Was Ihnen ein ungutes Bauchgefühl sagen sollte

Meist sind bereits in der Anfangszeit einer Beziehung mancherlei Sonderbarkeiten im Verhalten des Narzissten zu beobachten, die Betroffene zwar stutzig machen, aber oft nicht als ernsthafte Warnung erkannt und daher leichtfertig übergangen werden. Häufig sind es nur Kleinigkeiten, die ein ungutes Bauchgefühl erzeugen, in der Phase des Verliebtheitseins jedoch unbedachterweise übersehen oder entschuldigt werden. Worauf sollten Betroffene zu ihrem eigenen Schutz achten?

Bild: © asbe24 – Fotolia.com

Viele Betroffene, die sich auf einen Narzissten einlassen, werden am Anfang der Beziehung von dem Narzissten vollkommen idealisiert und schweben vor lauter Begeisterung im siebten Himmel. Nach einer Weile legt sich die Euphorie jedoch und die Betroffenen kommen nach und nach auch mit den Schattenseiten des Narzissten in Berührung und beginnen zunehmend, unter seinem respektlosen Verhalten zu leiden. Sie fragen sich, wo die Liebe, die Wertschätzung und die Leidenschaft geblieben sind, die die Beziehung anfänglich so einzigartig gemacht haben.

Sie können nicht verstehen, warum der Narzisst plötzlich ein anderes Gesicht zeigt und sie zunehmend unhöflich und herablassend behandelt. Statt jedoch anzunehmen, dass dieser sich am Anfang der Beziehung verstellt haben könnte und nun – nach dem Erlöschen seiner Leidenschaft – sein wahres Gesicht zum Vorschein kommt, glauben sie, selbst Schuld an dem abschätzigen Verhalten des Narzissten zu haben. Daher suchen Betroffene die Mängel in ihrer Beziehung eher bei sich selbst und entlasten den Narzissten durch eine Beschönigung oder Verleugnung seiner weniger erfreulichen Aussagen und Handlungen.

Dabei können nahezu alle Betroffene im Nachhinein bestätigen, dass sie bereits am Anfang der Beziehung eigenartige Beobachtungen im Hinblick auf das Verhalten des Narzissten gemacht haben, die sie eigentlich zu mehr Skepsis hätten anregen müssen. Manchmal handelt es sich nur um unwesentliche Begebenheiten oder Unstimmigkeiten, über die man unbedacht hinweggeht, die aber ein Grummeln in der Magengegend hinterlassen. Statt dieser Empfindung nachzugehen und die Ursache dafür näher zu ergründen, freuen sich Betroffene, wenn das unangenehme Bauchgefühl von selbst wieder verschwindet.

Ein ungutes Bauchgefühl ist eine ernste Warnung

Der Vorteil an einem unguten Bauchgefühl ist, dass es einem schon sehr früh signalisiert, dass etwas nicht stimmt. In der Regel können sich empfindsame Menschen auf ihr Bauchgefühl verlassen und wären daher gut beraten, sich ihrer Intuition intensiver zuzuwenden. Man muss ja nicht gleich die Beziehung beenden, nur weil etwas als störend empfunden wird. Man sollte aber vorsichtiger sein und gründlicher das weitere Verhalten des Narzissten und insbesondere seine sozialen Kompetenzen beobachten – vor allem wenn sich die Zeichen mehren.

Karla:

„Ich habe vor ca. 4 Monaten einen tollen Mann über eine Singlebörse kennengelernt. Nach einigen E-Mails und Telefonaten haben wir uns getroffen und waren sofort verliebt ineinander. Ehrlich gesagt ist mir so etwas noch nie passiert. Sofort waren Schmetterlinge da und bei ihm war es genauso.

Während ich mich zunächst noch ein wenig zurückhaltend verhielt, war er dagegen sofort Feuer und Flamme und legte sich richtig ins Zeug. Er war sehr verständnisvoll, liebevoll, zuverlässig, immer interessiert und offen. Wir konnten gut miteinander reden und lachen, fanden schnell zahlreiche Gemeinsamkeiten und fühlten uns stark gegenseitig angezogen. Nach kurzer Zeit gab ich dann meine Zurückhaltung auf und begann, mein Herz für ihn zu öffnen.

