird. Die ständigen Konflikte wegen Kleinigkeiten sind mir zu stressig! Außerdem fordert sie immer, ich müsse mich ändern, wenn ich so ein tolle Frau ausgewählt habe und erobern möchte. Sie bleibt bei ihren Ansprüchen. Es wird nicht funktionieren!

    • Marc sagt:

      Was HAT Sie mit der Nachricht erreicht?
      Das du Dich natürlich wieder meldest und ihr somit Zupsuch gibst.
      Die wirft die Angel aus und Du beißt ohne Probleme an!
      Solange Du darauf ansprichst, wird das Spielchen weitergehen, also entweder blockieren oder sich mit seinem Schicksal des warmhaltens abfinden.
      Hab ich Alles durch!

      • Marc sagt:

        Nicht verwiren lassen, die Antwort „Was HAT Sie mit der Nachricht erreicht?“ kommt von einem Anderen Marc als dem, der das Urspungsposting geschrieben hat 😉

        • Silv sagt:

          Die Navhricht bzgl Blumen war der Köder zwecks Kontaktaufnahme. Wenn du keinen Kontakt möchtest, dann macht es Sinn überhaupt garnicht mehr zu reagieren.

    • Patrick Tesar sagt:

      haha, hallo Marc, musste echt fröhlich lachen. Deine allerliebste Ex (was sie im übrigen auch unbedingt bleiben sollte) hat dieselben lächerlichen Phrasen, wie meine verwendet. Ein grosses haha an, „Ich würde gar nicht die Güte und Großherzigkeit in ihr erkennen“. dürfte ein Standart Wahn der Narz.sein, und vor allem wurde bei mir zuhause auch oft damit heisse Luft ihrerseits verschwendet 😉 mit: („meine Probleme seien zu gravierend, ihr fehlt so viel, etc.“,,.. auch ständig zu hören von meiner allerbesten Ex war, („meine Probleme seien zu gravierend, ihr fehlt so viel, etc.“, „ich solle sie jetzt endgültig in Ruhe lassen“).  LUSTIG sind sie ja irgendwie, gut das der Terror vorbei ist 😉

  13. Traudl sagt:

    Hallo,
    wie sehr man von seinem narzisstischen Partner beeinflusst wird oder wurde
    merk ich erst durch diesen Artikel wieder,
    und auch vor allem durch die Kommentare dazu.
    Als erstes hab ich mich durchforstet auf narzisstische Züge.
    Weil ich mich um meine Bedürfnisse gekümmert hab (egoistisch)
    und nicht seinen Willen erfüllt hab.
    Daraus resultierend erhielt ich einen Vortrag über meine kompromisslosen Eigenarten, unverzeihlichen Taten. Und das so was unentschuldbar ist und er nicht mein Trottel sei etc.
    Und das ganze nur weil er lieber den ganzen Tag in der Wirtschaft und dann vor dem Fernseher verbringt und ich lieber spazieren gehe.
    ok wenn er dann selber keine Kompromisse eingehen will und ich nur „maul halten soll“ und das tun soll was ER will – ok dann bin ICH gegangen
    (was ihm auch wieder nicht gepasst hat)
    Und nun hab ich mich gefragt: Bin ich auch ein Narzisst ?

    Würde ER auf die Idee kommen sich das zu fragen ?

    Nein wird er nicht – den schuldig an allen Problemen bin immer nur ich!
    Und das ich mich bei diesem Artikel dann wieder als schuldig empfinde,
    dass ist das eigentlich traurige – schreckliche was diese Beziehung aus mir gemacht hat.
    Traudl

  14. Silke sagt:

    Auch bei mir spielt die Schwiegerfamilie eine große Rolle. Wir wohnen ganz alleine, ohne Nachbarn und unbeobachtet auf dem Land. Mein Narzisst und nebenan seine ebenfalls meiner Meinung nach narzisstische Familie. Hölle….ein Artikel darüber würde mich auch interessieren, denn ich zweifle immer wieder an meinem gesunden Menschenverstand, die sind ja hier alle einer Meinung, vllt bin ich ja doch falsch 🙁

    • Anett sagt:

      Hallo Silke,
      du bist ganz sicher nicht „falsch“. Auch ich wohne mit „meinem“ Narzissten ganz allein, mitten im Wald, nächster Nachbar nicht in Ruf-/Hörweite, geschweige denn in Sichtweite. Für einen Narzissten gar kein schlechtes Modell, denn ‚mit denen stimmt ja sowieso was nicht‘, ausnahmslos. Freunde? Echte Freunde? Fehlanzeige! Die Familie? Auf Abstand! Außer der eigenen Mutter (des Narzissten) genießt keiner Respekt. Mit den, mittlerweile erwachsenen, Söhnen kaum Kontakt. Die haben den Kontakt eingestellt bzw. auf ein Minimum reduziert.
      Allerdings bin ich mir auch sicher, dass eine narzisstische Prägung durchaus familiär sein kann. Der Vater meines Narzissten war eins zu eins genau so und auch auf die Schwester hat sich dies übertragen. Dies ist wohl auch der Grund, dass die beiden seit spätestens der Pubertät wie Hund und Katze sind, in ständiger Konkurrenz, allerdings auch auf größtmöglichem Abstand. Wenn man hinter die Fassade schaut, entdeckt man bei zwei gestandenen Personen über 60 immer noch zwei total verletzte Kinderseelen, die immer noch krampfhaft versuchen, den – überzogenen – Ansprüchen des inzwischen verstorbenen Vaters zu genügen.

      • Lise1 sagt:

        Wenn die beiden wüssten, dass die Geschwister es untereinander austragen, wenn die Eltern zu wenig lieben (wo sollen sie auch sonst hin mit ihrer Wut, die eigentlich zu den Eltern gehört, aber Eltern zu hassen gehört sich nicht, dann sucht man sich einen schwächeren), dann könnten sie vielleicht wieder zueinander finden und sich als zwei verschiednen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten sehen und achten?

  15. Karin sagt:

    Hallo an alle !
    Ich erhalte den Newsletter schon über ein Jahr und freue mich jedes mal über die Selbstbestätigung die mir bei einem neuen Artikel widerfährt. Ich war zwei Jahre mit solch einem Mann zusammen.
    Der Ablauf wie bei euch oder wie bei wahrscheinlich allen Opfern.
    Bin seit einem Jahr befreit. Aber auch nur deshalb, weil ich auf dieser Website gelandet bin. Als ich dann endgültig „genug“ hatte, habe nicht ich die Beziehung beendet sondern gewartet, bis er es wieder tut (Konnte ja nicht lange dauern 🙂 ). Weil er immer behauptet hat „Keine Frau macht mit einem Mann wie mir Schluss“. Ich habe ihn bewusst nochmal gewinnen lassen und dann habe ich alles „verriegelt“. Und es ist mittlerweile wieder Ruhe in meine Seele eingekehrt. Endlich.