Ich fühlte mich so sicher bei ihm, es war einfach nur schön. Ich spürte, wie sehr ich ihm am Herzen lag: Er wollte mich so oft wie möglich sehen und meldete sich so oft, dass es mir sogar manchmal zu viel wurde. Und dann nach 3 Monaten ist es plötzlich nicht mehr so.

Alles änderte sich auf einmal, wobei es schleichend begann: weniger SMS, weniger Telefonate, Treffen wurden abgesagt, plötzlich wollte er etwas ohne mich unternehmen und ich war ihm scheinbar nicht mehr so wichtig. Da hatte ich das erste Mal ein mulmiges Gefühl. Doch als ich mit ihm darüber sprach, erklärte er mir, dass er noch den Tod seiner Mutter verarbeiten müsse. Das erschien mir nachvollziehbar und ich gab mich damit zufrieden. Es hat sich aber bislang nichts geändert – es ist sogar noch schlimmer geworden. Kann ich ihm glauben?“

Die übliche Reaktion von Betroffenen in solchen Situationen ist, den Narzissten mit ihrem unguten Bauchgefühl zu konfrontieren und eine logische und befriedigende Erklärung für sein seltsames Verhalten zu erwarten. Meist lässt sich der Narzisst auch durchaus sinnvolle Begründungen für seine Unaufmerksamkeit einfallen (z. B. Stress auf der Arbeit, Konflikte mit der Exfrau, vorübergehende Geldsorgen, körperliche Beschwerden), so dass sich das ungute Bauchgefühl von Betroffenen wieder legt und sie sich zunächst mit der Antwort zufrieden geben.

Betroffene hören nur zu gern auf die glaubhafte Versicherung des Narzissten, alles sei in bester Ordnung und sie müssten sich keine Sorgen machen. Sie gehen leichtfertig über ihre Wahrnehmung hinweg, weil sie weiterhin daran glauben wollen, in dem Narzissten ihren Traumprinzen gefunden zu haben, und hören daher mehr auf dessen Worte als auf ihr ungutes Bauchgefühl.

Wenn sich aber ein mulmiges Bauchgefühl meldet und Verhaltensweisen zu beobachten sind, die von der Normalität abweichen und nicht den allgemeinen Sitten und üblichen Gepflogenheiten entsprechen, sondern von Unaufmerksamkeit, Desinteresse, Taktlosigkeit und wenig Einfühlungsvermögen zeugen, sollten alle Alarmglocken angehen – vor allem dann, wenn sich derartige Befremdlichkeiten wiederholen.

Folgendes Verhalten sollten Sie kritisch zur Kenntnis nehmen:

  • kurzfristiges Verschieben oder Absagen von Treffen
  • verspätetes Erscheinen zu Treffen
  • unvollständige Umsetzung oder häufiges Ändern von Vereinbarungen
  • Nichteinlösung von Versprechen
  • zeitweilige telefonische Unerreichbarkeit
  • Ausbleiben von Rückrufen
  • Nichtbeantwortung von Nachrichten oder verspätete Beantwortung
  • wiederholte Widersprüchlichkeiten in den Aussagen
  • unterschiedliche Darstellungen ein und derselben Sache
  • auffallende Diskrepanzen zwischen den Worten oder der Körpersprache und den Handlungen
  • situatives flegelhaftes Benehmen und Unhöflichkeiten
  • überraschende, ungenierte und provokante Äußerungen
  • eindeutiges Äußern der Unwahrheit
  • wiederholte Abwertungen anderer Personen
  • übermütiges und arrogantes Auftreten
  • unerwartetes grenzüberschreitendes Verhalten und wiederkehrende Distanzlosigkeit
  • übergroßes Entgegenbringen von Verehrung

Nicht nur regelmäßiges unangemessenes Benehmen, sondern vor allem Anzeichen für fehlenden Respekt gegenüber dem Partner sowie wiederholte Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit sollten Betroffenen zu denken geben. In solchen Fällen ist es nicht hilfreich, das eigene ungute Bauchgefühl durch ein klärendes Gespräch mit dem Narzissten beseitigen zu wollen. Die Begründungen für seine Unzuverlässigkeit und mangelnde Aufmerksamkeit klingen aus dem Mund des Narzissten zunächst immer plausibel. Das wiederholte Auftreten verrät aber seine Unaufrichtigkeit oder mangelnde Einsicht.