    Was ich hier jedoch noch nicht gelesen hatte….
    Mein Partner hat immer getrennt von mir geschlafen. Im Wohnzimmer. Er hätte das schon immer so getan und das bleibt so. Und wenn ich doch mal den Wunsch geäußert hatte, ich würde gern mal gemeinsam morgens Aufwachen… dann gab’s halt wieder Mecker.
    Ich würde gern wissen… Kennt ihr das auch, könnte dies ebenfalls
    ein typisches Merkmal, ein Erkennungszeichen sein ?
    LG Karin

    • Bianca sagt:

      Zumindest bei uns ist/war es ganz genauso. Einmal hat er zwar ein Doppelbett gekauft, damit wir zusammen schlafen können, aber es wurde ihm ganz schnell zuviel und das Bett wieder verkauft. Selbst in Zeiten, in denen es vermeintlich gut läuft, schlafe ich alleine… 😥

      • Friedel sagt:

        Ich vermute mal, es ist die Nähe, die er ablehnt. Aus meiner Erfahrung ertragen Narzissten keine Nähe. Am liebsten ein Bett 2 x 4 Meter, um dann weit ab auf der Bettkante zu liegen. Mache Du Dir mal keine Sorgen, dass Du falsch liegst!

        Alles gute für Dich!

    • Patrick Tesar sagt:

      Hallo Karin, ja, war bei uns auch schon ewig getrennt, bis es am Ende, ‚ihr Zimmer‘ (Wohnzimmer) war. Abgesehen von bedien- und fröhn-Diensten, war ich da eh meist unerwünscht. Supa, dass du für den ‚Wahni‘ (fast) keine Gedanken mehr verpulverst. Diese Gestalten sind einfach nur lächerlich😎Viel Spass noch

    • Hallo Karin,
      Ich war 23 Jahre mit einem Narzissten verheiratet und habe nicht gewusst das es sich bei ihm um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung handelt.
      Ich habe nur gefühlt, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
      Er hat mir meine ganze Energie geraubt und meinen so fröhlichen Lebensmut gebrochen.
      Dann habe ich irgentwann bemerkt, dass er mich betrügt.
      Die Schuld daran hatte natürlich ich.
      Überhaupt sei ich psychisch krank und solle mich mal behandeln lassen.
      Ich habe bald wirklich geglaubt das bei mir etwas nicht stimmen würde.
      Er war stets der Grösste und Beste und ich sei nichts und kann auch nichts, so wurde es mir von ihm gesagt.
      Meine Familie hat es eher gemerkt als ich und mir Hilfe bei einer Trennung angeboten.
      Es kam der Tag da musste ich es beenden, sonst wäre ich kaputtgegangen.
      Das ist jetzt 10 Jahre her, dass ich von ihm geschieden wurde.
      Was dann kam würde den Rahmen sprengen, hier alles zu erzählen.
      Ich sage nur es war ein sehr, sehr harter Weg in mein neues Leben und ich bin auf diesem Weg auch beruflich Narzissten begegnet, was meinen neuen Lebensabschnitt nicht unbedingt einfacher machte. Ich sag nur, da draussen sind ganz viele von denen.
      Ich erkenne sie jetzt aber sehr schnell und versuche sie zu meiden.

      Ich wollte aber auf das Thema getrennte Betten noch einmal näher eingehen.
      Mein Ex Mann konnte alles sehr geschickt verkaufen. So erklärte er mir eines Tages, dass er unter Nackenschmerzen zu leiden hätte. Er hätte in einem Babyfachgeschäft so ein Stillkissen mit Dinkelkornfüllung gesehen und das bräuchte er jetzt für seinen Nacken.
      So ein Stillkissen ist riesig gross. Die ersten Nächte schlief er auch mit dem Ding an seinem Nacken aber irgentwann war das Ding als Mauer zwischen uns im Bett gebaut.
      Erst da habe ich das erste mal gespürt das er keine Nähe mehr von mir wollte.
      Das hat mich dann sehr nachdenklich und auch wieder sehr traurig gemacht.
      Er hatte unter einem Vorwand (einer Lüge) den Kontakt zu mir abgebrochen.
      Später erst wusste ich warum, er hatte ein Verhältnis mit einer anderen Frau.

      Das ist nicht alles was der mir so geboten hat. Keiner hat es verdient in einer Ehe und Partnerschaft wie ein Aussetziger behandelt zu werden.
      Ich habe immer noch kein leichtes Leben aber ich finde toll was ich alles die letzten Jahre alleine geleistet habe. Ich habe nach so langer Zeit immer noch keinen Partner. Komme gut mit mir selber klar und bin froh das der aus meinem Leben verschwunden ist.

      Sei stark und gut zu Dir selbst.

      LG von Iris

  16. Patrick Tesar sagt:

    Hallo, irgendwie erschreckend, wie genau die Newsletter der letzen Monate,immer meine jeweilige Situation beschrieben. Es ist alles so veraussehbar, es macht mich traurig, dass ich wahrscheinlich wieder zu meiner Narz. zurückkehren werde. Ich kann mich nicht verstehen, mein Leben ist ohne der Bestie wieder schön geworden, aber irgendetwas zieht mich zu ihr zurück. Und das obwohl ich in diese Frau nie richtig verliebt war. Eine Erklärung für mein Fehlverhalten liegt vielleicht wirklich darin, dass ich, wie in einem Newsletter davor mal beschrieben, einfach mal auf einen kleinen Moment eines Einsehens ihres Fehlverhalten warte.

    • Josi sagt:

      Hallo Patrick,

      oder du suchst Trost beim Täter. Das wird nicht geschehen. Du wirst keinen Trost erhalten.

      2016 zog es mich nach meinem ersten Mal Schluss auch wieder zum Täter. Nur dort…durch ihn, dachte ich, kann ich „erlöst“werden. Nur er kann mir meinen Schmerz nehmen…

      Es war wie ein Sog und ich ließ mich wieder einlullen.

      Das ist ein Trugschluss.

      Vielleicht musst du noch eine Ehrenrunde drehen, um den Absprung zu schaffen. Bei mir war das so. Ich musste erneut so richtig auf die Fresse fallen.