Skeptisch machen sollte immer das starke Gefälle zwischen der eindrucksvollen Idealisierung und der enormen Aufmerksamkeit, die der Narzisst dem neuen Partner am Anfang der Beziehung entgegenbringt, und den gelegentlichen „Aussetzern“, die das Desinteresse, die mangelnde Anteilnahme und den fehlenden Respekt gegenüber seinem Partner zeigen. Hieran erkennt man die andere Seite des Narzissten, die im Laufe der Beziehung immer mehr Gewicht bekommt.

Der Narzisst wehrt sich gegen Beschuldigungen

Je häufiger und hartnäckiger Betroffene ihre Zweifel dem Narzissten gegenüber äußern, desto launischer und aggressiver wird dieser, weil er keine Kritik und kein Misstrauen gegen ihn ertragen kann. Er wird sich mehr und mehr vor dem Partner verschließen, was diesen zu glauben veranlasst, einen Fehler gemacht und den Narzissten mit seinen hartnäckigen Nachfragen verletzt zu haben. Der Partner geht dann nicht mehr seinem unguten Bauchgefühl nach, sondern ist vielmehr damit beschäftigt, den Narzissten wieder zu besänftigen.

Ein Narzisst mag es nicht, wenn er von seinem Partner mit unangenehmen Themen belästigt und von ihm bedrängt wird. Schenkt der Partner seinen fadenscheinigen Begründungen und seinen Lügen keinen Glauben mehr, kann der Narzisst ganz plötzlich die Flucht ergreifen, indem er kurzerhand die Beziehung beendet. Der Partner bereut dann seine Aufklärungsversuche und verspricht dem Narzissten, dessen Verhalten nie wieder in Frage zu stellen, da die Vorstellung, den Narzissten zu verlieren, bei dem Partner ein noch schlechteres Bauchgefühl erzeugt.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
14 Kommentare zu “Was Ihnen ein ungutes Bauchgefühl sagen sollte
  1. Natalia sagt:

    Hallo Herr Grüttefien,
    Vielen Dank für die Seite: Umfang mit Narzissten.
    Dank Ihrer Seite habe ich vor 10 Monaten die endgültige Trennung von meinem Partner vollzogen.

    Auch mich hat mein Bauchgefühl nach einem traumhaften Anfang( wie bei Pretty Woman live) an gewarnt, irgendetwas stimmt hier nicht. Aber man geht darüber hinweg, weil man es nicht wahrhaben möchte und man glaubt den Worten und Manipulationen des Narzissten zu sehr.

    In ihrer oben stehenden Aufführungen zum Verhlten welches man kritisch beobachten sollte treffen von den 17 Aufführungen 13 davon auf meinen Ex zu.
    Was versprechen sich narzisstisch gestörte Menschen in der Anwendung dieser Verhaltensweisen davon bei ihrem Gegenüber auszulösen, nachdem sie sich doch anfangs so ins Zeug legten und alles so zuverlässig lief.
    BESONDERS:
    -Kurzfristiges Absagen und verschieben von Terminen
    -Nichteinlösung von Versprechen
    -Ausbleiben von Rückrufen
    -Zeitweilige Unerreichbarkeit
    -Nichtbeantwortung von Nachrichten oder verspätete Beantwortung

    Wenn Sie konkret auf die hier aufgeführten Punkte eingehen, was steckt da für eine Motivation seitens der Narzissten dahinter, warum machen die so etwas ? Was soll damit bezweckt werden?

    • Der Narzisst will den anderen verunsichern und diesen dazu anstacheln, sich um ihn zu bemühen. In dem Bemühen des anderen will er spüren, welchen Wert er für ihn hat. Es steckt für ihn die Frage dahinter: Wenn ich mich nicht melde, wenn ich den anderen warten lasse oder wenn ich ihn versetze, wird er dennoch Interesse an mir haben. Häufig ist es aber auch einfach nur seiner enormen Arroganz geschuldet, dass er sich solche Taktlosigkeiten erlaubt, weil er denkt, er würde ohnehin mit allem durchkommen und einer so grandiosen Persönlichkeit wird alles verziehen – womit er oft genug auch recht hat.

  2. Fischkopp sagt:

    Richtig, aber es kann auch in die falsche Richtung ausarten, nämlich so, dass man viel zu schnell wegrennt, den anderen gleich total abblockt und relativ gesunde oder jedenfalls lernwillige Menschen gleich dämonisiert und ihnen keine Chance mehr gibt. Weil man im Anderen beim ersten „Fehler“ oder „Symptom“ gleich ein bösartiges, narzisstisches Monster vermutet… Solche Unterstellungen von einer besonders belesenen / sensibilisierten Frau habe ich selbst abbekommen und sind wirklich kein gutes Gefühl.

    • Richtig! Auch hier gilt der Maßstab der Verhältnismäßigkeit. Erst wenn sich Sonderbarkeiten häufen und regelmäßig wiederholen, kann man auf ein Muster schließen und seine Schlüsse daraus ziehen – nicht bei einmaligen Auffälligkeiten, es sei denn, es handelt sich um strafbares oder perversen Verhalten.

  3. Rosa sagt:

    Ich kann es nur bestätigen. Ich bin 20 Jahre mit so einem Menschen zusammen gewesen, er war damals mein erster Freund und ich das „Mauerblümchen“ ich konnte es nicht fassen endlich einen Freund zu haben, der sich so sehr für mich interessierte. Er tat alles für mich. Doch seine „Liebe“ engte mich immer mehr ein. Ich war damals noch in der Schule und machte mein Abi. Ich hatte keine Zeit für mich, fürs Lernen oder für Freunde. Er hatte damals eine Ausbildung gemacht und war immer im Anschluss bei mir. Ich konnte nicht über meine Freizeit entscheiden. Er war rasent eifersüchtig und meinte immer was gut und was schlecht für mich ist. Es gab viele dramatische Szenen. Ich fand kürzlich mein Tagebuch aus dieser Zeit: selbst da beschrieb ich schon daß er versucht hatte mich zu isolieren; wenn ich es geschafft habe mich mit einer Freundin zu treffen, tauchte er immer auf. Aber er beteuerte mir immer wieder, daß er mich über alles liebe und ich alles für ihn sei. Ich ignorierte mein Bauchgefühlt und war einfach nur glücklich einen Partner zu haben der ganz viel mit mir unternahm. Allerdings hatte ich immer das Gefühl schon, daß er sich nicht wirklich dafür interessierte, was ich denke, was nicht mit ihm zu tun hatte.
    Eines Tages erfuhr ich dann noch, daß er in seinem jungen Alter Schulden hatte; was machte ich: von meinem Taschengeld und das was ich verdiente, versuchte ich unsere Freizeit zu finanzieren.
    Er hatte immer eine Ausrede wofür er das Geld benötigt hatte.
    Und obwohl ich wusste dass irgendwas nicht richtig ist konnte ich ihn nicht verlassen. Er gabt mir das Gefühl das beste für ihn zu sein. Irgendwann zogen wir zusammen und es lief mal gut mal schlecht. Manchmal dachte ich, er sei einfach nur ein Choleriker; er konnte sich über alles aufregen; er hielt sich für einen guten Menschen. Alle anderen hat er immer abgewertet. Er hatte eine ganz hohe Meinung von seinen Eltern, die wie ich jetzt denke, die einzigen waren, die ihn „bewundert“ haben, für was auch immer.
    Er versuchte mich im Schacht zu halten, aber ich suchte mir Freunde und neue Hobbys und hatte wirklich Spaß daran. Das hatte ihn nie interessiert. Wenn ich mal abends nach Hause kam und ihm von meinem tollen Nachmittag erzählen wollte, kam nur ein kurzes „aha“ oder „Freunde braucht man nicht“ nur die Familie sei wichtig.
    Danach hatte ich mein Hobby zum Nebenberuf gemacht (Foto)und hatte tatsächlich Erfolg. Das wichtigste war immer für mich, Freude daran zu haben. Noch bevor ich damit anfing, hatte er bereits einiges
    unternommen um sein Hobby zum Beruf zu machen (Video) was aber nicht fruchten wollte. Dadurch entstand wieder eine Kluft zwischen uns. Was unser Leben hinzu erschwerte war, daß er sich durch sein „Selbststudium“ immer mehr in die Verschwörungstheoriewelt hinaus bewegte. Er sagte, er habe jetzt alles entdeckt und wisse dass alles nur eine Lüge ist. Er fühlte sich darin bestätigt.
    Das ein oder andere erschien mir logisch bzw. diskutabel, nur bei der flachen Erde hörte es bei mir auf. Wer sich mal damit beschäftigt hat, weiß wieviel „Unsinn“ im Internet unterwegs ist.
    Doch er fühlte sich dadurch größer und hielt mir immer wieder Vorträge darüber, daß alle Wissenschaftler, Politiker unter einer Decke stecken und wir in Wirklichkeit nur versklavt werden.