      Mein Verstand sagte mir 2016 schon, dass diese Beziehung Gift für mich ist, aber…

      Meine Abhängigkeit war noch zu groß.

      Josi

      • Patrick Tesar sagt:

        Hallo Josi, jetzt ist aber Schluss für dich, mit dieser lächerligen Person? Gut gemacht, da freu ich mich für dich🎈Irgendwie war uns doch allen, von Narzissten belustigte Menschen, schon von Anfang an klar, es mit einem Wahni zu tun zu haben. Dieses Quasi exotische Neuland, hat uns dann wahrscheinlich auch in dieses Abenteuer hineinstürzen lassen. Von dem tatsächlichen Wahnsinn dieser traurigen Gestalten, sind wir alle brutal überollt worden. Keiner von uns Betroffenen hatte mit so einem perfiden Konstrukt, manipulativer, zerstörender Gewalt gerechnet. Und trotzdem sind wie alle geblieben, kommen sehr schwer wieder los. Warum ? Es war doch während der Beziehung schon ganz klar, dass man so nicht geplant hat, mal leben zu wollen! Ich kann mich da an viele Umarmungen ihrerseits erinnern, wo ich irgendwohin ein Stossgebet fallen ließs, „bitte, bitte, ich will das nicht, mir gefällt das nicht, lass mich so schnell als möglich von hier und jetzt verschwinden. Mitlerweile ist es zu spät für mich. Ich habe mit der Frau die drei wunderbarsten Kinder bekommen. Aufgrund ihrer ausgeprägten Not, nur auf sich selbst zu achten, muss ich für meine Kinder da sein. Sie ist nur mit sich beschäftigt, happy wenn ich die Kinder mache. Wie zuvor, als ich da noch gewohnt hab. Ich verschwende meiner EX nicht all zu viele Gedanken, aber immer wenn ich mit den Kindern bin, dann stosst es in mir auf..werd sauer und traurig, weil ich immer wieder überascht bin, wie lieblos ihre Betreuung ist. Sie ist ein Narz. da sieht nach aussen immer alles ganz gut aus, will Überall Lob einheimschen, was für eine aufopfernde Mutter sie ist…alles Blödsinn…Und in dieser Aufregung hinein, wenn mir meine Kinder, wegen ihres Egos, so leid tun…da taucht nanchmal in mir ein böser Gedanke auf…“hmm, bin ich vielleicht doch traurig wegen ihr“? Dieser Gedanke soll verschwinden, wird auch immer dünner…wie es halt mit Narzissten so ist, schaft sie es immer wieder.auf ihra Art., mich über sie nachdenken zu lassen.

        • Josi sagt:

          Hi Patrick,

          du hast Kinder mit ihr? Dann gestaltet sich der Absprung schwieriger, aber es ginge, wenn du emotional von ihr wegkommen könntest und du dich auf die Kinder focusierst.

          Ja, ich habe es geschafft. Es war schwer, aber ich bin weder finanziell von meinem Ex abhängig noch habe ich Kinder mit ihm.

          Ich drücke dir die Daumen!

  17. Thomas sagt:

    Wieder ein guter Artikel von Herrn Grüttefien. All das Beschriebene hab ich erlebt inklusive Entsorgung meiner Person durch direkten Austausch meiner Person ( wie übrigens 16 Jahre zuvor des Austauschs des ersten Ehemanns mit mir als Zwiten. 3 Kinder aus 2 Ehen mussten teilweise ohne Vater aufwachsen.

    Was war zuvor geschehen:

    Ignoranz und Ablehnung der Schwiegerfamilie und der Kinder aus erster Ehe mir gegenüber. Eine verdeckte narzisstische Ex-Frau die mich in negativer Dreieckskommunikation von ihrer Familie und Freunden isoliert hat, weil ich anderer Meinung war, über die Zustände wie dauerndes Weggehen mit männlichen Dritten Freunden, Illoyalität meiner Person gegenüber vor Dritten genörgelt hab. Weil ich mir, durch eine von mir initierte Paarberatung, das Nahebringen von ehelicher Verantwortung und Loyalität durch eine Drittperson erhofft hatte. Weil ich nach jahrelangem Martyrium aus dem Haus der Schwiegerfamilie ausgezogen bin ( einem gemeinsamen Auszug auf neutralem Boden wollte und konnte sie nicht folgen, denn die Macht der narzisstischen Schwiegerfamilie war zu stark und warscheinlich mit Konsequenzen besetzt) Stattdessen wurde ich bis zum letzen Tag ein weiteres halbes Jahr mit Love Bombing, Versprechen mit Future Faking, SMS, erotishen Bildern und S. warmgehalten. Hinterücks wurde ein Neuer gesucht und als der sich einfand wurde ich am Telefon mit einem Berg an Schuldvorwürfen entsorgt.
    Zugabe gabs dahingehend das man mich umgehend 3,5 Jahre juristisch noch fertig machen wollte, indem ich mich mehreren haltlosen Beschuldigungen gegenübersah in deren Verlauf auch die gemeinsame Tochter mit 16 J. von der Ex als Klägerin vor den Karren gespannt wurde. Vorwurf: „Diebstahl geschenkten Geldes“. Alle Prozesse hat die EX verloren. 4000 € musste die Ex an meine Anwältin bezahlen dem sie aber erst unter Androhung einer Zwangsvollstreckung nachkam

    Bis heute wohnt sie nach wie vor bei ihrer Herkunftsfamilie zum Nulltarif der Miete und materiellen Versorgung betreffend, ist mit mit meinem Nachfolger in getrennten Wohnungen zusammen und hat ihre „Freunde die berufbedingt der Ver-und Entsorgung von Autos oder der Reparatur oder Beschaffung zu „Sonderkonditionen“ Haushaltsdingen dienlich. Kann man nur sagen super gemacht! In 30 Jahren „Erwachsenenlebens“ noch nie ein Tag Single und nie auf neutralem Boden wohnend. Alles richtig gemacht! Nur die Ehemänner haben halt versagt!

    Herr Grüttefien könnte mal einen Beitrag machen wie es sich für Partner darstellt, wenn sich die Narzissten weder räumlich noch materiell von der Herkunftsfamilie abgenabelt haben. Scheint mir eine zusätzliche Steigerung zu sein!