    Als ich dann letzten Jahr seinen neu aufgesetzten Kreditantrag fand, der eine Summe von über 52000 EUR betrug, angeblich um seine Selbständigkeit zu finanzieren und seine alten Schulden umzuschulden, zog ich aus. Es war nicht mehr auszuhalten.

    Doch ich habe mich bis heute nicht lösen können. Wir halten Kontakt und unternehmen noch was zusammen. Und das kranke dabei ist: er tut mir leid. Und ich komme da nicht raus. Kent ihr das auch?

  4. Susanne sagt:

    OmG….
    Hätte ich dieses nur viiiieeel eher gelesen !! Aber ich denke, unsere Unwissenheit läßt uns in die „Falle“ tappen… Ich hatte von „Narzissmus “ nichts, oder besser gesagt ,nur oberflächlich gehört. Man denkt es würde sich um „selbstverliebte“ Menschen handeln…Was es aber auf sich hat, habe ich mir überhaupt nicht vorstellen können!!! Das soetwas böses existiert ist unglaublich!! Und das mitten unter uns, und zu Hauf..Es hat mich 3 Jahre meiner kostbaren Lebenszeit gekostet..Durch intensives lesen, YouTube, alles versuchen zu verstehen ist es mir gelungen, mich zu befreien !! Das wird mir NIE wieder passieren !! Ich sehe es als Lektion, die mir das Leben auferlegt hat an. Ich war zu gutgläubig…Habe fest daran geglaubt, das etwas gutes in jedem existiert..Die „rosarote Brille“ habe ich bei Seite gelegt…😉

  5. Hendrik sagt:

    O ja, das kenne ich nur zu gut. bei mir ging es jetzt in das 6. Jahr. Die Hölle. Ich bin ein klar denkender Mensch. Vom Narzismus erfuhr ich erst nachden es zu spät war. Ich versteh ihn, kann ihn aber nicht verarbeiten. Nach einer Weile des Blockierens, verschwinden plötzlich die vielen seelischen und erniedrigenden Quälereien. Dann kommt wieder der Zweifel. Es macht mich verrückt. Bin nicht in der Lage eine andere Beziehung zu zulassen und der erste und letzte Gedanke hängt am Tag bei dieser Frau. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Soviel Potential um immer wieder neue Beleidigungen und gezielte Nadelstiche zu setzen… Ich werde das nie Begreifen. Und alles erfolgt immer nach dem selben Schema. Unfassbar. Und mein Unterwewusstsein streikt und quält mich.
    Ich frage mich täglich, ob ich einfach nur dumm bin.

  6. Alex sagt:

    „Was Ihnen ein ungutes Bauchgefühl sagen sollte“

    Denk nicht groß drüber nach, denn das Bauchgefühl hat meist Recht. Fängt man an nachzudenklen, ist irgendwo der Wurm drin.
    Hat man beim Narz ein schlechtes Bauchgefühl, nimm die Beine in die Hand und lauf so schnell und weit Du kannst!

    • Nina sagt:

      Allerdings! Ich habe mich trotz meies unguten Bauchgefühls hier und da weiter darauf eingelassen und bin immer mehr auf ihn eingegangen. Gleichzeitig habe ich meine eigenen Standards veletzt und meine Grenzen übertreten lassen. Die Abwärtsspirale hat ihren Lauf genommen und nun sitze ich da und muss mich erst mal wieder selbt aufbauen; mein Selbswertgefühl hat darunter gelitten. Am meisten ärgere ich übr mich selbst, dass ich nicht eher gegangen bin und ihm so viel Raum gegeben habe. Obwohl mein Verstand das alles klar erkennt, hängt auf emotionaler Ebene ein Teil noch an ihm…Wo ich am Anfang noch klar gesehen habe, bin ich jetzt irgendwie wie verblendet und ein Teil in mir findet ihn irgendwie noch toll…Kennt das jemand von Euch?

      • Lisa sagt:

        So geht es mir auch,manchmal schaltet der Kopf um und ich sehe nur noch Gutes in ihm,das 100fach schlechte ist wie in dicken Nebel eingehüllt .und dann such ich dementsprechende Lektüre um wieder klar zu sehen.Das Bauchgefühl war von Anfang an da. Aber da war man wie im Rausch, als ob irgendwas im Kopf umgeschaltet hat. Sowas hatte ich noch nicht erlebt.

      • Christine sagt:

        Liebe Nina,

        Das was du beschreibst kenne ich nur zu gut aus eigener Erfahrung. Das schlimme ist, das niemand es versteht wenn man nicht fähig ist einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Wie kann man emotional an jemanden gebunden sein der einen wie den letzten Mist behandelt?
        Wo ich es doch selbst nicht verstehe. Habe wieder einen Termin beim Rechtsanwalt, ob ich es diesmal schaffe? Ich weiß es nicht. Ich hoffe sehr, das ich mich aus dieser, für mich unwürdigen Situation befreien kann.
        Dafür arbeite ich an mir. Schaue in meine Vergangenheit. Löse die alten Belastungen indem ich die Gefühle zulasse. Ist ein beschwerlicher Weg doch ich bin überzeugt wenn ich das geschafft habe, bin ich frei zu gehen. Der narzisstische Partner legt ja ständig den Finger in alte Wunden, nützt diese zu seinem Vorteil. Deshalb arbeite ich sie auf damit ich gehen kann.
        Schau einmal bei dir, gibt es alte Wunden? Vielleicht ist dies auch für dich ein Weg.
        Würde es dir aus ganzen Herzen wünschen.
        Alles Liebe

        • Nina sagt:

          Liebe Christine,

          danke für deine lieben und wahren Worte. In der Tat hast Du Recht, was das Thema „alte Wunden“ angeht. Ich bin in den Händen einer wunderbaren Therapeutin mit der ich alles aufarbeite und ich habe erkannt, dass in mir eine leere Stelle ist, an die soclhe Menschen immer wieder andocken, wenn ich sie lasse. Da geht es bei mir um Vertsrickungen, alte Kindheitsmuster und das Thema Schuld und Selbstwert. Der erste wichtige Schritt ist, dass ich das erkannt habe und es fühlt sich wie ein Befreiungsschlag an zu wissen, wo meine Muster liegen, damit ich daran arbeiten kann. Wenn ich mich mit meinem gesunden, Erwachsenen-Ich beschäftige und damit mein inneres Kind im Zaun halte, bekomme ich gleich eine ganz andere Perspektive auf die Sache. Ich kann diesen Menschen mit seiner ausgeprägten dissozialen Störung nur bemitleiden, weil er – im Gegensatz zu mir – nie seine Fehlprogrammierung erkennen wird und es besser machen wird. Ich hingegen kann es ab sofort angehen uns steuern und sofort entscheiden, dass solche Menschen keinen Zugriff mehr auf mich haben.

          Ich drücke auch dir die Daumen, das alles gut wird – Und das wird es.

          LG,

          Nina

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