    • Lydia sagt:

      Ja, das ist auch für mich ein interessantes Beispiel, da zum ersten Mal auch die Familienstruktur (Herkunftsfamilie, Ex-Partner ect) angesprochen wurde.
      Auch ich bin während meiner Partnerschaft mit einem Narzissten an Grenzen gestossen, da ich mir nie erklären konnte, weshalb er zu seiner Ex-Ehefrau eine derart starke Bindung aufrechterhielt, die mich sehr belastet hat und für mich unerklärlich war.
      Die Kommunikation der beiden beinhaltete täglichen Mailaustausch bzw. Telefonate. Also ein wahrer Albtraum für mich und unsere Partnerschaft.
      Nachdem ich mit ihm des öfteren darüber gesprochen hatte und erklärte dass diese Situation inakzeptabel sei, er jedoch nichts daran änderte und im Gegenteil noch mehr log und mich immer mehr ausschloss hatte ich mich aufgrund dessen ziemlich distanziert.
      Für mich ist es jedenfalls interessant und auch neu zu hören, dass auch die Familie des Narzissten wohl eine grosse Rolle bei diesem Verhalten spielt.

      • Lise1 sagt:

        Ja, ich meine sogar die Familie,vor allem die Eltern, die enge Bindung, das ewige Einmischen belastet die Beziehung mindestens genau so stark wie der eigentliche Narzissmus des Partners.
        Das verdoppelt die Last.

        Ich kenne aber auch viele Nicht-Narzissten, die den Eltern erlauben, sich in die Beziehung einzumischen und sie somit langsam unterhölen lassen. Und wenn es 10 Jahre dauert bis die Kinder brav sind und den Eltern beim Meckern zustimmen, manche Eltern machen das unter dem Deckmantel der Liebe, das ist bei narzisstische Familien natürlich der Hammer oben drauf.

        • Josi sagt:

          Mein Ex lebt eine Symbiose mit seiner 22-jährigen Tochter. Sie ist schon ganz der Papa. Er lässt sie sich nicht lösen und sie ist abhängig und parentifieziert. Als Partnerin erfüllt man bei dieser Konstellation den „Job“ der Geliebten. Auch übel

          Ich wünsche der Tochter, dass sie irgendwann zur Erkenntnis kommt. Die Entwicklung einer eigenen Identität wird ihr verbaut.

          • Lise1 sagt:

            Das sehe ich oft. Dass Eltern die Kinder aus vermeintlicher Liebe nie frei lassen, auch 50 jährige Kinder werden noch wie Besitz von den 70 jährigen Eltern behandelt. Grausam.

            Das Bücher “ du sollst nicht merken“ und „am Anfang war Erziehung“ erklären, wie das den Kindern der unbemerkt angetan wird, die lebenslang leiden, ohne zu wissen warum. Und es an ihre Kinder in vermeintlicher Liebe weiter geben.

            Ich seh das so oft, ich könnte heulen. Aber da was tun ist fast unmöglich, zu viele Tabus. Wie kann man seiner Schwiegermutter sagen, dass sie endlich aufhören soll, den Partner – ihr erwachsenes Kind – zu erniedrigen, wenn er es selber nicht mal merkt? Nur fix und fertig ist und dann auf schlimme kranke Art sein Selbstbewusstsein wieder aufzubauen versucht?
            Ich höre und merke es, will sie anschreien, weil sie es schon vor langem geschafft hat, ihn zu dem zu machen, was sie ihm vorwirft, sie war es. Er leidet unter sich selbst, denkt aber, Therapie bringt nichts, er weiß auch von der Mutter, dass Therapeuten blöd sind. Weg verbaut ins bessere Leben, er versuchts und leidet unter seinen kaputten Beziehungen.

            Ich hoffe, dass der eine oder andere zum Narzissten gemachte Mensch den Weg zu kompetenten Therapeuten in eine lange Therapie finden, um die allerschlimmsten selbst zerstorenden und andere zerstörende Gefühle zu erkennen und zu klären.
            Es gibt Möglichkeiten die den Menschen nicht zu einem neuen Menschen machen, aber die das Unglück für alle Beteiligten geringer werden lassen und die Weitergabe an die Schwächeren unterbrechen.

            Ich wäre froh, wenn es nicht mehr so viele On-Off-Beziehungen gäbe (manchmal direkt sogar von den narzisstische Eltern verschärft, man und auch der Partner ist einfach chancenlos gegen die) Die verhindern noch die ohnehin schwierige Therapie.

        • Josi sagt:

          Hallo Lise1,

          ich habe ganz vorsichtig versucht, das Thema Ablösung bei meinem Ex anzusprechen. Das ging natürlich nach hinten los.

          Vorwürfe wie „Ich sei eifersüchtig auf die gute Bindung zwischen ihm und seiner Tochter“, „keine Frau wird einen Keil dazwischen treiben.“, usw.

          Es gibt auch noch einen Sohn, der die Rolle des Sündenbocks inne hat. Die Tochter ist das Goldkind und leider auch der Partnerersatz. Ganz klassisch. Vater und Tochter verbünden sich oftmals gegen den Sohn und behandeln ihn wie ihr Kind. Mein Ex bespricht und plant mit ihr Alles so wie es mit einer Partnerin sein sollte. Sie geht mit ihrem Papa Freunde von ihm besuchen und hat keine eigenen Freunde. Es werden keine Grenzen zwischen den Generationen gezogen.

          Es ist grausam, sich dieses kranke Familiensystem mitanzusehen und nichts dagegen tun zu können. Besonders weil ich diese Strukturen aus meiner Ursprungsfamilie kenne und ich es damals auch nicht gesehen habe. Ich kannte es ja nicht anders. Allerdings hatte ich die Rolle des Sündenbocks inne.

          Egal ob Sündenbock oder Goldkind. Beide werden es schwer haben. Das ist jetzt schon abzusehen.

          Als Pseudopartnerin und Geliebte konnte ich da nichts ausrichten. Ich kann nachvollziehen wie es für dich war…mir ging es ebenso.

          • Lise1 sagt:

            Meine unglücklichen Beziehungen waren alle an die Mütter gekoppelt Männer. Kein Wunder, wenn die sich manchmal wie 15jährige benehmen oder benehmen.

            Die sind im Ernstfall der Mutter treuer als der Frau und die kaum spürbaren Sticheleien gegen die Partnerin oder Partner ihres Kindes tun unmerklich ihre Wirkung, wie tropfendes Wasser den Stein ausholen.Die Erwachsenen Kinder haben oft immer noch keine Chance, sich zu wehren, das würde ihnen genommen.
            Unbewusst wollen sie gute Kinder sein und stimmen spätestens nach ein paar Jahren zu, dass ihr Partner ihnen nicht entspricht.

            Ich seh das so oft und keiner, der das nicht weiß, kann das sehen.

          • Lise1 sagt:

            Ach, ganz vergessen, auch ich war und bin immer noch nicht ganz von den Eltern frei. Sie haben mehrmals unangemessen in mein Erwachsene Leben eigegriffen. Und ich fand das normal und als Ausdruck der Fürsorge und wenn ich noch so sehr Bachgrummeln dabei hätte. Mein Körper sagte es mir so einige Mal, aber gelernt ist gelernt, ein Kind widerspricht nicht den Respekt Personen, besonders den Eltern nicht.

            Ich hätte praktisch die natürlich unbewusste Wahl, Narzisstin, Co-Narzisstin, Borderlinerin, Schizophren oder sonstwas zu werden.

            Seit fast 30 Jahren versuche ich herauszufinden, was an meiner Überanpassung, Helfersyndrom, usw. schief läuft, wo ist der Hund begraben. Habe lange die Falschen beschuldigt. Ohne Analytischer Psychotherapiewäre ich nie drauf gekommen, dass ich nicht ht das Opfer meiner Partner, sondern meiner Eltern bin, einschließlich einer stark religiösen Indoktrination, die die Eltern in mich versenken, sie waren freudige Werkzeuge der teilweise schwer geschädigten Seelsorger.
            Ohne Therapie würde ich heute noch an glückliche Kindheit glauben, in Wirklichkeit hat man meine Seele gebrochen, sehr schmerzhaft. Und dann zum Schutz der Täter das 1.und 4. Gebot!

            Aber ich bin fast raus und merke, dass die Stelle, wo mir mein Selbst beschnitten wurde, ein paar alte, vergessene und neue Bedürfnisse wieder hervor kommen.

            Ich habe es so satt, mich und meine Beziehungen selber zu verraten.
            Kontaktabbruch komplett zur Religion, stärker innerer Rückzug als Kind.
            Dazu müsste ich fast 60 werden, aber nun habe ich die kleine Chance auf gelingende Beziehung

          • Josi sagt:

            Hallo Lise1,

            ich war schon immer eher rebellisch. Ich hatte das Glück aufgrund einer Begebenheit im Alter von 17 Jahren mein Elternhaus verlassen zu dürfen. Schon damals spürte ich, dass da ganz und gar etwas nicht stimmt, konnte es allerdings nicht greifen. Das ist auch wieder eine Parallele zu meinen Ex-Beziehungen.

            Meine Geschwister hängen noch voll drin im System. Dem Druck meiner Mutter war ich bis Ende 30 allerdings immer noch ausgesetzt…bis ich dann den Kontakt abbrach.

            Und so wie es aussieht Schlummert trotz Kontaktabbruch der mir von ihr eingeimpfte Mist immer noch in mir und da docken die Männer, die ich anziehe, an und sie kriegen mich genau über diese Schiene klein.

            Ich hoffe, dass mir die Nachbeelterung während meiner Thera hilft, endlich aus dieser Schleife rauszukommen.

            Und das mit deinen Männern und ihren Müttern…

            Und ähnlich ist es mit Vätern und parentifizierten Töchtern…

            Da hat man tatsächlich keine Chance als diejenige, die ins System eindringt. Du bist dann die Böse, die das System evtl. in Frage stellen könnte und das lange gewachsene System zerstören könnte. Der Feind von Außen, der die Symbiose zerstört. Dieser muss bekämpft werden.

            Ich nehme das mittlerweile auch sehr schnell wahr.

            Wenn die Freunde meines Ex ihn auf diese Problematik ansprechen, dann werden diese aussortiert. Freunde hat er keine mehr. Eigentlich nur noch Jubelknechte und da diese ständig erneuert werden, weil immer mal jemand abspringt, hat er noch die Möglichkeit zu blenden.

          • Silv sagt:

            Hallo Josi,und das ist unser Thema: wir gaben diese Strukturen in unserer Ursprungsfamilie kennen gelernt und das Bild übernommen. Mir ist nach meinem mich fast restlos zerstörenden Absturz nach meiner letzten Beziehung alles klar geworden. Was mit mir dem Sündenbock der Eltern
            über Jahrzehnte geschah. Eine narz Mutter mit ihren Einflüsterungen und Verleugnen und ein conarzisstischrr Vater, der uns Kindern den emotionalen Kontakt verweigerte. Und uns mit der narz. Mutter allein ließ.

    • Marc sagt:

      Thomas, so wie Du hier immer wieder Dein thema im Detail aufwärmst, kann ich Dir wirklich nur raten, mal an eine Therapie zu denken. Ich lese jetzts chon ein bisschen hier mit und bei Dir hat sich, wie es mir scheint, nichts groß geändert und Du bist immer noch in Deinem Loch drin.
      Solange das der Fall st, wirds Dir leider nicht besser gehen, da bringt es auch nix, Alles immer wieder durchzukauen.
      Du willst da raus, dann mach endlich was und vor Allem rede nicht immer wieder im Detail drüber.

      DAS war nämlich genau auch mein Fehler aber irgendwann war ich’s Leid und hab mein Problem angepackt. Das solltest Du auch, damit’s Dir Besser geht!

      Aber Fakt ist, Du must endlich mal was machen

      • Lise1 sagt:

        Thomas, das denke ich auch.
        Es gibt den Weg raus, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen!
        Aber allein auf weiter Flur geht das nicht.

      • Thomas sagt:

        Hab verstanden. Jeder kann in diesen Foren Sachverhalte kommentieren.Ich werde mich aus dem Newsletter verabschieden. Will niemand mehr belästigen!

        • Josi sagt:

          Du hast konstruktive Kritik erhalten, die dir helfen soll, aus deinem Loch rauszukommen, Thomas.

          Ein ständiges Wiederholen aller Einzelheiten retraumatisiert und hält in der Opferrolle gefangen.

          Die meisten von uns kennen das.

        • Marc sagt:

          @Thomas
          Und genau diese Antwort zeigt mir, wie Recht ich mit meiner Aussage habe und wie wenig Du erkennt, was die reale Sachlage ist.

          Jetzt einen auf beleidigt machen, ist genau die Reaktion, die ich normal von einem N erwarte, aber nicht vom Opfer.
          Die Kritik richtet sich nicht an Dich als Person, sondern an das, wie Du damit umgehst.

          Ich lese hier seit knapp 2 Jahren mit und in der Zeit, lese ich von Dir immer nur das Gleiche. Das ist auch nix Negatives, aber bisher hab ich das Gefühl, Du nimmst Dir keinerlei Ratschläge zu Herzen, sondern lebst weiterhin in Deinem Trott, willst da garnicht rauskommen und schreibst immer wieder im Detail nieder, was dir passiert ist.
          Deine Postings ähneln sich fast Alle, was nicht schlimm ist, denn dafür ist dieses Forum da.
          Aber ich finde, langsam solltest Du für dich auch mal raffen, dass ein ständiges Wiederholen Deiner Probleme hier im Forum eben NICHT zum lösen Selbiger führt, sondern dass Du hier selbst aktiv werden und eben erkennen musst und das wirst Du bisher eben nicht.

          Aber wenn du meinst, jetzt beleidigt zu sein, bitte.
          Dann wird das noch viele Jahre bei Dir so weitergehen ud Du wirst in Deinem Loch hängen bleiben.

        • Waltraud sagt:

          Hallo Thomas,
          ich hoffe, Du hast Dich nicht abgemeldet. Ich hab gerad das Buch von Robert O. gelesen „Emotionaler Mißbrauch“. Hier schreibt er u. a. das er seine Geschichte anderen zum 1000x mal erzählt hat und er das Glück hatte, das ihm trotzdem zugehört wurde. Natürlich sollte irgendwann die Erkenntnis kommen, das ein das nicht weiter bringt. Aber ich finde, da hat jeder seine eigene Zeit, das zu erkennen und den Schalter umlegen zu können. Von daher; jeder braucht solange, wie er halt braucht. Und das ist individuell ganz unterschiedlich. Ich hätte mir auch gewünscht, viel früher aus allem raus zu kommen, aber möglich war dies erst, als ich wusste, womit ichs zu tun hab.

  18. Nicole sagt:

    Danke für genau diesen Artikel. Genauso habe ich es erlebt vor nunmehr fast einen Jahr nach 1jähriger Beziehung mit einem Narzissten. Ad hoc, ohne Vorwarnung oder Anlass-jdf keinen für mich ersichtlichen, der es rechtfertigt, eine Beziehung zu beenden, hat er es beendet.
    Und am nächsten Tag-wir sind Kollegen-tat er so, als ginge es jetzt „normal“ weiter. War was? Hatten wir eine Beziehung?
    Ein Jahr knabbere ich an den warum’s rum. Auf der Arbeit habe ich die Beziehung, die bis dahin von uns verheimlicht wurde, aus den Grund, weil er mich mit den übermäßigen Normaltun wahnsinnig gemacht hat, geoutet damit die Kollegen verstehen warum ich mich zurück ziehe u eben nichts normal ist. Er respektiert nicht, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte und untergräbt dies oft. Ich lasse ihn stehen u behalte meinen Weg bei. Ich habe ihn überall blockiert u es gibt keine Möglichkeit außer bei der Arbeit, mich zu kontaktieren. Dies schützt mich weitestgehend, aber nicht vollends. Da er nicht den Anschein macht, jemals sich eine neue Stelle zu suchen, gehe ich nun noch einen Schritt weiter und suche mir was anderes. Es macht mich immer noch traurig, was er mit mir gemacht hat, bzw das ich das zugelassen habe. Er hat mich manipuliert u auch in sexueller Hinsicht NLP angewandt-mich umprogrammiert, gedemütigt und vergewaltigt. Dies alles möchte ich am liebsten in die Welt heraus schreien. Tue es aber nicht. Ich bin eigentlich ein Fall für eine Therapie.
    Diese Seite u das Buch haben mir schon sehr geholfen. Dieser Artikel triggert mich-aber er kommt genau richtig! Genauso war es-mir fehlten nur die Antworten.

    • Gerda sagt:

      Hallo Nicole.

      Deine Ausführungen machen mich sehr betroffen.

      Dein Hausarzt kann Dir eine Therapie verschreiben, die in Deiner Situation vollkommen normal & richtig ist. Das Ganze wird Dich sonst langfristig erschöpfen & evtl richtig krank machen.

      Gerade der sexuelle Misbrauch ist ein absolutes No Go & Du solltest dringend mit jemanden darüber reden.

      Schreie es in die Welt hinaus – nur so wird Dir soetwas nie wieder passieren.

      Für Deine neuen beruflichen Schritte drücke ich Dir die Daumen – aber kümmere Dich auch um Deine Seele.

      LG!

  19. Jessi sagt:

    Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich muss zugeben, mittlerweile muss ich schon etwas schmunzeln, wenn ich Ihre Artikel lese.

    Ich kann nur von Glück reden, dass ich nach 7 Jahren mit einem Narzissten den Absprung aus der Beziehung geschafft habe. In den vergangenen 1,5 Jahren konnte ich dank dieser Artikel und den Infos auf der Webseite viele Erlebnisse aufarbeiten und die Wut über das Erlebte kommt nur noch sehr selten in mir hoch.

    Ich kann gar nicht zählen, wie oft mein Ex-Mann mit mir Schluss gemacht hat oder mir gedroht hat mich zu verlassen. Es reichte ein falsches Wort, ein falscher Blick während wir mit Freunden zusammen waren. Wirklich Kleinigkeiten ließen ihn explodieren. Höhepunkt war der Abend, wo ich mich versprochen hatte, er rastete total aus und drohte mir unseren 5 Monate alten Sohn totzuschlagen. Zum Glück holten uns mein Bruder und meine Schwägerin kurze Zeit später aus der Hölle raus, nachdem ich mir mein Herz ausgeschüttet habe.

    Ich wünsche allen, die sich noch in einer solchen Beziehung befinden, die gleiche Unterstützung von Seiten der Familie und auch offiziellen Stellen, wie ich sie erfahren habe. Es ist es einfach nicht Wert sein Leben mit solchen Menschen zu verschwenden und es wird nicht besser werden, egal wie viel Liebe und Geduld ihr in diese Menschen investiert. Sie sind ein Fass ohne Boden!

    • Abby sagt:

      Liebe Jessi, dass hast Du sehr sehr gut beschrieben. KEIN Mensch vermag es zu glauben, der es nicht selbst erlebt hat. Ich bin zum Glück nach 8 Jahren auch aus dieser Hölle mit Hilfe meiner Nichte und lieben Freunden herausgekommen. Das ist jetzt 2 Jahre her….und immer wieder versucht er mal mit mir in Kontakt zu treten…Ein Fass ohne Boden ist genau die richtige Bezeichnung für diese kranken Menschen….herzliche Grüsse Abby

    • Reh sagt:

      Ich kann nur beipflichten, genauso geht es mir auch: ich schmunzle und habe manchmal sogar Mitleid. Absoluter Kontaktabbruch vor 1 Jahr und 8 Monaten, davor 13 Jahre mit Stoßmichweg-Ziehmichher. Auslöser, die ich anfangs nicht mal bemerkte. Nach solchen Szenen folgte absolute Verunsicherung und ständige Angst vor dem eigenen Verhalten und seiner möglichen Reaktion. Ein Gefühl, das irgendwann nicht mehr verschwand, weil ich ja nicht wusste, was seine Ausraster hervorriefen. Teufelskreis. Vorbei. Trotzdem lese ich diese Artikel immer mit, um mich auch weiter stabil zu halten.

  20. Lena sagt:

    Hallo Josi,

    inzwischen glaube ich auch, einen Narzissten zum Partner zu haben.
    Und bei der Überschrift stockte mir der Atem, weil ich diejenige bin, die schon öfters Schluss gemacht hat.
    Aber wie du beschreibst immer nur aus „Selbstschutz“. Ich wusste dann einfach nicht mehr weiter 🙁

    • Josi sagt:

      Aber du steckst noch drin? Bei deinem nächsten Schlussstrich wünsche ich dir ebenfalls Durchhaltevermögen! Ich habe drei Monate geschafft und für mich wird es kein Zurück geben.

  21. Silvia sagt:

    Josi, das kenne ich auch. Im ersten Moment habe ich das auch bin mir gedacht.

    Aber ist es nicht eher so, dass -bei mir war es jedenfalls so-durch jahrelanges on/off frau selbst inzwischen merkt, wenn ER sich wieder entzieht und auf Abstand geht. Entweder durch mangelnde Aufmerksamkeit, Liebesentzug oder sich direkt wieder einer anderen Frau zuwendet und damit unter Druck setzt, weil er immer parallele Objekte zur Verfügung hat. Und das nur, weil man es gewagt hat, zb eine eigene Meinung zu vertreten oder beim Kritigespräch nicht auf die richtigen Worte geachtet hat. Oder einfach nur mal eine Grenze gesetzt hat. Ach ich könnte hier Romane über fast 6 Jahre mit meinem Narzissten schreiben.

    Natürlich gibt es Abweichungen von der Norm aber ich habe auch oft genug das „off“ eingeleitet. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir uns in der Rolle des Co-Narzissten befinden.

    Der Artikel ist mal wieder Gold wert und beschreibt meine Erfahrung mit meinem Narzissten kurz nach Weihnachten.

    Leider habe ich ihm zu oft geglaubt, dass er kein narzisstischeres Krankheitsbild hat, da er sich angeblich damit auseinander gesetzt hat und an sich arbeitet…nach dieser wiederholten schlimmen Erfahrung nun am Ende des Jahres 2017 und einem einsamen Silvester gepaart mit diesem Artikel, bin ich aber wieder ganz klar überzeugt, dass es das Beste war, den Kontakt, wie schön so oft vorher, zu beenden. Und ich habe mir das zum Ziel des Jahres 2018 gemacht. Dieses Mal wird es keine Hintertür mehr geben!!!

    • Josi sagt:

      Ich wünsche dir Durchhaltevermögen!

    • Josi sagt:

      Nachtrag: Du bist nicht unbedingt Co-Narzisstin, Silvia. Auch Menschen mit einem angekratzten Selbstwert, der allerdings nicht ganz im Keller ist, können in eine Abhängigkeit geraten.

      Das Zuckerbrot und Peitsche Spiel ruft das hervor.

      Du liest dich so, als hättest du auch schon immer deine Klappe aufgemacht. 🙂

      Das ist kein Komplementärnarzissmus.

  22. Josi sagt:

    Hm. Bei diesem Artikel komme ich mir fast vor als wäre ich der Narzisst. 🙂

    Ich habe auch ganz plötzlich Schluss gemacht und Kontaktverbot ausgesprochen. Dies allerdings, weil Vieles für mich nicht in Ordnung und ich total am Ende meiner Kräfte war…und Gespräche darüber nicht möglich waren. Ihr kennt das ja Alles und auf den Seiten hier ist das treffend beschrieben.

    Ich musste das tun, um mich zu schützen und nicht ganz an dieser Beziehung kaputt zu gehen. Es war ein Tag, an dem ganz viele „Kleinigkeiten“ zusammenkamen, die das Faß zum Überlaufen gebracht haben. Von Außen betrachtet ist mein plötzlicher Schlussstrich nicht nachvollziehbar, da meine vorausgehenden Versuche nicht gesehen werden.

    Nun gut. Mir ist so gar nicht nach einem neuenPartner. Ich suche nicht nach neuen Objekten, die mich bewundern und ich arbeite hart daran, meine Anteile (Verhaltensmuster) zu ändern, die mich in die Abhängigkeit geführt haben.

    Ein erneutes On kommt für mich auch nicht in Frage und ich bin erleichtert darüber, dass mein Ex bisher die Bälle flach hält. Hoffentlich bleibt das so. Mittlerweile fühle ich mich allerdings wieder so stark, dass ich einen Annäherungsversuch seinerseits abblocken bzw. ignorieren könnte, weil ich die Sinnlosigkeit einer solchen Beziehung erkannt habe.

    Ich will mich schützen und meine Lebensfreude zurückgewinnen und das geht nur ohne ihn.

    • Silv sagt:

      On/ off- Inszenierungen um den Oartner unter Druck zu setzen kenne ich. Wenn ich die Beziwhung zu meinem narz.veranlagtem Partner nach Demütigungen von seiner Seite nicht beendet habe, dann hat er solange ‚ eins draufgesetzt‘ und ist gemein geworden bis ‚ es dann soweit war‘. Die Abhängigkeit hat mich dann zurück gebracht. Bis ich selbst in tiefste Depression gefallen bin. Nach Genesung konnte ich dann einen absoluten Schlussstrich setzen. Er hat mir noch massiv zu schaden versucht. Gut war, dass ich in diesem Zuge die Befreiung auch von anderen Narzissten- wie z.b. Eltern und sich wieder meldenden Exfreunden- geschafft habe. Auch das Gefühl des schlechten Gewissens hat nun endlich nach gelassen. Vor allem nachdem ich erleben durfte, wie diese dann letztendlich noch agiert haben

    • Silv sagt:

      Liebe Josi, und du hast richtig gehandelt. Es handelt sich bei dir ja doch um Beziehungsbeendiging aus Selbstschutz. Das ist was anderes als letztendlich die Motivation eines Narzissten, eine Beziehung zu beenden.
      Schau genau darauf, warum du in eine solche Beziehung geraten bist. Ich z.b. kannte diese Strukturen aus dem Elternhaus. Ich habe auch die kontaktierende Beziehung zu meinen Eltern beendet- die haven dann noch mal alles daran gesetzt, mir zu schaden. Völlig empathie- und ‚ mitleidslos‘

      • Josi sagt:

        Hallo Silv und ihr Alle,

        ja, ihr und ich haben den Schlussstrich aus einer anderen Motivation heraus gezogen.

        Laut meines Therapeuten bin ich weder krankhaft narzisstisch noch co-narzisstisch. Die Maske meines Ex fiel sehr schnell, weil ich mich abgrenzte und meine Meinung äußerte. Bei vielen von euch war das sicherlich auch so. Ich verstummte und resignierte erst so nach und nach, weil mir andauernd mit Beziehungsabbruch gedroht wurde und sämtliche Manipulationsstrategien angewandt wurden, die hier in den Artikeln und Büchern beschrieben werden.

        Meine Problematik resultiert aus meiner Ursprungsfamilie. Eine narzisstische Mutter. Ich habe den Kontakt zu meiner Ursprungsfamilie vor 10 Jahren abgebrochen. Wie man sieht reicht das nicht aus, um seinen Seelenfrieden zu erreichen.

        Immer wieder ziehe ich meiner Mutter sehr ähnliche Partner an. Irgendetwas ist da emotional noch nicht gelöst. Ich will anscheinend unbedingt von Menschen angenommen werden wie ich bin, mit all meinen Stärken und Schwächen, die mir diesen Wunsch definitiv nicht erfüllen werden. Im Gegenteil. Sie reißen stellvertretend für meine Mutter alte Wunden erneut auf.

        Ich arbeite mit meinem Thera seit zwei Monaten intensiv an meinen Negativglaubensätzen. Mal schauen, ob es sich positiv auf mein Leben auswirkt.

        Josi

        • Silv sagt:

          Hallo Josi,
          Als wenn du meine Geschichte erzählst.
          Von Eltern, die ich 600km entfernt lebend, stets unterstützt habe und die mie nichts gegönnt haben außer von Ihnen inszeniertem Schaden, konnte ich mich lösen bzw Kontakt abbrechen. Sie hatten als Krönung, mich und den Enkel nach von ihnen erbetenem Besuch aus ihrer Wohnung geworfen. Meine Mutter folgt da der Tradition ihrer Mutter. Von der wurde sie ähnlich mies behandelt. Mein Vater ist ein Beziehungsverweigerer.

          • Josi sagt:

            Hallo Silv,

            mein Vater hat sich nicht getrennt. Ich hätte damals gut gefunden, wenn er auf den Tisch gehauen und gesagt hätte…

            „So nicht, Alte“. Ich gehe…und zwar mit den Kindern.“

            Das hat er nicht geschafft. Er flüchtete sich in die Arbeit. Tag und Nacht.

            Aber das ist Vergangenheit, die ich nicht reparieren kann.

            Ich suche für mich momentan nach lösungsorientierten Ansätzen in der Gegenwart und für die Zukunft. Was in meiner Kindheit geschah, weiß ich. Das ist nicht mehr rückgängig zu machen.

            Wenn jemand in meinem Umfeld ruft „Hey, ich habe Schuld zu verteilen.“, dann bin ich die Erste, die unbewusst „hier“ ruft.

            Obwohl…mittlerweile weiß ich, dass das Thema Schuld mein Thema ist und dass ich genau da ansetzen muss.

            Ich kann sehr gut ohne Partner sein, ich benötige keinen Partner, um mich „ganz“ zu fühlen, sehne mich allerdings trotzdem nach einem Menschen, bei dem ich mich anlehnen und dem ich vertrauen kann. Außerdem will ich nicht mehr immer nur funktionieren müssen, um angenommen zu werden. Ich habe auch Schwächen, aber die werden nicht gewollt. Zumindest nicht von Partnern, auf die ich bisher getroffen bin.

            Von mir wurde erwartet, dass ich die Starke bin, die bedingungslos akzeptiert, was mir die unreifen Jungs (Ex-Partner) vorgesetzt haben. So bin ich allerdings nicht und spätestens dann fing es an mit dem auf diesen Seiten Beschriebenen.

            Nun zu den Glaubenssätzen, die unterschwellig in mir existieren.

            – ich muss stark sein
            – ich darf nicht zur Last fallen
            – ich darf keine Hilfe erwarten
            – meine Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche sind unbedeutend

            usw.

            Ich kriege diese Glaubenssätze in meinem alltäglichen Leben nicht wirklich bewusst mit. Sie kommen nur in giftigen Beziehungen hoch.

            Ist schon klar, dass diese Menschen unsere unbeliebten Seiten spiegeln.

            Mein letzter Ex konnte das am besten. Das war evtl. nötig, um mal wach zu werden.

            Sorry. Mein Beitrag ist hier etwas off Topic.

            Wir können nur hoffen, Silv, dass wir eine solche Vita nicht unseren Kids weitergegeben haben.

            Und trotz aller Erlebnisse kommt mein Optimismus und meine Kämpfernatur so nach und nach wieder zum Vorschein. 🙂

            Josi

        • Friedel sagt:

          Zweifel nicht an Dir!

          • Lise1 sagt:

            Das hat ja nichts mit Zweifeln zu tun.

            Das Problem ist, dass man den Verrat an seine eigene Unversehrtheit,der in diesen Glaubenssätzen steckt, nicht wahrnehmen kann, sondern sie als hilfreich und wichtigen oder guten Wert empfindet. Noch stolz drauf ist, sogar auf andere herab blickt, die Z. B. mal nicht stark sind oder um ihre berechtigten Gefühle streiten. Daraus Selbstwertgefühl generiert. Merkt nicht, dass diese Art nur Ersatzbefriedigung ist.

            Das war auch alles früher mal richtig zum Überleben, aber heute ist man erwachsen und es ist nicht mehr erforderlich.
            Dass das gegen einen selbst gerichtet ist, n
            kann man nicht wahrnehmen, auch die Ursachen des Dilemmas nicht, es wird sorgfältig abgewehrt.

          • Josi sagt:

            Richtig, Lise1. Genau auf den Punkt gebracht.

            Friedel hatte diesen Beitrag allerdings geschickt, bevor ich mich über meine Negativglaubenssätze ausgelassen habe.

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